Kein langes Abstreiten, Leugnen mehr, sondern das Zugeben, daß ...
Manch alte Zeit, sie läßt einfach nicht los. Kein Mensch weiß direkt, warum. Warum da einzelne so was denken, meinen, nicht abkommen zu können oder darauf zurückkommen zu müssen
Weswegen sie dergleichen verbreiten, das sich ohne größere Umschweife auf so eine Epoche, Ära bezieht. So jene Tage vor Adenauer, Erhard. Als doch Verhältnisse, Zustände in einer Weise waren, daß Worte wie "Elend", "Tristesse" nicht hinreichen, dieses Hinterletzte zu beschreiben. Allerhöchstens einen kurzen Moment braucht man dafür, nachzusehen, was da mal war. Was einem da, als DAS vor Adenauer, Erhard zum Vorschein kommt. Na ja, die Entnazifizierungsprogramme der Alliierten, mit denen könnte man richtig noch ein bißchen was anfangen. Sie für die heutige Gegenwartszeit umformulieren, novellieren. Sie sozusagen auf den neuesten Stand bringen.
Was sich da wohl in Köpfen verklärt, daß man so was positiv besehen möchte, so irgendwas zwischen '33 und '45?
Andererseits: Es könnt das, das in diesen Gegenwartstagen des Aprils des Jahres '19 nach dem Millenium aufscheint, als eine Art Beweis genommen werden. Daß einem das, das so glasklar, ungehemmt, auf das Altvordere verweist, doch auch mit die Wahrheit des Altvorderen zum Vorschein bringt. Das von Leuten hartnäckiger Abgestrittene, Verleugnete.
Daß man das gar nicht mehr länger bestreiten will. Sondern freimütig zugibt, in dem Sinne sich präsentiert. Sich als jemand herzeigt, der selber dieses früheren Wesens ist. Dessen Erbe, Erbschaft wirklich für sich angenommen hat.
Schließlich sind SIE sonst immer große Abstreiter, Verleugner von vergangenenen Begebenheit. Oftmals groß im Erklären, so Ereignisse, es hätte sie keineswegs in der Weise gegeben. Irgendwer wolle da böswillig wem was, dergleichen zu behaupten. Alles bei weitem nicht so schlimm, arg gewesen, das zwischen '33 und '45 getrieben wurde.
Und nun ...
Und nun bilden sie DAS höchstselber noch ab. Als könnte keiner das wahrnehmen. Als dürften sie sich dieses freimütige Geständnis ohne Umschweife erlauben. Zugeben, daß ... "Ja, klar so war das mal. So haben WIR das gemacht. Nicht viel anders würden WIR es noch mal tun, machen."
Tja, hörst du die Stimme, die dir sagt? Unter anderem DAS bei einem Schmuddelgedicht dir zum Ausdruck bringt. Per Druckerware. Schmuddeliges, wie es einer nur verfassen kann. Der vorgibt, anschwappendes Brackwasser, das wäre unbesorgt trinkbar.
Anscheinend ist man der Meinung, damit größer nichts mehr zu verlieren zu haben. Als befände man sich lange mitten unter seinen besten Freunden. Fühle sich wohl, gesicherter am Platz. Alles nicht zu teuer, man würde mit seinen Meinungen, Ansichten schon nicht haltlos werden. Trotz eines "Rattengedichts" und so. Verteilt an obskurem Ort, der eigentlich nichts dafür kann, daß dort mal einer geboren wurde, die Wiege hatte. Längst hielt er sich woanders auf, als alles richtig mit IHM anfing. Nachdem damals eine ganze Völkerschar schon taub geworden war. Irgendeiner seltsamen Betäubung unterlag man. Einem Mehltau, der auf der Landschaft lag. Tatsächlich, so einen im Flugzeug reisenden Wahlkämpfer mit "Tramp"-Breitbärtchen, den empfand man als wählbar. Freihändig kreuzte man im Jahr '33 was in der Wahlkabine an, unfaßbar was. Als könnte man die eigene Muttersprache nicht verstehen, mit der einem auf Deutsch Kleinigkeiten angesagt wurden.
