Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

Kein Glaube mehr, Wissen

2. Oktober 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Doch das eine im Grundsatz festzuhalten: Alles so irre ferne von einem. Überdies: Im Grunde alles kaum mehr wahr. Tiefste Vergangenheit. Eine Abbildung von irgendwas Unbestimmtem aus dem Gestern. Am Universumshorizont.

Alles vollkommen unnütz für einen, das meiste am Sternenguckerhimmel. Eher was für den Müßiggänger und dessen Langeweile. Ab einem gewissen Zeitpunkt auch beim Begriff "Interesselosigkeit", was der gelangweilteren Blicke.

Schizo, die Sternenguckerei. Dabei durchaus ein angenehmer Beruf. Bei Einkunftsmöglichkeiten, nicht von schlechten Eltern. Dafür kann man schon in einem gehobenen Maßstab ein desinteressierteres Gähnen an den Tag legen. Und abwinken, wenn irgendwas nicht juckt, weil jede irdische Religion wichtiger ist, als die Begebenheiten im Weltall.

Bei dem einen Wesentlichen: bei Mann beziehungsweise Frau oder Gleichgeschlechtlichem als Partner daheim, den Kindern, den Haustieren, Haus und Hof. Dort ist manches mehr an Spannung. Dafür benötigt man das Monetäre regelmäßig. Ist es gewohnt. Nur die "Science fiction" vorm Fernsehgerät, die stört ab und an. Die findet man kaum erträglich. Die Gänsehaut mitunter, wenn was mal bei einer Serie besser verfertigt wurde. Schwer auszuhalten was, öfters. Bei einer Irritation: daß man "Supererden" tatsächlich lediglich elf bis fünfzehn Lichtjahre entfernt hat. Reale Sonnen, keine dieser Sonnenleichen im selben Lichtjahreabstand. Jeder Planet in einhundert Lichtjahren Entfernung ist einem aber lieber. Da bleibt die Langeweile, auch offiziell. Niemand muß sich wo aufregen.

Letztens war wieder was Lieblosigkeit, Unwilligkeit am irdischen Wissenschaftlerhimmel zu bemerken: so ein fast willkürlich zusammengestelltes Sammelsurium von zweihundertfünfzig Galaxien. Ein unmotiviertes Machwerk, das der Weltöffentlichkeit jüngst mit einigem Tamtam präsentiert wurde. Verschiedene Galaxien aus den unterschiedlichsten Universums-Zeitaltern. "Galaxien" - Schwarze Löcher mit ihrer Verpflegung aus der hauseigenen "Suppen-", "Hexenküche" im Umkreis um sich rum.

Galaxien, die trotzdem nicht so verschieden voneinander wirkten. Wüßte man nicht über die Ansage Bescheid, daß da was aus unterschiedlichen Zeitepochen, universellen Untiefen abgebildet wäre, da nicht die "Urknall"-Ansage bei den Galaxien inbegriffen ist, wäre an sich nichts davon zu merken gewesen, daß bei den alten Galaxien früher viel anders gewesen wäre als bei den heutigen. Verschiedene alte Galaxien schauen der Milchstraße schon mächtig ähnlich.

Alles präsentiert den Brötchenberuf, nicht die Berufung. Im Beruf, daß man sich Tag für Tag mit was umtut, das längst nicht unbedingt das Anliegen von einem ist. Aus der Arbeitsweltperspektive und mit dem Blick auf die Uhr am Arbeitsplatz betrachtet man sich die Geschichte. Die Wichtigkeit, das Bedeutende, das ist das am Monatsende oder Mitte des Monats. Wann immer man das eine Ereignis im Arbeitsvertrag festgelegt hat, daß die monatliche Geldsumme am Haben-Konto aufscheint.

An sich will der Wissenschaftler neben dem regelmäßigen Geldbetrag noch eins haben: seine Ruhe. Ganz normal eben, wie jeder normal auch. Aufregung braucht man weniger. Dafür war der "Urknall" nebenher insbesondere gut. Die "Seelen" der Religiösen, die sich am "Urknall" voll beruhigten. Herunter, daß sich Gemüter kühlten. Beim "Urknall" waren sie dann wieder traut mit einem, die Theologen, Religionsgelehrten, Kleriker, die mit ihren Feststoffschriften. Nicht viel veränderbar an diesen Exklusivbüchern, neben denen man wenig sehen sollte. Weil das so eine der Ansagen an einen Gläubigen ist. "Ein Buch" - sonst keins.

