Die Erdperspektive
Es dreht sich lokal beim Menschen doch um was. Ziemlich auch um die Deutungshoheit von Geschichten. Wer wo was ansagt, dafür als kompetent angesehen wird. Nebenher ist das Ding auch, ob einer oben sitzt, ein anderer nicht.
Selbst für die monotheistischen Religionen sind da wissenschaftliche Perspektiven und Kontroversen nicht unwichtig. Insbesondere das der Wissenschaftsleute, die sich um die Kosmologie verdient machen.
Etwa: ein geschlossenes Universum oder nicht? Das, keine unvertraute Fragestellung? Geht doch auch heutzutage groß.
Nochgerade läßt sich das daran erkennen, daß es nach der allgemeinen Urknall-Installation auf dem Erdglobus etwas gab. Und zwar das, daß da manche Glaubenslehre nicht eine Silbe bei den Versen abzuändern hatte. Bei den eigenen religiösen Inhalten spielte sich kaum was Besonderes ab. Alles wie eh und je geblieben, bei den Büchern der Bücher. Jegliches, das man für sich be- und erhalten konnte. Nachdem sich da was entschied, bei den Weltenentstehungslegenden, vor ein paar kurzen Jahrzehnten eigentlich erst.
So grund-, anlaßlos ist man damals schließlich wirklich nicht angereist. Hat dafür keine Kosten gescheut, keine Mühen beim Kofferpacken und so die lange Weile der Anfahrt. Aus dem heimeligen Kirchenstaat war anzureisen. Hätte man nichts zu erwarten gehabt, womöglich keine Freude empfangen, wär man sicherlich eher ferngeblieben. Schon alleine angesichts der tristen Tage, die damals in Europa herrschten.
Auf der Erdenwelt drunten ist jedoch durchaus dies und das wichtig. Nicht unbedeutend für einen, wie es so beim Menschen zugeht. Hat man bei dem insbesondere auch seine Pfründe. Dort, bei dem und mit dem man schließlich selber hauptsächlich unterwegs ist, sich umtut und Auftritt hat, und nicht irgendwo draußen im All. Sondern an einem kleinen, unbedeutenden Pünktchen, eins, geradezu die Mitte des Universums, für einen. Bei Menschenereignissen und den menscheneigenen Gesetzmäßigkeiten. Ungefähr wie das Licht, das einem auf der Erde in einem Minimoment ins Auge knallt. Während da der Funkelschimmer oftmals eine irre lange Anreisezeit braucht. In der Kosmosweite, von einem Örtchen zum anderen gelangen zu können; arg lange kann das dauern.
Jedenfalls gab's da im letzten Jahr, Jahr '20 nach Millenium, wieder mal etwas Großes, für die Nordamerikaner. Zwei aus Nordamerika, die ein Nobelpreiskomittee als Preiswürdige befand. Für ihre Verdienste um den Urknall erhielten sie Würden, Ehre. Alle möglichen Beweisdokumente, dafür da, sie sich an die Wand zu pinnen. Zudem: hochdotierteste Barschecks.
Das Ansehen, einen Nobelpreis ausgehändigt zu bekommen, das kann kaum mehr wachsen.
Oder ist man schlecht angesehen, so mit von Nobelpreiskomittee-Leuten dargereichten Beweismitteln am Schrankbord und den amtlichen Schriftnoten, diese gerahmt an der Hauswand? Die an was Museummäßiges erinnern lassen, betritt man ihn dann, den einen ehrwürdigen Raum.
Während da andere Wissenschaftler bloß so in aller Kürze eins kundgaben, auch für diejenigen, die aus den USA, mit viel Lobpreisung überschüttet: Sie können da nicht unbedingt in die große Euphorie und das Lob miteinstimmen. Sich nicht in dem Maße mitfreuen mit den Kollegen. Weil - bei ihnen am Teleskopauge, dort ist schlicht kein Ende in Sicht. Kein Schluß, Aus, Amen. Was immer da welche am Urknall und seiner Wahrscheinlichkeit auch herumrechnen, das Kosmos, das gibt einem das Eigene, dieses Menschliche nicht zu. Für die Weltallweite bleibt das des weiteren unbeholfen unzutreffend. Eben eine Rechenweise, wie was der Selbstbespaßung.
Weil, man hat für die Sternenguckerei zwar das Neueste am Neuen auf Lager. So viele Möglichkeiten, was den Tiefenblick anbetrifft. Bloß, trotzdem hatte man das eerneut zu erfahren. Das eine, das im Jetzt, das hat wieder nicht gelangt. Das war schlicht ungenügend. Das Erwartete, von vielen Gottsucher-Wissenschaftlern sehnlichst Erhoffte, daß man den Priesterkragen sehen lassen könnte, das tauchte NICHT auf.
Alles, was SIE zustandebrachten war, daß sie neue Galaxien aus dem Dunkel holten. Dieses hatten sie zu unternehmen, ehe es ein anderer anstellte und einen, voll die Bosheit, widerlegte. Das war ihre Mitteilung, Information.
In einer Entfernung, diese Galaxien, ungeheuerlich weit weg. Und bei einer Zeitebene, unvorstellbar das Alter des Gesehenen, Mitbekommenen. Und trotzdem, zu allem Überfluß fürs Erdenheute, eine Fortsetzungsgeschichte. Eine, bei der kein Punkt an das Satzende zu setzen ist. Vielmehr, mit Fortsetzungspünktchen hat man umzugehen. Einfach, weil man dazu gezwungen ist. Die Inflation, die Endlosigkeit setzt sich draußen immer noch fort.
Engel hat man schon gar das keine gesehen, sondern unzweideutig Galaxien als Galaxien gewahrt. Eine Heerschar von ihnen. Im Spiralarmkleid.
Scheinbar überhaupt die Galaxien-Mode zu der Epoche.
Alles, das aussieht, als könnte die Galaxie Milchstraße jederzeit dort dazustoßen, zu den Links-, Rechtsdrehern. Den ausdefinierten Spiralarmgalaxien.
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