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Blog von TeddeMehr

Dem Mitte-der-Siebziger-Jahre-Mehltau entstammend

29. Januar 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Die Siebziger, da sind welche im Heute auch schon ein paar Jährchen älter.

Die, die da mal "punk" waren. Ab Mitte der Siebziger. Oder eben auch so was war man öfters, so einer: ein "skinhead". Auch ab ungefähr Mitte der Siebziger, exklusiver als Hand-Püppchen mit "punk"- und "skinhead"-Aussehen im Auftritt. Bei so den vielen fließenden Grenzen, wer immer gerade wieder wer war, "punk" oder "skinhead".

Es waren den beiden damals schließlich zwei. Ein massives Pärchen.

Zwei gleichzeitig angekommene laufende Typen, Figuren, Gestalten, Ausformungen. Groß was bei den Marionetten, allem im Puppentheater.

Zwiefach werkelte da wer mit der Schneiderschere an einem Schnittmuster rum. Zweimal kleidete man zwei nebeneinander hinplazierte Anziehpuppen, wie immer sie sich im Schneidereihandwerk genau benennen, ein.

Doppelte Arbeit, die man sich machte, bei zweien, mit denen man was Besonderes vorhatte. Einmal hieß der eine: der "punk". Der andere, der war der: der "skinhead". Mit denen man jungen Leuten  was einer "Mode" ansagen würde, "Aufrührertum", was "Rebellisches", "Wildes". Für einen Legende, eine Legendenbildung, daß man ebenfalls sorgte. Voll mit jeder Menge hintergründigem Lachen. Fast total die Häme, der Spott. Angesichts des Puppenpaars. Als die dann abschließend für die Betrachtung voll angezogen in der Räumlichkeit herumstanden. Was über die beiden zu erzählen, das wußte man nun außerdem. Groß das Gelächter, breit grinsend, daß man sich zuprostete. Bei den Kerls, den dämlichen Milchbubis würde man was anrichten. Morgen, daß man sich selber umgezogen präsentieren wollte, an einem anderen Ort. Aber: Das eine war ein Ding, man würde die Bestellung zum Laufen bringen. Auch dafür war das und das in Vorbereitung, daß für was größer was gesorgt sein sollte.

Durch die Jahre ist da einiges gekommen. Einmal das mit dem "punk", der dem "skinhead" die Hinterür aufmachte. Um dem des "skinheads" machte man derweil nichts eines besonderen Aufhebens. Den würde man beizeiten schon noch zu Gesicht kriegen, IHN gewahren.

Man bemerkt nebenher, daß einiges an Gegenwartsgeschehen auch in einer Weise ist, wie es jedem "punk", "skinhead" gefallen könnte. Beispielsweise das: der "Brexit". Der "Brexit", irgendwie was der Exklusivität für den bornierten britischen Rechtsrausgänger. Eines Typen, "very britisch", der. Sicher im Heute niemand weit und breit, der sich auf der britischen Insel "britischer" zeigen möchte. Als Mann in Anzug und Melone. Bei den Eltern steht man herum, die Kinder großgezogen haben. Alles bei ihm, dem "Brexiteer", wie man sich üblicherweise so einen britschen "Gentleman" vorstellen könnte. Wie erwähnt: ein größeres "Commonwealth" als DER kennt im Augenblick bestimmt keiner.

Was mag da zwischenzeitlich passiert sein, seit jenen Tagen, als der "punk" plötzlich ankam, der "punk" beiläufig auf eine "Rebellen"-Tour Vati und Mutti das Wort redete? Nachdem man ab Mitte der Siebziger hauptsächlich den Langhaarigen, dem "Hippie", zeigte, wie man was "punk" sein konnte. Hergerempelt hat der "punk" denn den mit den langen Haaren damals. Ihn quasi bepöbelt. Ihm von der Seite was hergeschrien. Der "punk", alles andere als ein Verehrer von ihm, dem Gitarristen mit den längeren Zotteln. Der sein Instrument bisweilen viel zu gut beherrschte, als daß es statthaft gewesen wäre. DAS mußte eingebremst werden, DAS hat man eingebremst. Für das seichtere Gewässer. Der "punk", der vom Reißbrett, aus der James Dean-Schublade noch mal eine Sekunde hervorgeholt, der sorgte da Mitte der Siebziger geradezu für eine neue Welt. Ziemlich exakt Mitte der Siebziger, daß das mit IHM und IHR begann. Bis tief rein ins Heutige, daß es zielt. Das mit dem da, der mit seinem Wesen einen großen Einschnitt anbrachte. Erst mal wilder, die "Rebellen"-Tour. Dabei war er nichts weiter als der Rächer von Vati und Mutti, von denen, die sich die Sechziger durch, bis Mitte der siebziger Jahre über ihre Kinder, die Jugendlichen aufregten. Über die gesamte Jugendkultur.