Dieser eine, der eine mit dem Imitationsbreitbärtchen, früher auch so einer, der hauptsächlich dergleichen Zeugs las. So was wie dieses eine "Rattengedicht". Darin fand er geradezu seine Bestimmung. So Schmuddel-Texte von weit unter drunter, die nahm er derart für bare Münze, daß er alles daran setzte, da was zur Realität werden zu lassen.
Das von wahren "Haßpredigern", die ihre Blasiertheit, das Bornierte an sich gerne beim "Nationalen" abbildeten. Vor allem "rechts-national". All diese Vorurteile und das Plumpe, Oberflächliche, wofür man sich vielleicht später schämt, weil man bei jemandem in der Nachbarschaft dergleichen so freiweg, überdeutlich dahergeredet hat. Weil man doch noch was davon mitkriegte, wie der andere unvermittelt den Kopf schief legte. Dabei hatte man immer Wert darauf gelegt, daß man Latein in der Schule hatte. "Lateiner" war man.
"Lateiner" waren sie, jene Textzeilenverfasser. Mitunter Professoren, Schullehrer, verbeamtete Gestalten. Insbesondere auch als "Lateiner", daß sie sich als "Schreiberlinge" bei Friedrich Nietzsche im Haus einfanden. SIE, die sich am Ruhm Nietzsches nähren, säugen wollten. Von Nietzsche, daß sie wähnten, Nietzsche, er wäre doch im Grunde einer der IHREN. Auch kein anderer wie SIE. Nur zufällig zu größerem Ruhm gekommen, ein wenig raus ins Weltweite.
Nun, manchmal verlor Nietzsche die Geduld. Reichten Nietzsche ihre Nasen. Er warf sie mit Schimpf und Schande raus aus seinem Haus, nachdem er es ihnen spöttisch sagte, was er von ihnen hielt. Mitten beim Rauchen der allerbesten Zigarre, mit dem Cognac-Schwenker in der Hand, daß sie die Mitteilung kriegten. Mit Gläsern, ganzen Flaschen, Zigarrenkisten bewarf Nietzsche sie, zusätzlich zu seinen derbsten Schimpfworten, daß sie aus den Plüschsesseln zu hüpfen hatten, einer Räumlichkeit flohen ...
Wäre ihnen die Schwester Nietzsches nicht ewig händeringend, dickste Tränen in den Augen, hinterhergelaufen, sie wären Nietzsche sicherlich beleidigt geblieben. Daß Nietzsche und sein Werk heute besser angesehen wäre. Nicht mit dem Schmutz von JENEN besudelt, die ... So aber ... Die Schwester, die das Schriftstellerwerk ihres Bruders übernahm, als der nach schlimmem Siechtum denn verstarb. Nur, das ist sicherlich eine andere Geschichte.
Einzig und alleine, es beweist eins, ihre lange Historie. Die von IHNEN. Die Nietzsche "Schmierfinken" und Ärgeres nannte. Diejenigen, obwohl sie heute eigentlich keiner mehr sonderlich kennt. Diese Bestimmten, sie haben anscheinend trotzdem im Gegenwartsheute ihre Wieder- und Nachgänger. Die Oden zu verfassen in der Lage sind. Mit dem Niedrigsten.
Womit sie doch eigentlich eingestehen, bei dem, was sie textlich absondern, wie das früherdings doch mal war. Daß da eine Geschichte der Wahrheit entspricht, nicht gelogen ist. Daß ihr ganzes Abstreiten und die Geschichtsklitterung, all das also zu dem gehört, das man als verlogen betrachten sollte. Geradezu entlarvt man sich als der Lügenbold, der man ist.
-----