Diese religiösen Buchinhalte, bei jeder Generation neu in einer ähnlichen Weise aufgekocht, aufbereitet. Jede Generation, die sich ähnlich dasselbe anzulernen hat. Alles geradezu seit Jahrtausenden jetzt. Kirchen sind jedem Staat institutionell.

Immer wieder auf ein neues dieselbe altvordere Suppe steht am Herd. Den Kindern, der treuherzigen "Jugend", die eher ein Faible für Idealismus hat, wird alles als "Neuigkeit" angebracht und serviert. Weil das ja Kinder, Jugendliche sind, denen man da Sachverhalte auseinandersetzt, diejenigen, die sich im Grundsatz seit der Geburt orientieren müssen. Alles dauernd als was Neues mehr oder weniger langwierig sich anzueignen haben. Sich darauf verlassen müssen, daß man Lehrinhalten vertrauen kann. Zu einer anderweitigen Orientierung muß man es am Schluß erst bringen.

Was mittags auf den Tisch und so. Vernünftige Arbeitszeiten im Wissenschaftshinterhof, wenn möglich. Das hat man als Wissenschaftler gut und gerne im Kopf. Dafür gehen die der Wissenschaftsszene schon mal den Weg des kleinsten Widerstands. Hatte man vor der großen "Urknall"-Erkenntnis am Ende auch, einiges an Nöten. Bedrückungen, Drängeleien zu gewärtigen. Bis hin zu einer Exkommunikations-Ansage. Die Exkommunikation, die einem manches beim beruflichen Fortkommen verbauen hätte können. Karriere, Aufstieg perdu. Solcherart bedrohliche Kleinigkeiten, Anwürfe hatte man so als Wissenschaftler zu ertragen, auszuhalten. Bei Priesterschaft, die ständig deutend, zeigend vor einen hintreten wollte. Aus ihren religiösen Positionen heraus wollten sie mit einem diskutieren, sich gerne mit einem be- und absprechen.

Erst der "Urknall", der daran ein klein wenig was abänderte. Mit dem "Urknall" kriegte man manchen Frieden am Hof ab. Die Wegstrecke des "Urknalls", die war jedem am Kirchenornat übersichtlich. Bestes Verständnis brachte man für die Strecke auf, den Weg eines Anfangs, eines Mittelstücks und der Tatsache, daß was Ende sein muß hier. Ohne ein Ende keinen "Jüngsten Tag".

Die eine "Urknall"-Strecke, sie nochmals skizziert: der große Knall; all das Zeug, das durch die elementare Detonation vom Platz wegfliegt. Bis in die Gegenwart verteilt sich das gesamte Zeug ins weite Rund. Und weil das eben eine Explosion ist, muß selbst im Vakuum zwingend wo das Moment sein, daß nichts weiter als bis dorthin trägt.

Hatte schon einiges zu bedeuten, diese Übereinkunft. Auch die Ansage, die einer "Singularität". Und erst das, nachdem man das mit dem "Urknall" auf der Wissenschaftsschiene als Wissen, als Sicherheit, Gewißheit, einführte ...

Ein Späßchen, das man verstehen muß, für die der Wissenschaft.

Viele Regligionsvertreter etwa, die sich das eine Luxus-Moment dieser letzten Sicherheit, Gewißheit bei ihren religiösen Ansagen öfters nicht so erlauben durften, dürfen. Daß einen das des "Urknalls" richtig begreiflich werden muß: der "Urknall", mit ihm, daß man sich ausgerechnet unter den Wissenschaftlern, Forschern unmittelbar mit einem religiösen Gewißheitsmoment versah. Bei einem "Wissens"-Begriff im Lexikon, nicht beim Wort "Glauben", dort unter der Überschrift.

Also: Beim "Urknall" wurde aus "Glaube" "Wissen" gemacht. Seitdem das der Fall ist, betreibt alle Welt seine Forschungen, Berechnungen unter dem Vorzeichen des "Urknalls". Es ist "Urknall" - oder nichts. Am "Urknall" glaubt sogar der Ungläubige.

 

 

 

--------

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post