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Blog von TeddeMehr

Kurz rübergehüpft

2. September 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Pst!

"Sssch!"

Besser nicht weitersagen: Man hat's nicht weit.

Es ist eher die Art Entfernung beim Nachbarn überm Gartenzaun drüber.

So sollt sich's selbst der Naivste, Einfältigste noch zu Bewußtsein bringen. Daß die Strecke da nicht weiter ist.

Keine ewigen Meilen, ein paar Meterchen. Als Entfernung.

Die SIE glattweg genommen haben müssen, DIE, die einer "Links-Partei" zu einem satten Minus von acht Prozentpunkten verhalfen. Dort, im Osten, wo die Dunkelwelt ...

Das heißt, es ist natürlich schon was ein klein wenig ein Unterschied, wenn man die im Demokratischen relativ vernünftige "Links-Partei" nicht weiterhin wählen mag - dafür kurz nach woandershin drüberwärts in eine Anlage reinhüpft. Dabei an nichts weiter sich stört. Ein Befremden, eher weniger. Egal, wo man mit den Füßen oder so drinnen rumsteht, was man in deutscher Sprache auf die Ohren kriegt. Wie Verschiedenes eben Ordniärmief hat und so. Scheinbar das Gespür dafür abhandengekommen. Dahingehend hat sich was bei einem abgespielt.

Über das nicht allzu hohe Lattenzäunchen, früher wenig beachtet, wie niedrig und wurmstichig da manches am Zäunlein war, wie es lose weghing, abstand. So frei hatte man die Strecke trotzdem nie gesehen, ehedem. Nicht im Überblick gehabt, daß alles keinerlei Problem für einen wäre. In der Gegenwart, daß man es durchweg dergestalt betrachtet: Alles locker DORT.

Braune, schwarze Haufen, zwar widerlich. Das Hinterletzte. Als man sie noch erkennen konnte, nichts ertragen wollte, sich nichts vor das dauerrümpfige Näslein hielt. Da sich die Nasenlöcher noch nicht präparierte. Oder alles die Gewöhnung für einen nahm.

So ostwärts, das der kurzen Distanz, vormals, daß man die nicht erkannte, drüberweg sah. Oder: das nicht für ernst nahm. Alles anders wähnte. Nicht das, daß so sorg- und problemlos, in einer Sekunde rüberzumachen wäre, von links- nach rechtsraus. Viel zu lange auch das jetzt her, auch das eine Begebenheit, was von vor schnöden Jahrzehnten. Auch da wurd's welchen schon unvermutet einfach. Das Rübermachen, der Seitenwechsel jener historischen Tage. Aus der Tiefenbräune des nationalsoziaistischen Gemüts hin nach dieser "Kommunisten"-Szene. Auch nicht so unbedingt schwieriger, ferner. Es war, von dorther kommend - aus der tiefsten, unsäglichsten Blutsudelei der einen "Bräune" - auch beinahe in einer Sekunde von "rechts nach "links" rüberzuklettern. Die einzige Sorge bereitete eigentlich nur der kommunistische "Slang", der "Kommunismus"-Sprech. Den man sich als neuen "Linken" umständlich draufzuschaffen hatte. Während jener Vergangenheitstage, als DIE dieser Ostregion, als sowjetische Besatzung war, noch nicht mal die Mauer in Planung hatten.

Wirklich: Diese eine linke Partei, die besonders östlich trotzkopfmäßig in einem satten Übermaß gewählt wurde, in der Demokratie derart beruhigt, daß da Leute, Teil jenes Parteiwesens, davon schwatzten, man sollte lieber Panzer zu Pflügen umschweißen. Als wäre man eine "Friedenspartei", dergestalt stellte man sich ab und an im Demokratischen vor. Voll entgegengesetzt zu der einen grobschlächtigen Militanz, die an den Tag gelegt wurde, als da noch die "DDR" ein Regime entfaltete. Bei "StaSi" und all dem, dem hinter dem hochgezogenem Mauerwerk, zusätzlich geschützt von Stacheldraht, Maschinepistolenträgern und Selbstschußanlagen. In der vormaligen "DDR" der staatstragenden kommunistischen Linken, daß für die Schüler die "Wehrsportübungen" der "Nazis" auf dem Stundenplan blieben. Zu den Zeltlagern für Jungs und Mädels bei viel Stechschritt und sonstwie soldatische Übungen dazu, all dem, das mitunter ziemlich an die "HJ" erinnern konnte. An den "BdM". In der "DDR" blieben die "HJ" und der "BdM" ein vertrautes Bild, nannte und kleidete man sich lediglich ein klein bißchen anders.

Was wunder also, daß, nachdem dort im Osten jüngst so viel Lachen drüben aus der Gartenanlage derer mit der kloakigen Bräunung aufklang, daß man aus dem Linksraus- unmittelbar nach Rechtsraus rübersteigen konnte. Von erst mal freundlich bleibenden Schulterklopfern ließ man sich in Empfang nehmen, ein Bier rüberschieben. Eins, wie man es bei sich eigentlich auch hatte, wie alles mögliche sonst auch. Bier ist am Ende Bier, nicht? Auch wenn man die Biermarke der anderen früher nie getrunken hatte. Weil sie einem nicht schmeckte. Wie einem das Grillgut drübenher auch kalt, gleichgültig ließ. Wäre man nie auf die Idee gekommen, das eigene Grillgestell für das nebendran außen vor zu lassen. Das war einem "braunes Gesocks", als man rüberguckte.

So ändern sich scheinbar die Zeiten. Jetzt nicht mehr, ewig trotzig, die "Links-Partei". So die, aus der "SED" geboren. Bei denen man sich weiterhin wohlfühlte, in den östlichen Regionen. Neuerdings hat man jeden sonstigen Horizont noch vergessen, ist von dem her nach ganz woanders hingeraten. Nach Rechtraus. An den Geruch hat man sich alltagsgewohnt, läßt es bei sich braun stinken. Staatstragend möcht man was scheint's, so üblich ist einem da was geworden.

Das, was da ganz "alternativ" ans Näschen drängelt. Kein "Links-", sondern ein unsägliches "Rechtsraus". Hübsch ein Dampf. Auch bei dem mit dem "Andersdenkenden" von dort, bei dem man jetzt freiweg mit an Bord gegangen scheint. Am Faschistendampfer lehnt man sich an die Reling. Grölt mit dem öffentlich. Voll grinsend, daß man sich auf diesem Kahn vorzeigt.

War wohl welchen viel zu bieder-anständig geworden, die frühere "Links-Partei". Die mit der "Friedenstaube" und so, mit DEM bei den demokratischen Parteien rumhängend. Statt den "Harmlostuer" wählt der "Ostling" die einen einer "neuen Partei", eine mit dem Schmuckwort "Alternative".

Schwer zu sagen, wie sich immer was so parfümieren kann, so im Osten. Bei den ewiglichen "neuen Bundesländern". Jedenfalls dräut es dort, das schreckliche Dunkel. Ist keine "Fantasy".

 

 

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