Ohne an ein Ende zu sehen
Als wäre alles hier bis heute die Folge einer unvorstellbaren elementaren Druckwelle, die aus einem Urknall resultiert. Während sich sicherlich festhalten läßt, daß so einem Sternengucker, ehe das Bestimmte mit der allgemeinen Großer Knall-Installation geschah, die Sicht allerhöchstens mal achtzehn Milliarden Jahre weit reichte.
Bei vier- bis achtzehn Milliarden Jahren an äußerstem Blickhorizont, die selbst heute ständig in Wissenschaftstexten erwähnt werden, war da ehedem die Lebenstage Knick.
Diese vier- bis achtzehn Milliarden Jahre teilt man unerschrocken unverdrossen im Jetzt auch noch mit, als gäbe es seitdem keine besseren Neuigkeiten mehr, beim Blick tief hinein in die Schwärze, die von Sternengefunkel übersät ist.
Getoppt werden die Entfernungserwähnungen derweil nahezu ständig. Bei dreißig Milliarden Jahren, von denen auch gerne wiederholt gesprochen wird, ist heutzutage lange nicht Schluß. Bei Teleskopen, die rechnergestützt für das noch mal schärfere elektronische Auge gekoppelt, zusammen- beziehungsweise zwischengeschaltet werden.
Dort hört der Kosmoshorizont deswegen nicht das bißchen auf. Wie weit so eine Sicht beim Sternensichten eben reicht, so sollt man sich Verhältnismäßigkeiten beim Sternengucken im Heute besser betrachten. Ohne daß da die Wirklichkeit einer Endspielperspektive ins Spiel gebracht werden könnte. Außer, ein Wissenschaftsmensch gibt ihr trotzig doch den Vorzug. Spricht von seinem Glauben, vermutet weiterhin die besagte Außenabschlußgrenze wo. Eben, bloß noch nicht erkennbar, zu blicken. Wiewohl nichts danach aussieht, wird SIE einem so ohne Unterlaß angesagt, die Grenzziehung außendraußen. Nahezu ungeduldig wird das wiederholt, daß jeder sich beruhigt darauf verlassen kann, daß mal irgendwo Ruhe ist im Karton.
Und das, wiewohl es nichts für DIESE gibt, außer dieser trotzigen Begrenzungsgläubigkeit. Glaubenswelt. Weil, eine Außengrenze, Begrenzung, sie ist einfach nicht. Richtig teuflisch, wie die auf sich warten läßt. Nie präsentiert sich da die Szene mit der kosmischen Ausdehnung, kein bißchen, wie man sie sich seit Jahrzehnten heiß ersehnt.
Als hätten die Beilauf-Gründe hier gar nichts zu gelten, die, mit denen es Großer Knall auf Erden wurde. Wegen denen doch, daß man so hoffnungsvoll hinausblickt. Trotzdem mag da kein Umkehr-Moment nirgends wahrnehmbar werden.
An dessen Statt hat man zu gewahren, wie eine Wirklichkeit aussieht. Mit Sicherheit tragischerweise für diese und jene menschliche Gestalt. Für die nichts zu sehen ist. Es ist einfach nichts erkennbar, nicht mit dem von einem erhofften, früher ausgelobten äußersten Knall-Horizont.
Daß sich manchem gottesgläubigen Astronomen vielleicht die Frage stellt: Warum denn nur? Warum so teures Gerät mit Rechnerunterstützung noch und nöcher, wenn sich einem mit dem Gerät nicht das geringste abbildet, herzeigt? Außer dauernder Weite, wahrhaftig wüsten Distanzen kriegt man nichts zu Gesicht.
Nichts Erwartetes, des Ersehnten kommt sonstwo zum Vorschein. Nichts von dem, auf das man nun, voll am Großen Knall droben, seit Jahrzehntenn seinen Spieleinsatz umfänglich setzt. Unverzagt. Augen zu und durch, voll am Wissen. Bei dem etwas mal alternativ anders sein müßte. Bei der Geschichte, bei der lediglich ein Ergebnis rauskommt.
Und vor allem auch deshalb noch wäre man schwer dafür, daß das umschattet bleibt, DAS, wie man da die Dinge betrieben hat, vorangetrieben. Viel zuviel, das für einen zu verlieren ist, wäre es denn nicht der Große Knall. Wie gesagt, man war ehedem am Wissenschaftshof von oben herab, hat ein arges, boshaftes despotisches Verhalten an den Tag gelegt, am Großen Knall massivest durchgegriffen. Sich ermächtigt vorgezeigt. Daß ... Wenn da was das Knallsystemische kippen würde ... Schließlich gab es eine allgemeine Wissens-Proklamation. Erdenweltweit.
Daß da jedem eine Bosheit klargehen könnte. Was das tatsächlich war und ist, wenn einen statt der Ansicht einer alleräußersten Grenze immer nur weiter immer wieder neue, nie zuvor gesehene Galaxien anöden. Den Blick versperren. So in der unendlichsten Entfernung noch. Unsäglich, das Alter dieser Galaxien. Nichtsdestotrotz: der Dreck hat unzweideutig Galaxie Milchstraßen-Ähnlichkeit.
Doofe Links-, Rechtsdreher. Leider schwer an die Galaxie Milchstraße der Gegenwart erinnernd. Währenddessen so ein Quasar ebenfalls diese Spiralarmform hat, der die Galaxien zumeist den Vorzug zu geben scheinen.
Man ist so als der Gottsucher-Wissenschaftler einfach nicht in der Lage, mit einer frohen Kunde loslaufen zu können, rüberzumachen. So nach drüben. An den Universitäten, nur knapp die Fakultät nebenan, wo auch Studenten in Lehrsälen beisammenhocken. In die Cafeteria gehen, die Mensa aufsuchen. Des öfteren begegnet man sich.
Nichts kann man denen der Theologie, den Klerikalen klarmachen, erklären. Die, mit denen man sich wieder mal gerne umarmen würde, statt Distanziertheit, Befremden bei den Blicken konstatieren zu müssen. Was jedoch sofort verändert wäre, könnte man den anderen mit der Ansage daherkommen, endlich hätte man sie verortet, die besagte Außengrenze. Jetzt müßte man nur noch erkennen können, ob sich alles der Strecke umkehrt, um zurückzustürzen. Dann wäre hier Party, nicht zu fassen.
Dann wüßte man doch, wenn Gott schon nicht dort draußen ist, wann er denn endgültig käme. Bei welcher Zeit-Perspektive diese Ankunft festzumachen wäre. Denn, wäre da was die Umkehr, das Zurückfallen zu gewahren, dann könnte man auf der Stelle mit der Rechnerei anfangen. Das berechnen, wie lange da noch zu warten wäre. Bis alles in sich zusammengestürzt wäre.
Am Jüngsten Tag - hat auch das Jüngste Gericht Ereignis, für die Wiederauferstandenen.
Der Zeitraum, bis zu dem etwas erwartbar wäre, spielt im theologischen Sinne durchaus eine Rolle. Ein echtes Glaubensmoment, das Ankommen.
Oder mag wer den Witz jetzt nicht verstehen?
Dabei dreht sich alles am Großen Knall nur um den.
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