Im Heute sieht man etwas dort
Was in den Galaxien genannten Stasisfeldern so für Geschäfte betrieben werden, würde ich ähnliches anstellen, Freunde hätte ich vielleicht bloß unter meinesgleichen zu vermuten.
Eine Galaxie demnach unter den anderen Galaxien. Solange da von ihr der Verkehr auf der Strecke nicht gestört wird, sie nicht zu langsam wird, daß einer dort nichts fehlen sollte. Auch, wenn sich die Bestimmte unter denen aufhält, die ihre Kragenweite haben.
Vor dem Rest an kosmischer Rundumumgebung müßte man sich höchstwahrscheinlich hüten, zumindestens mal in Acht nehmen. Wofür das auch nützlich ist, daß die weiten Streckenführungen im All möglichst sauber gehalten werden, glatt. Dafür reist man schließlich auch in Formation und hintereinanderher, immer noch geschwinder sörfen zu können.
Derweil sich durchaus eine Frage stellt. Die nach dem Kammerjäger, so im Kosmos. Wo sind sie, die Mottenkugeln? Das Rattengift, wo ist das ausgelegt?
Verhältnismäßig ist dann und wann auch dies und das in Sicht. Daß man etwa zur Annahme gelangen könnte, da wäre strikter, böser was geregelt. Hier die großen, weitläufigen Areale an Finsterwelt, dort die Glanzstrecken, fast von einer Wirkung, als fänden sie sich an gewölbten Blasenrändern. Von denen sich das Licht wie von schmalen Streifen aus verbreitet.
Beinahe echt, als wäre da eine Unterteilung, Abtrennung, auf die an dem Platz wert gelegt würde. Als herrsche auf der Szene eine Art Kalter Friede. Niemand verläßt das ihm zugeteilte Gebiet. Läßt du mich in Ruhe, lasse ich dich in Ruhe. Und wenn man aus der Galaxiengegend wo reinstößt, dann in unendlich weitgestreckter Phalanx.
Schwer zu sagen, bei manchem, wie und warum was so und so ist. Andererseits ist es denen vom irdischen Sternenguckerwesen letztens im Laufe dieser Gegenwartstage gelungen, einen Quasar mit eins Komma fünf Milliarden Sonnenschweren zum Vorschein bringen. Sogar mehrere besprach man, als dürfte man durchaus schwerhörig sein, bräuchte Zeilen nicht zu lesen.
Der eine Quasar, ein gewaltiges Dingelchen, das mit seinem Licht nach überallhin herumleuchten müßte. Quasi eine irre Fackel. Im Grunde genommen. Von der Struktur her eine Spiralarm-Galaxie, nur ein wenig zu massiv, gigantisch geraten. Ein monströses Mutter-Teil.
Und doch ...
Es herrschte vor der großen Sichtbarwerdung des Riesengebildes im Heute die eine Problematik vor: da war allerhöchstens was von den Ausdehnungen zu erahnen. Während gröbste Verfinsterung um den Quasar herum vorherrschte. Bloß vermutbar war das den Sternenguckern, daß dort was eine Besonderheit ist. Irgendwas Besseres.
Von den Wissenschaftskreisen mußten verschiedenste Kniffe angewandt werden, unterschiedlichste Zwischenschaltungen, das Zusammenkoppeln mit anderen Teleskopen und so, rechnergestützte Lichtverstärkung, das riesenhafte Quasar-Gebilde auch nur irgendwie zum Vorschein zu bringen. Trotzdem der Quasar an sich ein einziger schriller Lichtausbruch war und ist. Nahezu was, wie eine Fackel in der Nacht. Um doch ... Zu umnachtet zu wirken. Als wäre mit dem Quasar ein Geheimnisträger unterwegs. Nur, selber, daß sich der Quasar nicht das bißchen birgt.
Oder ...? Oder - wie möchte man sich das Problem sonst begucken? Beruhigt darf man das doch in Betracht ziehen: dort am Quasar, da ist was los. Rundherum um den Quasar. Etwas ist in der Region am Abgehen.
Fast, daß es den Eindruck erweckt, das eine unvorstellbare Giganto-Gebilde mit seinen eins Komma fünf Milliarden Sonnenschweren, das wäre richtiggehend von einer Finsterwelt umstellt. Als wäre da außen dran im Umkreis des Quasars was dabei, sich in Stellung zu bringen. Im Heute schon kein schlichter eintrübender Schleier mehr, nichts für die knappe Lichtbrechung. Sondern rundweg eins erkennbar: eine lichtschluckende Verdichtungsmasse. Da um den Quasar herum stockt was zusammen, wird immer komprimierter, undurchdringlicher, noch gar für das eine boshafte Verräterlicht.
Warum aber bloß? Weshalb die Verfinsterung von was, das sich überhaupt nicht verstecken will? Es verbirgt sich das Teil doch nicht, das ist doch herauslesbare Wissenschaftlererkenntnis. Betrachtet man da glattweg ein Foto, das ... Das nichts an Detailreichtum zu wünschen übrigläßt. Trotzdem benötigte man auf Erden eine Vielfalt an Kopplungseinfällen, neuerer Technik, da das Ding einem Interessierten deutlich vorzeigen zu können. Daraus eine handelsübliche Präsentation zu machen.
Vielleicht deswegen, weil außerhalb des Giganten zunächst der Abfangjäger bereitsteht. Ehe der Ersticker. Der eine Feind, der sich in einem Weilchen voll ausgebildet in Stellung gebracht hat. Erst mal ist es bloß der eine herausdrängende, zum Schwärmen gezwungene Nachwuchs des Giganten, der von IHM erwartet wird. All die Kleinigkeiten, die es aus der eins Komma fünf Milliarden Sonnenschweren draufhabenden Monster-Galaxie herausdrängelt. Was das Flüchtige, auf der Flucht vor den Kollegahs.
Allzu weit soll wohl das eine oder andere davon nicht mehr kommen. Als hätte sich eine Körperabwehr bei Markiertem eingefunden. Hätten aktive Freßzellen nun entscheidend was vor mit Verortetem. Vielleicht ganz einfach deswegen, weil was zu groß wurde. Ein Ausmaß annahm, über das nicht länger hinwegzusehen war. Jetzt steht sogar demnächst grundsätzlich der Großangriff darauf bevor. Einer in einem Maßstab. Daß man es da so dem Quasar, dieser Brutstätte des Tausendsten, dieser Bazille, besser besorgt. Umfänglich.
Eventuell, daß da längst ein Glücksfaktor drinnen sein muß, dieser weiter sich verdichtenden Ummantelung doch noch entkommen zu können. Ganz dicht hat das ANDERE ja noch nicht gemacht. Sonst wäre es mit Sicherheit nicht drinnen, daß hier von der Erde aus plötzlich was beguckt werden kann. Das eine oder andere von vielem, daß doch noch hindurchgelangt. Für den Erdball auf seiner Distanz lediglich das vertraute Lichtphoton.
Der Vorhang, der sich rundherum herabsenkt, der muß erst noch wirklich undurchdringlich werden. Gänzlich komprimiert hat sich da einstweilen nichts. So vor zwölf Milliarden Jahren.
Es kann noch dieses und jenes Lichtphotönchen von dem unmittelbaren Momentchen der Gegenwart des Quasars was mitteilen. Was jedoch bald nicht mehr möglich sein dürfte, im Kosmos-Kino. Denn dann verschwindet all das, was jenseits geschieht, für alle Zeit dem Beobachtungshorizont.
-----