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Blog von TeddeMehr

Die Ränder sind unmittelbar

3. September 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Viele sehen große Abstände, gewaltige Distanzen, von der linken nach der rechten Seite.

Ist aber nicht so!

Verbindet man die Enden der geraden Linienführung miteinander, dann trifft sich das Links- und das Rechtsraus ganz unmittelbar. Im Kreis. Dort wird aus scheinbar unendlichen Weiten zueinander geradezu ein schlapper Katzensprung. Praktisch ein Drüberklettern über den Zaun in den Garten des Nachbarn nebenan.

Hört man von dem her irgendwelchey Gegröle, eine Lacherei, als ging es wo lustig zu, kann da einer schon auf die Idee kommen, dort in der Gegend, nach drüben rüberzurufen, was denn so spaßig wäre. Oder, am Ende, selber noch eine Sekunde daherkommen. Um Freude abzukriegen, Schläge auf die Schulter; ein Getränk vor die Nase, es sich zu greifen. Neue "Freunde" könnte man haben, bei denen man sich wiederholt. Bis man ständig zu IHNEN hinfindet.

Zur nächsten Schlägerei muß es dcoh echt nicht kommen. Man könnte sich gut längst gegenseitig öfters mal besucht haben. Dabei hat man das Bier des anderen getrunken, obwohl man sonst immer meinte, das Gesöff derer nebenan würd einem nicht schmecken. 

Wird wohl nicht anders sein. Ein unbekömmliches Gesöff. Gewiß das eine Geheimnis: Jedes Bierchen wirkt. Trinkt man ein bißchen mehr, sorgt die Menge dafür, daß man am Ende nicht mehr mitkriegt, wie eine Biermarke am Gaumen Abgang hat. Betrunkener wird man von jedem Alkoholgetränk, von dem man ein paar Flaschen, Gläser über das Maß hinaus erwischt.

Daran muß nichts scheitern, daß man dies und das zuvor verpönt hatte. Wie diese und jene Schubsereien nicht solche Rempeleien sein müssen, daß man sich sofort den Schädel einhaut.

Im Grunde kann man bei so was ebensogut eine Überraschung erleben, kommt man wohin und gewahrt unvermittelt, wer da traut beisammen hockt, sich zuprostet. Politisch zuspitzen müssen sich keine Unterhaltungen, man kann miteinader ganz moderat bleiben. Zeitweilig die Gegenseite mit Freundlichkeit überwältigen.

Man hat wirklich so vieles, was miteinander verbindet. Beguckt man sich Sachverhalte eines Links- und Rechtsraus mal näher. Eingehender. Für so den Nazi, der in der Sowjet-Zone zu sich kam, könnt das der "DDR" dort eine regelrechte Bewußtseinserweiterung geworden. Nachdem er kurz mitkriegte, daß der "Russe" sich beruhigte. Als er überblickte, wie wenig sich das kommunistische System der "DDR" eigenlich von was im "Nationalsozialismus" unterschied. Von so Verhaltensweisen der "Parteiführung" und den Begebenheiten, wie man mit der Bevölkerung hauptsächlich umging. Eben, als die Russen moderater wurden, ab dem Zeitpunkt gestaltete sich die Welt auch immer erträglicher für manche, die ... Womöglich, daß einige sich nur noch der "Kommunisten"-Sprech draufzuschaffen hatten. Diesen "Slang" des "Kommunisten", den man sich anlernen muß. Daß das seine Sorgen und Problemchen bereitete. Aber sonst? Viel Militanz beherrschte den "Sozialisten"-Staat der DDR. Der aggressive Tonfall, gegenüber diverser Nachbarschaft, besonders der der westlichen Länder. Da wurde etwas an den Tag gelegt. Der drohende Unterton beim "Sowjet" an der Seite. Der "kalte Krieg" herrschte über die Szene. Das "West" gegen "Ost", das. In dem Sinne erklärte man sich die Gegenwart.

