Das sehr weit Entfernte
Der religiös-motivierte Mordbube, wie da einer auf einer Fotoaufnahme großmächtig aus einem Auto herausguckt. Während dahinter an der Karre ein Geschütz draufmontiert ist. Dem Mordinstrument, dem einer dahintersteht, ein weiterer, der das Metzelwerkzeug zu bedienen weiß.
Geradezu solche, der Meinung, sie wären kundig in mancherlei Religionsfragen. Obwohl Religionsgelehrte derselben Religion das durchaus bestreiten, daß die Auslegung einer religiöse Schrift durch diese bestimmten Fanatiker die richtige wäre.
Mitunter hätten sie es mit Sicherheit nötig, selbst aus dem All noch diese, jene fromme Kunde zu bekommen. Der Weltraum, der IHNEN auch was sagt. Vielleicht eine Neuigkeit durch den, der in die Sterne guckt, für sie durchaus auch Großes. Von einem, derr dort zwischen dem Sternengefunkel was zu entdecken hofft, dann und wann auch glaubt, was gesehen zu haben.
Gerade angesichts eines Glaubens an Engel, Dschinns und so, da hätte man das Weltall tatsächlich auch im Sinn. Würde es einen bestätigen, in seiner Gläubigkeit.
Könnten Wissenschaftsleute draußen also was sichten, käme ihnen was davon zupaß. Groß dagegen hätten sie nichts.
Nochgerade die in den Sternwarten, die heutzutage unvorstellbar tief ins Weltall hineinsehen. Welche Distanzen man normal bespricht, in der Vergangenheit, daß niemand auch nur an sie zu denken wagte. Vier- bis achtzehn Milliarden Jahre genügen oft genug.
Doch der Wahnsinn, der Tiefenblick rein ins Kosmische, in diesen Gegenwartstagen.
Wobei es ehedem immer auch die Hoffnung gab, nebenher was in den Überblick kriegen zu können. Daß womöglich irgendwelche Kleinigkeiten aufscheinen würden, die man mitunter auch mit seinen theologischen Horizonten in Zusammenhang bringen hätte können. Daß der Theologe in einem sich melden hätte dürfen. Vernehmbar HIER schreien. Nicht nur irgendwie, sondern weil echt was für ihn losging. Was, das in diesem Sinne ein Gottesanzeichen wäre.
Während der eine, groß in Theologiefragen, längst Dinge abkriegte, sich was abholen konnte. Der eine, der mit dem Urknall, der Betrachtung von Urknall-mäßigen auf Erden, schon einiges gewinnen hatte dürfen. Vor Jahrzehnten zumindestens mal einen bis heute anhaltenden großen Frieden. Eine Friedenszeit für so religiöse Blickwinkel, mit der es überhaupt nicht mehr aufhört, seitdem. Dafür war der Urknall das Größte, was dem Theologen passieren konnte. Gleichgültig welcher Religion.
Die Urknall-Geschichte, eine der Eventualitäten bei den Weltenentstehungslegenden. Die man nicht länger als eine plastische Vorstellung hernahm. Eine, bei der es nicht dabei blieb, daß man davon redete, wie von etwas, das vielleicht mal sein könnte. Sondern es den Wissenlexikas unter dem Oberbegriff Wissen beifügte. Nicht das bißchen irgendwas bei der Thematik von Glaubensdingen. Womit man ehedem doch vor allem jenen mit den besonderen Religionsperspektiven ausgeholfen hat. Diesen Drängeleien, daß nachgegeben wurde.
Auch ein Grund, die eine Szenerie mit dem Urknall, daß man derweil nichts auf sich beruhen lassen kann. Wegen der Urknall-Saga, daß man mit solche ungeheuren Anstrengungen unternimmt. Immer größere Weltalldistanzen zu überblicken sucht. Trotz seines üblichen vier-, bis achtzehn Millarden Jahre-Knallhorizonts, muß darüberhinaus fortgeblickt werden.
Nur redet man der Öffentlichkeit gegenüber nicht zuviel davon, daß es das Erhoffte einfach nicht gibt: an einen Rand, eine Kante, ein Ende des Kosmos zu blicken. Gäbe man die Wahrheit zu, müßte man das auch zum Ausdruck bringen: daß alles wie eh und je ist. Wie zu der Zeit, als der Urknall auch nichts als mit ein Entstehungsblickwinkel war.
Die anderen Weltenerklärungsmodelle, an sich am Hof geblieben. Nur unbesprochen. Unerwähnt. Von der offiziellen Wissenschaft abgekanzelt.
Durchaus ein Schrecken, stellt man sich das vor, sie müßten sich mal zu dem einen Eingeständnis herablassen, daß sich nichts geändert hat. Daß, allen Bemühungen zum Trotz, weiter nichts ist, als daß man bei den Fortsetzungspunkten zu verweilen hat. Wie vor der Urknall-Proklamation erdenweltweit.
Irre weit entfernte Galaxien zu betrachten, dazu ist man gezwungen. Auch wenn dort erst mal was wirkte, als zeige sich was mit Flügeln vor. Als ob dort Engel wären. Flügelschlagende Engel. Heerscharen von Engeln.
Nur, das Kamerabild, die Optik, sie war schärfer zu stellen. Jeder konnte am Schluß doch das EINE erkennen: daß was die Spiralarmform schuld dran war, an einer optischen Täuschung. Die Spiralarmausgestaltung von sich rumdrehenden Spiralarmgalaxien. Die Spiralarmmäßigkeit, die antäuschte, da wäre was Geflügeltes
Und das, das haben die Wissenschaftsleute auch verlautbart. Kühl dahingehend die Erklärung abgegeben. Trotzdem, einer zuvor sonstwas noch meinen konnte. Die Wissenschaftler teilten mit der Erdenwelt, daß dort, ganz weit außerhalb, in wahnsinniger Entfernung von hier, Galaxien sich zeigen. Zahllose Spiralarm-Galaxien. Die auf der Bildsequenz, die man scharfstellen konnte. In einer Weise, daß es durchaus nichts mehr zu wünschen übrigließ.
Nichts anderes ist dort zu überblicken, als Spiralarm-Galaxien. Haufenweise solche der Art, wie sie die Galaxie Mlichstraße eine ist. Nur, so alt, die Galaxien. Irre alt.
Nichts einer Kirchenschiffsszene präsentierte sich in der wüsten Ferne, zu der Glaubensselige hochblicken.
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