All das dieser Elternpartie, eines konservativen Denkens, das das sich die "Beatles" anhörten, die "Rolling Stones". Oder Bill Haley, Elvis Presley, der "punk" führte nichts anderes im Mund, während er sich wie geistig verwirrt aufführte. Als sollte ein Pfleger aus der Anstalt herbeieilen. Wüst beim gegenseitigen Bespucken, Herrempeln, Aufeinandereinschlagen und Bierbecherschmeißen.

Bestimmt kaum, daß sich da jemand bei diesen Szenen vor sardonischem Lachen einkriegte.

Schal wurden die Tage des "punks" die anderen Typen, die an den Gitarren. Die zuvor die Tage noch so aufregend waren. Der "punk", der konnte sie zum Verblassen bringen, zum Erschlaffen. Als hätte man unvermittelt keine Einfälle mehr, wäre zu keinen besonderen Griffen an der Gitarre mehr in der Lage. So präsentierte sich die Landschaft der ehemaligen "Gitarrenhelden". Das Besondere, der Zauber, regelrecht abgezogen, von dort. Bei laufenden Billig- und Profanproduktionen. Überraschender Biederkeit, Anständigkeit der Frisuren. All das. Sicherlich nebenher nichts Unbeabsichtigtes. Plattenverträge ließ man auslaufen, setzte hier die Messer auf die Brust. Welche, denen man Bescheid stieß, waren nach '75 auf den Plattendeckeln zu blicken. Während der "punk" weltweit rumtanzte. Die Musikjournalisten fast ständig "punk" schrieben. "punk", "punk" und noch mal: "punk". Allüberall war er, der "punk". Der "punk", er war ein Brett. Er donnerte drüber über manches, der "punk". Wie es ganz dem des Absichtsvollen entsprach.

Der "punk", der einen in der Begleitung hatte, noch ganz ungeheurer als der "punk": den "skinhead". Einen rechtslastigen Dauerschläger und Rumprügler. Wessen Nasenspitze dem "skinhead" nicht gefiel, wer immer das war, der konnte sie poliert bekommen. Der "skinhead", der stand noch mehr für so was ein als der "punk". Der "skinhead", der war der, der dazwischenging, feierte da jemand, der ihm nicht paßte, und das konnten fast alle sein, Irgendwo an einem Stadtbrunnen oder so, wo immer man sich zuprostete. Der "skinhead" konnte dort eingreifen. Wars wo zu lustig, krachten die Flaschen zu toll aneinander, der "skinhead", der hatte was dagegen, half aus. Mit ein paar seiner herbeigeholten schlägernden Kumpels.

Also: ab Mitte der Siebziger brach das los, das mit dem "punk". Ebenso das, das den "punk" absichtsvoll rumbegleitete: das des "skinheads". Im Grunde, daß beide gemeinsam auf der Bühne der Siebziger Jahre eintrafen. Nur, daß nicht jeder sofort die Ankunft des  "skinheads" mitkriegte. Beim "punk".

Und heute, da sind das mit Sicherheit Altgewordene, Erben oder so welche, durch die Börse zu größerem Reichtum gekommen. Irgend so solches. Führen sich auf, wie so die "punks" und die "skinheads", bloß jetzt so in den Parlamenten. In die man sie älter an Jahren reinwählte. Warum auch immer. Als hätte man es bei manchen ihrer Worte auf den Ohren. Daß man bei Vernommenen taub gehen konnte, angesichts des eigenen Wahlkabinenankreuzens.

So kann man sich das eines "Brexits" mit Sicherheit vorstellen. Wie was des Altvorderen, nur noch Gestrige des "Nationalen" eines "skinheads". Oder war er mal ein "punk" oder was? So genau läßt sich das im Heute wirklich nicht mehr sehen, wer das immer war, ein "punk", ein "skinhead" oder umgekehrt. Der "punk" jedenfalls, der war einer, groß im Aufbegehren. Gegen den langhaarigen Gitarreschwinger lehnte DER sich auf, man stelle sich vor. DAS war nochgerade sein allergrößtes Anliegen, das des "punks". Das von IHM, das bis in die Gegenwart wirkt.

Beguckt man sich die "Brexit"-Kampagne, wie man sich die leistete: Wohl reich geerbt. Vielleicht auf eine Art von der Börsenspielwiese zu Geld gekommen. Der, der mal "punk" war, Oder ein "skinhead". Kostenpunkt der "Brexit"-Kampagne: am Ende: jahrelang egal. Geradezu piepe-, piepe-, piepeegal.

 

 

 

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