Tabubrecher für was
Es wurd mir was anteilig gemacht, auseinandergesetzt: daß es da Tabubrecher gibt. Gaukelige Tabubrecher. Obwohl alles der schweren Last weiter erkennbar ist. So trübe ist das Gewässer noch gar nicht mal.
So zum Beispiel in der itaienischen Europaregion. Dort wird ebenfalls das Europaparlament gewählt. Und Leute wollen sich da wählen lassen, für das europäische Parlament. Manch solche, die sich anscheinend fast nicht mehr einkriegen können, momentan, Mai des Jahres '19 nach dem Millenium. Aus dem Italienischen, daß von dem her was in die weite Welt rein schallt. Die Geschichte dreht sich um so Typen, solche, wie von altersher, aber mit frischer Gegenwartslarve ausgestattet. So gewisse Tabus, die es am Gesellschaftshorizont, auch schon wieder über längere Jahrzehnte hinweg gibt, wollen sie brechen. Ganz einwandfrei, daß sie damit vor Volk Auftritt haben. Augenzwinkernd, traut treten sie vor eine Menschenmenge hin. Gehaben sich so, als wäre das was, das, daß SIE jene nun gleichfalls ältergewordenen Tabus brechen. Ausgerechnet JENE sind ihnen groß, ein Anliegen. Mit denen kommen sie rum, zeigen sich her, gehaben sie sich. Scheint neuerdings wieder hinhauen zu können, DAS. Ohne daß einem deswegen irgendwas größer geschieht. Keine Polizei weit und breit, niemand scheint's da, der sich empören möchte. Keiner johlt abwinkend, pfeift. Ohnehin: Sollte es doch noch mal wo Ärger geben, zahlt DAS die eigene Partei aus der Portokasse. So kostspielig ist das nicht für sie. Viel kostspieliger wäre es, Wählerschaft zu verlieren. Danach schaut es allerdings im Heutigen weit und breit nicht aus. Vielmehr hat man noch einen Stimmenzugewinn aus dem eigenen Treiben. Obwohl was widerwärtig, hinterkünftig, trügerisch ist, bei einem. Schließlich ist es offenkundig DAS, das man sich herausnimmt. Mit jeder Geste jedem andeutet.
Etwa stellt sich die europäisch italienische Regionalität einer auf einen Balkon. Erst mal noch jemand, wie so einer dieser Dreißiger-Jahre-Augenzwinkerer der Neuzeit. Der jedoch noch zu jeder Menge Eigenentwicklung fähig wäre, in der Hinsicht dessen, was man zuletzt größer in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts sah. Vielleicht, er einer, wenn man IHN mal "nett" drum bittet, daß ER ... Ob man IHN dann jedoch auch als "Duce" anreden dürfte? Bei dem, was dieses Wort - "Duce" - weltweit für eine Bedeutung hätte. Oder, ob er als Despot nicht eher zivil bliebe? Daß dieser eine Tabubruch doch noch in eine schwierigere Lage versetzt, wenn man auf der Welt noch ...
Nun ist er noch nur ein Wahlkämpfer für die eine von ihm angeführte eher politisch rechtsraus drehende Partei. Als so jemand bricht er in der italienischen Regionalität durchaus unerhörte Tabus. Etwa betritt er den einen Balkon, spricht von ihm noch runter, als so eine Art Politiker, von dem aus es in früheren Tagen der "Duce" mal liebte, wild gestikulierend, gebieterisch herunterzuplärren. In der Gegenwart nimmt er diesen über Jahre von jedem verpönten Balkonplatz ein, hält von dort aus seine Politikerrede. Bricht damit jede ungeschriebene Regel. Viele seiner Anhänger, die regelrecht seufzend darauf gewartet haben. Daß er das angesichts von IHNEN verwirklicht, sich jenen Tabubruch aneignete. Das, das einem in gerader Linie mit was dieses Altvorderen und jemanden wie dem "Duce" in Zusammenhang bringt. Nun hat ER sich wirklich DORT blicken lassen, als wolle er sich beim "Duce" einreihen.
