Noch knallt es
Bis heute bleibt es da allerdings dabei. Läßt sich das festhalten: Egal, wie weit man noch hinausstarrt, in die Weltalluntiefen, man sieht neues Licht.
Erneut erschien einem das Licht von Galaxien. Galaxien, rechts-, linksdrehend, am Rücken liegend. Wie immer.
Auf ein neues ausgereifte Spiralarmformen. Wie sie die Galaxie Milchstraße eine an den Tag legt.
Nur das Fahrtempo dort, das will man deswegen lange nicht dem HIER vergleichen. Dieses nicht entsprechend machen.
Wie auch der Große Knall sich weiterhin hält. Als die Entschiedenheit bei den Weltentstehungslegendeen.
Auch von wegen seiner unverhohlenen Religionsaspekte kann und will man vom Urknall nicht abkommen.
Diese religiösen Aspekte, die hauptsächlich abgestritten werden, von wissenschaftlicher Seite. Die das verleugnet, beim Urknall könnte was Tatsache sein, und zwar das, daß mit dem der Theologie, den Klerikern, allem mit der Religionsmotivation ausgeholfen wurde. Zuallererst. Was hieße, nicht die Kosmologie das Große, sondern ein Erdenweltblickwinkel, der für manch ein Menschenwesen.
Und das ganz einfach mit der Perspektive, mit der sich der Große Knall äußern kann. Wie man in der Lage ist, ihn sich im Glauben umfänglich zu übersetzen. Bei einer Szenerie, in der sich ein Anbeginn findet. Des weiteren immer noch das, in das ein jedes Lebewesen hineingeboren wurde. Eins, das sich lediglich zeitweilg DORT vorfindet, erkennt. Während es die verschiedenen Phasen seines Lebens kennenlernt. Sozusagen: die Geburt, das Größerwerden, ein Erwachsenenleben, die Erfahrung des Alterns. Und zuletzt: des Todes.
Am Urknall soll das Gesamte für den Kosmos ebenso gelten. Indem man mit dem Knallmoment auch die Vergänglichkeit des Universums aufs Tapet bringt. Sozusagen: die Vergänglichkeit von ALLEM.
Das eigene Ableben, mit dem man sich als Mensch zu konfrontieren hat, den rechnet der Große Knall nochgerade für das Universelle auf.
Das präsentiert einem die Weltenentstehungslegende Urknall demnach für die Kosmosweite. Da soll einen scheinbar etwas trösten, indem man es ebenfalls rundum als vergänglich benennt.
Der Knall, der schon alleine als Wort aussagt, da ist mal was explodiert. Aufgeschlagen, kaputt, entzwei gegangen. Bei einem Elementarböllerschlag. Mit dem sich die Materie vom Knallpunkt aus hinaus ins Rund zu verteilen anfing.
Dieser Sicht war die Galaxien-Interpretation Hubbles und der seiner nordamerikanischen Gottsucher-Kollegenschaft hilfreich: dem Im Anfang. Und dann diese relative Ewigkeit einer kosmischen Gegenwärtigkeit. Bei der man sich auf Erden erkennt. Aber, am Großen Knall endet damit die Denkweise nicht. Sie führt die Betrachtungen in den Religionsbüchern in die Wissenschaft über. Indem der Urknall aussagt, im Weltall muß selbst die wüsteste Ausdehnung mal wo enden. Alles ein Ende finden, seinen Abschluß. Weiter, als von hier bis dorthin, daß nichts davonstürzen dürfte. Die Explosionsausdehnung hat wo an-, innezuhalten.
Und dann wäre das eine jene Endspielszene. Die im übrigen eine Religionsverheißung ist. Manch eine Abschlußsequenz, die diese, jene Religion für ihre Gläubigen bereithält. Ein Schluß, Aus. Das allerdings nicht das wirkliche Ende wäre. Sondern, das Versprechen wird abgegeben, quasi der, daß ein Gott sich zeigt, aufscheint , ganz zuletzt.
Wohl auch deswegen, daß manches so getan wird, daß am Erdball keine Kosten und Mühen gescheut werden. Deshalb, daß noch in die wüsteste Kosmosweite hinausgeblickt werden soll: um an einen alles beschließenden Grenzhorizont zu blicken. Sicherlich ist dabei auch das inbegriffen, daß da am Wissenschaftshof so durchgreifend gewirkt wurde. Richtiggehend despotiv hat man sich verhalten, mit jener Vorgabe eines Wissens. Bei Verhaltensweisen, wie unter religiösen Fundamentalisten. Widerrede: die wurd kaum geduldet.
Man hat da also in seiner Urknall-Gläubigkeit einiges inbegriffen, derweil der Weitenblick einen weiterhin zur Verzweiflung bringt. So droben am Urknall, wie man ist. Weil, wo immer man noch weiter hinausglotzt, dabei etwas böserweise zum Vorschein kommt. Was man langsam gar nicht mehr sehen möchte: immer weiter neues Licht. Uralte Galaxien. Kaum mehr wahr. Und doch haben sie kameratechnisch Abbildung, Präsenz, Wiedergabe. Bei einer Universumsausdehnung, eins eines unsäglichen Alters. Unlimitiert. Denn - es setzt sich die Szene fort.
Ewig ist auf Gott zu warten, und es muß noch mal eine Unendlichkeit da hingewartet werden. Endlos das EINE. Endlos das in der Fortsetzung. Die Wissenschaft hat da einfach keine frohe Kunde. Außer der, daß noch Knall ist.
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