Als die Tage einem Geist eine gute Gelegenheit geboten wurde
Wobei es doch das EINE war, daß der Große Knall längst ausgezeichnet zu mancher Religion dazugepaßt hätte. Jahrzehntelang. Die Diskussion lief über viele Jahre immer wieder. Die dreißiger Jahre, die vierziger. Am Ende.
Hätte man sich in Wissenschaftskreisen nur dazu entscheiden können, den Urknall bei den Weltenentstehungslegenden als das ERSTE zu installieren. Gewehrt dagegen hätte sich manche Glaubenswelt nicht, bei dem Vorteil, der der Böllerschlag als Kosmosperspektive war.
Schon im neunzehnten Jahrhundert hätte das Ding mit dem Großen Knall tatsächlich zur Möglichkeit werden können. Was dem entgegenstand, das waren sicherlich die Umstände in der Wissenschaftswelt Europas. Daß man sich unter den Europäern, die wissenschaftlicher Forschungsarbeit nachhingen, verhältnismäßig einig war. Gleichgültig, welches regionale europäische Staatsgebiet, auf welche Weise die der Religion gerade in den jeweiligen Bevölkerungen Einfluß nahmen, man zeigte sich Glaubensanliegen gegenüber kühl, distanziert. Behielt und bewahrte sich lieber seinen abgesetzten Status, gab sich unentschlossen. Weswegen ja auch manchmal schlimmerer Streit unter Wissenschaftsleuten herrschte. Bei der Tatsache, daß sich Theologen, Kirchenleute, Priesterschaft schon zu jeder Zeit in der Einflußnahme versuchten. Vorgegeben werden sollte, in welchem Geist zu forschen wäre; was man lieber außen vor ließe.
Wobei doch jedem unzweideutig klar sein dürfte, was für eine Bewandtnis es mit dem einen Böllerschlag als Groß-Installation hat. Wer da in erster Linie gewinnt, sich umfänglich machen kann, bei der Ansage Urknall als die eine Hauptsache bei den Weltenentstehungslegenden. Während man es, was immer los war in Europa, in früheren Zeiten am liebsten bei seiner unentschiedenen Ergebnisoffenheit und verhältnismäßiger Dauerabgrenzung beließ.
Manchmal hatten die belesenen Wissenschaftskreise schließlich sehr wenig mit den Begebenheiten zu schaffen, wie sie sich aus mancher unterjochenden Staatsform ergaben. Man ließ sich vielfach nur vordergründig gleichschalten, bewahrte sich seine Freiräume. Wie man die Ergebnisoffenheit in Wissenschaftsfragen auch als einen solchen Freiraum ansehen kann. Was heißt, die der Wissenschaften waren nicht unbedingt zuverlässige Kantonisten, nicht, was einen Staat und sein System anbetraf. Ebenso, wie man sich religiösen Anwürfen gegenüber regelmäßig zurückhaltend vorzeigte, kühl blieb. In Europa vor allen Dingen. Allzu viel ließ man sich in dem Sinne nicht ansagen, verhielt sich untereinander mitunter anders, als es so bei einer Bevölkerung zuging. Wie man dort mit den Machthabern und der Priesterschaft war.
Die Wissenschaftskreise Europas bewahrten sich also eine Unzugänglichkeit, was äußere Einflüsse anging. Die europäischen Wissenschaftler, so relativ alles auch immer wieder war, da konnte man fast Geld darauf setzen, daß sie auf eine Trennung von Wissenschaft und Religion etwas hielten. Auf die Ansage, daß das eine Glaube und Religion war oder auch der Staat, während man den wissenschaftlichen Fakultäten angehörte. Ihrer Forschungsarbeit und dieser Wirklichkeit waren sie verbunden, kaum anderem. Was immer man ihnen beizubringen versuchte.
Weswegen die in Europa so darauf bestanden, sich unbedingt diese eine Distanz zur Kirchen- und Theologenwelt, zu den Fürsten und Herrschern zu bewahren? Selbst dann, wenn überall rundherum um die Wissenschaftler Gläubigkeit das vorherrschende Element war? Der Ungeist eines Unterdrückerstaates. Selbst die Monarchie ...
Man war eben nicht jederzeit jeder. War belesen, alles mögliche. Ein Freigeist. Was auch mit mancherlei Mittelaltergeschehnissen zusammenhing. Zeiten, während denen die mit den Religionshintergründen, ein nicht unwesentlicher Faktor waren. Mitunter, daß religiöse Mächte mit darüber entschieden, was in einer Bevölkerung gewußt werden durfte, was nicht. Während die Kirchenseite dabei auch durchgreifend wirkte. Für Hexenjagden und viel Verfolgung sorgte. Etwas, das dazu führte, daß zumindestens auf europäischer Bodenfläche die mit den Glaubensinteressen kaum einen Fuß in die Tür brachten, was die Wissenschaftswelt anbetraf. Da blieb es oft genug dabei, daß man sich freundlich miteinander besprach, Anliegen zur Kenntnis nahm. Ohne sich zu viel zu arg in der Forschungsarbeit stören zu lassen. Man behielt sich das Eigene einfach.
Währenddessen von so was, was die Wissenschafswelt der USA anging, weniger die Rede sein kann. Bei denen in den USA fanden die mit der Glaubensintention von je her jede Menge wohlwollenden Zuspruch. Den Nordamerikanern fehlte die eine Distanz schlichtweg. Der europäische Plan, warum man sich von Priesterschaft abzugrenzen hätte. In den Nordamerikastaaten befand man sich im Grunde mehrheitlich auf der Gottsuche. Fahndete etwa im All und bei den Sternenhaufen viel nach dem einen Faktor Gott. Während derartiges in Europa kaum der Fall war. Was heißt, es hatte was zu bedeuten, wenn in Wissenschaftsfragen nur mehr ausschließlich solche mit USA-Herkunft die Kompetenz vorgaben, die Reihen der durch Krieg und Vertreibung Vermißten mit sich füllten. Wie es nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall war, wie niemals früher.
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