Auch für die Kinder, das mochten wahrscheinlich einige nicht fassen, die noch besser mit dem "Nazi"-Faschismus vertraut waren. Für die Kleinen, Jugendlichen wandelte sich in der "DDR" im Gegensatz zum "Nationalsozialismus" herzlich wenig. So das Soldatentum hatten die Schüler in der "DDR" sogar in der Schule am Stundenplan. Man übte sich an Pappschachtelpanzern, mit Holzgewehren und all dem, hatte zu tun mit dem Exerzieren. Eine Szene, bei der beim Älteren der Gedanke an die "HJ" oder den "BdM" aufkommen konnte. Die Erinnerung, wie die "HJ" und der "BdM" ihre "Geschäfte" betrieben. Nur ein einziger Unterschied: daß das Zeug der "HJ" und des "BdM" in der DDR anders hieß. Rudimentär nur im "Slang" unterschiedlich. Die Worte, die man absonderte. Die Feindbilder, die zu "DDR"-Zeit klargingen: der "Westen".

Viele Massenveranstaltungen kann man entdecken, kriegt man mal ältere Filmchen aus DDR-Tagen per Monitor zu sehen. Mädels, Jungs, die stadionweit nahe aneinander gleichgeschaltet, roboterartig dieselben Turnübungen vollführen. Wie derartiges beispielsweise auch bei den "Nationalsozialistischen" die Tage durch ähnlich war. Auch dort hatte man es schon mit so was. Mit dem Hordenturnen. Mit dabei beim Zubehör bei den Parteiumzügen und jenen Sachen. Die "Nazis", die liebten es im Schein von grell lodernden Fackeln, von denen die Funken nur so wegspritzen sollten.

Wirklich, wer sich im "Sprech" der DDR zurechtfand, der konnte es zu was bringen, in der DDR. Und, ob man in der einen Partei der Nationalsozialisten war, nach dem wurde nebenher irgendwann von den Sowjets nicht mehr sonderlich gefragt. Daß für manche die Verhältnisse fast wie früherdings wurden, in der "DDR". Verlorengegangen war der Krieg für sie zwar schon. Aber, solange sie das Alte verbargen, nicht zu deutlich mit dem von früher anfingen, konnte selbst aus dem besten Nazi von ehedem noch was werden, In der "DDR". Im "kommunistischen" System". "Links" in der Verortung. Nebenher bei denen aus der Sowjetunion. Deren Soldatenwesen man als "DDR-Bürger" bewundern konnte. Die Stechschrittausbildung der "Sowjets". Ihre Panzerfahrzeuge, Fluggeräte und all das. Das war immer ziemlich modern und so, nicht schlechter wie im Westen. Und man selber war an dem und dem Waffenträgerauftritt irgednwann immer mitbeteiligt, als DDR-Soldat. Jedes Jahr mit unterwegs bei den waffenstarrenden Umzügen. Woanders feierte man alljährlich Karneval, Fasching, rief "Helau". Bei den Russen schritt man mit denen der Sowjetarmee im Stechschritt in Paradeuniform daher, hielt sich an Gewehren fest. Das glänzende stählerne Bajonett drangesteckt.

Ein klein wenig anders hatte man es schon als die im Westen. Der "Faschismus", der ging denen in der "DDR" im Grunde nicht weg. Er war in der Tonart nur ein linksorientierter. Am künstlich aufgesetzten "Kommunisten-Sprech". Konnte man den schließlich, dann ... Was die ehedem sich noch am leichtesten anlernten, die zu jenen Tagen nach dem zweiten Weltkrieg Kinder waren.

Das muß man schon verstehen, wundert man sich irgendwie in heutiger Zeit über Leute, aus denen blitzartig aus einem politisch Linken ein Rechter wird. An den Rändern ist man sich im geschlossenen Kreis sehr nah. Am Rand wird das Rot zur Bräune. Aus Schwarzem, Braunem kann was Rotes werden. Im Nu. Ratzfatz. Wenn man nur ein Momentchen nach drüben hinüberzutreten hat. Was da bei den Wählern der "Links-Partei" zu geschehen scheint, die sich urplötzlich als Rechtsrauswähler gewahren lassen. Sich als so was darbieten, preisgeben. Wie es Jahr '19-Realität ist. Jahr '19 nach dem Millenium.

 

 

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