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Blog von TeddeMehr

Ein Weilchen, bis man sich wirklich fand

26. September 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kleinteile

Bei nichts und niemandem hatten Kirchenmächte so viel Einfluß, wie bei denen in den nordamerikanischen Staaten. Die dreißiger Jahre durch, die vierziger.

Gestalten zeigten sich bei den Nordamerikanern öfters als anderswo, von denen man nicht genau sagen konnte, was sie im Moment waren, Wissenschaftsmensch oder Priester.

Nebenher hatte man mit denselben Beruf, guckte gemeinsam miteinander in die Sterne. Bei einem leicht unterschiedlichen Blickwinkel, einer ein Stückweit anderen Interessenslage.

Wenn man bei der nochgerade mit einem Gottsucher-Wissenschaftler beisammen war, war sowieso alles in einer Sekunde paletti.

Hart an der Einflußnahme wurde gearbeitet, und in Nordamerika stieß man in Wissenschaftskreisen seit eh und je auf den fruchtbarsten Boden.

Die zwanziger, dreißiger Jahre durch jedoch hatte man sich erst mal schwer umzutun. Damit, auch nur auf den laufenden Stand zu kommen. In Wissenschaftsfragen. Die man länger, nachdem man sich selber mit seiner Religions- und Kirchenwelt mehr als genug war, einigermaßen vernachläsigt hatte.

Gleichgültig hatte da was gelassen. Bis zu dem Zeitpunkt, bis man hochschreckte. Alles mögliche wurde von der Kirchenseite plötzlich lautstärker beklagt. Erst mal war man über den Heldenstatus mancher Wissenschaftler unter jungen Leuten nicht glücklich. Die gottlose Science fiction sprach man an. Science fiction, viel gelesen, als viel spannender empfunden, als es beispielsweise in der Gegenwart der Zwanziger Jahre nach dem Millenium der Fall ist.

Mitunter geschah es, daß Priester am Kirchenvorhof spöttisch angeguckt wurde. Nicht nur die Ansage, daß Gott tot wäre, knallte da um die Ohren. Auch das, so die Gottheiten, das wären sicherlich Außerirdische, das redete man Vorstehern einer Kirchengemeinde daher. Extraterrestrische, die von der Sternen aus auf die Erde herabkamen, dann wieder die Strecke hinauf zurückflogen, in ihre Raumschiffe. Dergleichen belästigte den Normalo-Priester bei seinen Schäfchen. währenddessen sich die Nachrichtenlage, die sich durch die Texte in den Wissenschaftsmagazinen mitteilte, geradezu überschlug. Das, wurde dort weltweit geteilt, daß die Sonne ein Stern war. Daß Sterne auch mal explodierten, erreichten sie ein Alter. Dann: die Reise der Galaxien, das mit dem Hubble umtriebig war. Hubble, der da einer nordamerikanischen Kollegenschaft vorausging, die am selben arbeitete.

Das darf man festhalten, man fühlte sich dazu getrieben, die, die nichts als Theologie zu studieren wünschten, anzufragen, ob sie nicht auch Astronomie, Physik noch als Studienfächer dazunehmen wollten. Physikstudenten wollte man überdies das Theologische schmackhaft machen. Manch Berufsperspektive erläuterte man beiläufig. All das, damit ein paar Leute mehr mit Religionshintergründen auch zu den Sternen hinaufgucken würden. Dort denen dazukämen, wo um die Zeit eher der weltlichere Wissenschaftsmensch den Ton vorgab.

Diese Art Bedrängung durch das wissenschaftlich Weltliche, die gipfelte denn darin, daß die eines Kirchenstaates sich ihre eigene Sternwarte errichten ließen. Um von dort aus mit einem Glaubensinteresse zu den Sternen hochzuschauen. Jede Neuigkeit vom Wissenschaftshof aus sofort selber nachzuschauen. Unter sich zu besprechen. Um sofort auf Sachverhalte reagieren zu können, statt stumm, teilnahmslos zu bleiben. Wie das zuvor immer war.

Erfolgeich hatte man denn getan. Mit denen zusammen, die trotz Zölibat und geistlicher Strenge ein Priestergewand nahmen, dabei ein wissenschaftliches Studium bewältigt hatten, daß irgendwann selbst die physikalischen Berechnungen noch hinterfragt wurden. Nachzurechnen fing man das Komplexe an, störte sich daran, daß in all seinen weltlichen Rechnungsweisen ein Gottesfaktor fehle.

Lange Jahre war da eine Kirchenseite in Kosmosfragen wie vor den Kopf gestoßen, kam nicht so recht mit der Astronomie und der Rechenart in Kosmosfragen zurecht. Um dann doch wieder mit vielem klarzukommen. Ohnehin wußte man den Gottsucher-Wissenschaftler Nordamerikas auf seiner Seite, man mußte sich scheinbar nur erst mal neu kennenlernen. Der Amerikaner Hubble, wurde er selber angefragt, eher kernig, brüsk soll er gewesen sein. Einer, Hubble, weniger religiösmotiviert, gediegen und mit dem erhofften Respekt antwortend. Derweil, was brauchte man aber Hubble, wenn man bei Hubbles Kollegenschaft auf das Nützliche, den fruchtbaren Boden stoßen konnte.

Hubble also, der vieles mit den Galaxien beschrieb. Während die Kollegahs Hubbles sich am Blick Hubbles versuchten. Beinahe am selben wie Hubble rumwerkelten.

Sie da, die im Schatten Hubbles, in einer nordamerikanischen Forscherwelt daheim, die bei Glaubensthemen tatsächlich zu einer Anteilnahme zu bewegen waren.

 

 

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