Kleine, leere Fläschchen, die am Boden kullern
Fruchtig, klebrig-süß, brennt schon mal auf der Zunge - und man will mehr davon.
So ein Schulbuswartehäuschen, drinnen eine Kleinigkeit zu blicken.
Rumgekullert hatten so die Mini-Fläschchen. Kreuz und quer. Hatten auch nicht so reingetroffen in das Metallgitterabfallbehältnis. Oder waren achtlos fallengelassen worden, wo man soeben kurz rumstand. Als man ausgetrunken hatte, so ex und hopp oder so.
Reste wie von einer Party, für den, der vorüberkommt. Aber eine Früh-am-Morgen-Geschichte. Schüler, Grundschulalter und aufwärts, beim Hinwarten auf den Bus. Variieren kann bei dem Thema noch was Nachmittägliches. Nach dem Aussteigen aus dem Schulbus. Ehe man denn heimwärts spaziert. Zurück ins Elternhaus.
Dort ist man ein wenig enthemmter, wie man auch zuvor bei einem Auftritt ein klein bißchen hemmungsbefreiter war. Bei einer "Bungabunga"-Ansage, im Angesicht irgendeines Mädchens. Oder sogar das, irgendwo hinfassen zu können. Bei einer. Einer der Mädchenpartie. Oder sie am Ende wo bei ihm, die Seite des Burschen.
Man hat ihn noch, den Spaß. Ist so ein wenig freier. Losgelöster. Bei dem mit dem Alk. Von dem man meint, nicht so viel zu merken. Der jedoch ein Meister ist. Ziemlich ein Meister. Ein großer Meister. Der einen jeden meistern möchte. Widerstände überwinden. Je nach der Menge, die man trinkt, klappt ihm das besser.
Das Zwinkern des Meisters, doch noch mal einmal zuzugreifen. Jederzeit könnt, dürft man für ein Sekündchen zugreifen. Eins denn noch. Bloß ein Pappkarton ist aufzuklappen, den man geöffnet zu sich mit nach Hause gebracht hatte.
Zur Mittagszeit ist man rasch in der Pause rein in den schulnahen Supermarkt. Jungs und Mädels, die sich gegenseitig begleiteten. Auch währenddessen dort die eine oder andere Pappschachtel eingekauft wurde. Mit der Kaufware ist man zur Kasse rangegangen, hat dafür dort das Verlangte bezahlt. Derweil die Verkäuferin zu keinem was Besonderes meinte, als kenne sie das Alter von einem nicht. Daß man sie schon angrient, sobald man bei ihr an die Kasse herangekommen ist. Schließlich kann die Szene die Wiederholungsschiene bestens.
Sie, die das Geld nahm und sonst nach nichts was fragte.
Nun, daß man mit dem Einkauf rauslatschen kann, aus der Supermarktinnenwelt. Solange gezahlt wird, geht einem was klar.
Gegenseitig zeigt man es sich feixend vor. Man packt aus, reicht die ersten kleinen Fläschlein an die im Kreis herum weiter. Männ-, weiblich. Daß man es sich alsbald zutraut, sich gegenseitig neue kleine Ansagen zu machen. Eine, die einen wo anfassen soll, eine, die das auch tatsächlich bei einem tut. So Gelächter allerorten. Man hat sie, Zuschauer. Er wagt denn was, sie, daß was wagt. Ist man nicht klasse, so im flüchtigen Tran? Bald geht noch alles, in der Weise. Selbst wenn man torkelig in den Nachmittagsunterricht kommt. Später ist es auch. Nur, man hat einen Witz auf Lager, auch gegenüber dem betrachtenden Lehrer. Die in der Klasse, die grölen vor Lachen.
Dem Meister Alk ist es ziemlich piepeegal, was für ein Geschlecht jemand hat. Noch viel mehr kann er aus einem machen. Ungeheuer, dieser große Meister. Aus ihm, aus ihr wird was, durch ihn. Jedem ist von dem großen Meister zu einer Karriere zu verhelfen. Seit Ewigkeiten überall bekannt und oft gesehen, wie das mit dem auf der "Karriereleiter" steil für einen kommen kann. Mit ihm, dem Meister Alkohol, ist einem ausgeholfen. Der Meister Alkohol, der verlangt glattweg doch immer mehr von einem. Urplötzlich ist er auch noch jemand, dessen ständige Begleitung man kaum vor der weiten Welt verbergen kann. Obwohl man das längst möchte.
Weil, als wär da was Eigenleben, wie von selbst, der Ärger, der einen mit ihm, dem Meister, mitkommt. Vieles, das da zusammenkommen kann. Nichts mehr davon, das größer lustig wäre. Ein Späßchen.
Fast ist da ein verärgerter Vater, der was von seiner Tochter gehört hat, der urplötzlich rankommt, einen hinten am Kragen gepackt hält, etwas aus dem Gestern. Der und der Schulverweis, der unterschrieben werden mußte, der eintrudelte. Von den Eltern, Erziehungsberechtigten wurd er mit Stirnrunzeln besehen. Bei Ansagen, die man bald ernster zu sehen hatte. Größerer Ernst. Plötzlich ärger, böser als früherdings, wie so Geschichten für einen enden. Das mit der Trinkerei, das zwischendurch eine Dimension annahm. Unvorstellbar. Man trinkt schärfsten Schnaps, flaschenweise, als wäre der reinstes Wasser. Um nicht mehr zuviel bei sich was zu spüren, an sich mitzukriegen, etwas, das Spaß gewesen wäre. Kein bißchen so wie zuvor. Als man noch besser drauf war, lustiger, man den Anschein des Kuhlen, Abgebrühten erweckte. Damit. Damals, als alles noch locker zu nehmen war, für einen. Bei ein, zwei, drei kleinen Fläschchen. Bloß, es änderte sich zwischendurch unbestimmt etwas.
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