Mit beinahe fiebrigem Glanz in den Augen sollen so einige SEINER Anhängerschaft zu ihm heraufgeglotzt haben. Mit einem Augenaufschlag, als wäre ER mit so was irgendso ein Heilsbringer. Als hätten SIE mit IHM tatsächlich einen bekommen, einen abgekriegt. Einen, auf den SIE gewartet haben. Einer, der nebenher noch irgendwie "menscheln" möchte, indem ER sich nicht so gutaussehend und so nennt. Obwohl das kaum irgendwo der eine Punkt sein kann bei einem wie IHM. Gutes, schlechteres Äußeres. ER, der dann wie leutselig zwischen sie reingeht. Bilder mit ihm an der Seite können SIE abkriegen, für sich selber spontan mit hochgerecktem Kommunikationsgerät schießen. Womit er sicher was Zusätzliches für seinen Wahlkampf tut. Indem sich welche da als seine Anhänger beweisen. Bei dem Hintergrund, wenn DIE das so zweifelsfrei freimütig für sich unternehmen. Sie sich mit so was und so einem vorzeigen, als wäre man irgendwas Anständiges. Schließlich, auch noch wo Familie, Freunde haben sie, welche, die IHNEN wo folgen. In sozialen Netzwerken. Von daher, wenn sich jemand als Anhänger von ihm und seinem Parteiwesen gegenüber der Umwelt preisgibt, daß auch bei anderen die Hemmungschwelle bald fallen könnte. Die Bedenken, angesichts von einem wie IHM kleiner werden. Zumindest im insgeheimen könnten IHN welche schon mal wählen. Wenn sie überhaupt noch den Wunsch haben, was von sich vor der Umgebung zu verbergen.
DAS ist demnach ein Tabubrecher, der hier Besprochene eine. Das, woran ehemals die Jahre keiner großartig dachte, um nicht zu rasch mit schlechten, schädlichen Worten bedacht zu werden. Das, was aus dem heraus früherdings kaum einer größer für sich wagen wollte, das wagt ER. Damit präsentiert er sich Leuten, die heutzutage auch nur grienend zu einem wie ihm raufglotzen und applaudieren. Weit und breit keine schlimmen Pfiffe, Wutgeschrei bei so was, was ER auch noch vor einer größeren Menge an Leuten an Gestrigem und Vorurteilsbeladenem daherredet. Von der Redekanzel und jetzt auch noch mit Direktbezug vom altbekannten "Duce"-Balkon runter. Weit und breit keine Behörden mehr. Nichts einer Polizei, die IHN und die SEINEN vom Balkonvorbau runterholte. Polizei war durchaus vor Ort. Die Polizei, die bewachte seine Anhängerschaft, schaute darauf, daß es der gutging, es zu keinen besonderen Vorkommnissen kam. Außerdem stand droben einer, einer im Ministerrang ...Zuständig für das Polizeiwesen.
Haha! Klasse, nicht?
Frage, bei der italienischen Lockerheit, die ich hier erwähne: Werde ich mich demnächst auch so aufgeheitert locker präsentieren? Werde ich mich in dem Sinne ändern? Was anderes ansagen als ehedem? Eventuell auch mal so "Tabus" noch brechen? Wie der EINE sie in der Europaregion Italien großspurig, herablassend grinsend brach? Werde ich mich etwa wo auf einer Abbildung plötzlich zeigen, wie ich so einen Arm hochrecke? Muß man sehen, könnt mich ja rausreden wollen. Absondern, die Legionäre im alten Rom, die grüßten mitunter so. Zum olypischen Gruß brachte es das Armehochrecken auch schon mal. Andere Armseite. Haben die Nazis einfach kurz für sich übernommen, bei einem simplen Seitenwechsel des hochgereckten Arms. Oder werde ich so ein altägyptisches Glückssymbol wo hinmalen? Dem, der sich dann drüber aufregt, sich über mich empört, erzählen, das ist doch das "Ägyptische", bei den Nationalsozialisten was das spiegelverkehrt auf der Flagge. Das heißt, ich könnt vieles ganz freiweg abstreiten, wäre ich nicht von Freunden umstanden.
Möchte ich mich allerdings als wen entdecken lassen, der diese Art Tabus brechen will? Bei diesen uralten Symbolen rechtslastiger, feindseliger Profanpolitik? Geradewegs bei diesem vorurteilsbeladenen Altertumshorizont? Bloß eben im Heute, nicht? Das Gestrige im Zeitalter des internationalen Netzes.
Diese politisch rechten Tabubrüche, ob ich mich bei so was entdecken lasse? Klar, Gedanken muß man sich darum schon machen. Bei jedem. Bloß, ob ich da plötzlich mitmache, mich da demnächst als einen solchen "Tabubrecher" präsentiere? Weil dort scheinbar beim tristesten Tristen "Tabus" noch zu brechen wären? Daß Leute sich total zu Recht über einen aufregen. Oder auch lange nicht mehr. Wie manches der italienischen Europaregion beweist. Daß es viel zu viele schon wieder gäbe, die einem bei was von unterdrunter mit Freundlichkeit ankämen. Mit Schulterklopfen. Allen möglichen Ver- und Zutraulichkeiten. Als wäre man plötzlich einer, ganz nach dem Gusto von IHNEN.
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