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Blog von TeddeMehr

Nicht der Schnellste, Stärkste

16. März 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Ab und zu soll es zwischen Männ- und Weiblein noch knallen. Und das nicht mittenrein in die Visage des anderen.

Obwohl das natürlich weiterhin zur großen Weise des Zweikampfs werden kann. Daß es nach dem kleinen unbeschwerteren Techtelmechtel krachend bei blutigen Nasen endet.

Auch nachdem man so Filmszene sieht, hat man so seine Ideen. Animierte Bildfolgen, wie was ein vorne dicker zulaufender amöbenartiger Körper in eine bestimmte Richtung heizt. Bei anderen, die ebenso ausschauen. Höchstes Tempo sieht man da am Filmbild, irre, übereilte Hast. Jedes einzelne der Dinger - Spermien - möchte das Erste, das Schnellste sein. Zuoberst an sein Ziel gelangen. Fast ohne Rücksicht auf Verluste.

Beste Ellenbogengesellschaft auf der Bildschirmwelt. Der Stärkste, der Schnellste, der Rücksichtsloseste, der, der am besten wegrempeln kann, der gewinnt.

"The fittest of it all" - so ein englisch-amerikanischer Spruch dafür. Oder es ist ein Liedtitel, der in den Gehörgängen klingelt: "The winner takes it all". "Der Sieger, der kriegt alles", so eine krude Übersetzung.

Das ist richtiggehend eine Sichtweise, die in einem festsitzt, bei einem Platz genommen hat. Daß das beinahe nicht zu fassen ist, was es letztens mal als beiläufige Neuigkeit gab.

Da war also so ein Höhepunkt. Mann und Frau waren miteinander zugange. Einstweilen konnte man sich noch küssen und irgendwas derartiges, daß es irgendwo zu einem Erguß kam. Schwer zu sagen hier, wie es dazu kommt, daß das geschieht.

Es ist also diese Szene in der Übersicht. Nur, daß da  einem plötzlich ganz was anderes mitgeteilt wird, über das, das am Ende vielleicht ein Ergebnis wäre. Von so Samen-Kundlern und -Forschungsreisenden berichtet, die sich um diese Angelegenheiten aus Wissenschaftlersicht kümmern.

Da heißt die Schlußfolgerung, zu der man nach einem Textaufkommen kommen konnte, denn ein wenig anders. Es ist die Mitteilung eines leicht abgeänderten Charakters.

Erst mal ist alles wie eh und je. Es ist passiert, hatte Ereignis. So Körperchen, die schwimmen geschwind voran. Der eine Bestimmungsort, der gerät in die Sicht. Bloß, daß da wer - männlich, weiblich, das bleibt jedem selber überlassen, wie er, sie, es das sehen möchte - an Fahrt verliert. Obwohl da was zuerst wo hinkommen könnte, wird auf die Bremse gestiegen. Erster zu sein, das gilt scheinbar nicht. So kurz vor dem Erreichen des Zielorts sieht man eine einzige Spermie, die urplötzlich vorne heran- und vorgeschwommen kommt. Überholt wird tatsächlich. Die ganzen anderen, die vorüberlassen. Ganz einwandfrei. Als hätte man sich irgendwie längst auf die eine geeinigt. Darauf, daß die es sein soll. Jetzt war sie eben ein Sekündchen verspätet dran, aber das hatte nicht das bißchen was zu besagen.

Also, fast als herrsche da wo dort Demokratie oder so was vor, wo man es nicht vermutet. Als ob es eine Abstimmung gegeben hätte, einen Mehrheitsbeschluß. Eine Einigung untereinander. Jemand anders, jeder bei den vielen Samenfäden, trat denn in den Hintergrund zurück.

Ohne sonst was eines größeren Kummers, eines Problems fährt die eine Spermie rein, gelangt an den Ort der Bestimmung. Und vom Rest erfährt nie wieder wer was. Außer es kommt zufällgi mal zu Zwillingsgeburten, so was.

Unfaßlich, wenn man das Obige gelesen hat. Wie die von der Wissenschaftsfront das einem so erklärt haben, wie die Verhältnisse da so ungefähr sein sollen. Bei den Spermien. Nicht viel mit "Ellenbogen", sich überhastendem Geremple. Bis wer an erster Stelle angelangt ist.

Nicht der zuerst Eingetroffene gewinnt die Exklusivpassage. Sondern irgend jemand Bestimmtes. Jemand Vorgesehenes. Auf den ein Momentchen gewartet wird. Als würde man wo an einen Thron herangelassen, dürfte auf ihm Platz nehmen, während unzählige drumherum dastehen, den Geschehnissen zusehen. Ansprüche erhebt keiner mehr. Eher Applaus, daß sie einem schenken, hockt man auf seinem Thronsitz herum.

He, das ist eine ganz grundsätzlich andere Sichtweise, oder?

Dann wär ich hier ja fast ein Auserwählter. Mir war es quasi im vornehinein gegeben, das eine Rennen zu machen, das in dem Sinne gar kein Rennen war. So bei einem Wettbewerb ausgefahren wurd das nicht von mir. Bei den Übrigen. Die Tatsache, daß ich am Leben und hiersein darf.

Wie es jedem anderen, der das hier liest, denn ebenfalls irgendwie möglich gemacht wurde, daß er, sie, es zu einer Bestimmung wurde. Jemand, dem gegeben wurde, sein Glück versuchen zu dürfen. Sich mit sich zu entfalten. Die verschiedenen Entwicklungsstufen zu durchlaufen. Zu einem Embryo zu werden. Bis zu dem einen Zeitpunkt, dem der Geburt.

Witzig, nicht? Was das aussagt. Übereilen mußte ich es nicht. Allerhöchstens ankommen. Wäre ich nicht angekommen, hätte jemand anderes meinen Platz jetzt eingenommen.

Vielleicht wäre da der Ort mit diesen Textzeilen hier total abgängig. Dafür hätte was woanders seine Stelle. Weil schließlich jeder nicht überall sein kann. Das nebendran hätte eine anderweitige Geschichte gehabt, männ-, weiblich.

Ist das nicht ein spaßiger Unterschied? Ich, du - wir waren faktisch die Nummer eins. Oder so. Von einer Mehrheit ausgesucht, bei den vielen "kopfnickend" auf einen "hingezeigt". Das war er, der Beschluß. Der Rest, der in den Hintergrund trat.

Nicht der erste Rang eines Rennens, der entschieden hätte. Keine "atemlose" Übereilung, kein Wegrempeln eines anderen, so was. Sondern ... Viele, die sich auf einen einzigen einigten. Ich mußte am Ende nur mittendrinnen "mitschwimmen". Hingewartet wurde, bis ich ...

 

 

 

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