Der Gegenwartsblick
Nichts mehr wird in dieser Sternzeitgegenwart davon geahnt, daß alles schon mal ein Stückweit langsamer war. Weniger viel Ware an Bord. Im eigenen Abfischerstasisfeld, dem der Galaxien.
Selbst der Erdplanet, der sich drinnen in so einem noch abbildet. Mit all dem des Augenblicklichen schier der astreinste Luxus.
Bei der Galaxie Milchstraße und darüberhinaus vor dreißig Milliarden Jahren der Reise des Lichts schon, wie es zum Vorschein gebracht wurde - da fehlt es sich anscheinend auch lange bereits an nicht allzu vielem.
Man hat sie wirklich nun seit einer halben Ewigkeit, die eine gewisse Luxuserfahrung. Kaum was läßt mehr zu wünschen übrig, bei den ins Finstere reinknallenden Schwarzen Löchern.
Andererseits ist dort nichts an sich schwarz, vielmehr kommt diese tiefe Schwärze, wie man innerhalb der Galaxie Milchstraße die kosmische Umgebung sieht, von der eigenen Raserei. Der allgemein hochtourigen, hochgejazzten Galaxien-Fahrweise.
Das sieht tatsächlich keiner mehr besser, genauer, wie man mal ärmer war. Bei langsamerer Reisegeschwindigkeit. Den Umstand, daß man erst draufkommen mußte, weiter an Tempo zulegen. Daß da was für sich Dinge und Verhaltensweisen zu entdecken waren.
Nichtsdestotrotz, soweit der eine menschliche Sternenguckerblick mit seinem technischen Gerät nur eben reicht, was sich dadurch an uraltem Licht vor seinem trivialmenschlichen Auge zeigt, es ist nurmehr DAS zu sehen: das Luxuriöse. In den unendlichen Weiten.
Seltsam ist das: Zumeist guckt man da in der Vergangenheitstiefe auf Spiralarmgalaxien. Jene eine Struktur.
Andere Dinger sind mir bis dato auf Abbildungen von weiter weg noch überhaupt nicht untergekommen, muß ich gestehen.
Mein Bewußtsein beherrscht nichts anderes als so jene Galaxien, wie beispielsweise die Galaxie Milchstraße eine ist. Links-, rechtsdrehend, auf den Kopf gestellt.
Das auf den Kopfgestellte, sich anscheinend kugelnd um sich selbst rasanter Kreiselnde. Einzig und alleine: Weshalb kugelt man sich, kreiselt geschwinder um sich selber? Wie was Ange-, Besoffenes.
Wie besoffen vor eigenem Glück? Weil man mit etwas zurechtzukommen hat? Vielleicht mit der einen Erkenntnis, was einem alles passiert, nachdem man nochmals Tempozunahme entwickelte. Einen Gang höher schaltete.
Nahezu restlos fehlen mir da die Nebel, Wolken auf den fotografischen Abbildungen altvorderer Kosmosweiten.
Hab schon bewußt hingeguckt, was mir auch nicht weitergeholfen hat.
Nur die eine Ausbildung, die der Spiralarmgalaxie, die ist es bei mir. Spaßig, nicht?
Während sich die Galaxie Milchstraße heute, in diesen Galaxiengegenwartsmomenten, so als althergebrachte Spiralarmgalaxie, eine wie eh und je, sich Geschehnissen ausgesetzt sieht: bei einer feisten, aufgeschwollenen und nichtsdestotrotz gierigen, hungrigen Wolke. Eine, die an sich selber schon den Überfluß hat, alles an Komfort auf der Fahrt, diesen des weiteren wie durch Zauberei erwirbt. Trotzalledem greift sie an, die Wolke ...
Oder, wer oder was greift an? Wer ist das Gute, das Böse in dem Spiel? Sollte ein Perspektivenwechsel her?
Das mit der angreifenden Weise, das ist nämlich relativ. Denn auch die Galaxie Milchstraße, die hat was einer räuberischen Manie drauf. Die faßt aus dem Grund was an, will Sachen, Zeug unter ihre Kontrolle kriegen, von woanders Kleinigkeiten abknuspern.
Die Galaxie Milchstraße, vielleicht setzt sie sogar darauf, als das Attackierende, sich rechtzeitig vom Acker machen zu können.
Das ist richtiggehend eine Andeutung intergalaktischer Realtität, die von Wolken, Nebeln. Ehedem hatte man seine definierten Spiralarme, präsentierte sich hauptsächlich in der Mode. In diesem Stil. Die Spiralen genügten anscheinend überallhin, allem und jedem. So von Überfluß, einem reinen Luxusdasein war man noch nicht übermäßig gezeichnet. Von dem her: Irgendwas muß zwischenzeitlich passiert sein, daß man in diesen Galaxiengegenwartszeiten immer mehr Wolken-, Nebel-Gebilde unter Normalo-Spiralarmgalaxien sieht.
Irre Dinger, wie die Große Magellansche Wolke. Die allerdings mit ihren beiden Halo-Bereichen allem noch mal die Krone aufzusetzen scheint.
Was also zeigt sich da? Was für eine Bewandtnis hat es mit den Nebeln, Wolken? Wenn andererseits so ein zum Vorschein gebrachter Quasar in zwölf Milliarden Jahren der Lichtreise an Ferne eine gewohnte, disziplinierte Spiralarmausformung herzeigt. Nicht das bißchen sich mit einer Wolke, einem Nebel gleichmacht ...
Aller Übergröße und Gewalt trotzend, präsentiert sich der Quasar stolz als lediglich etwas größere Spiralarmgalaxie. Gibt geradezu einer Spiralarmgalaxienform den Vorzug, braucht keine unüblichen Sperenzchen.
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