Die brennende Lunte
All das, das dann das Große wurde, das hatte der eine Böllerschlag bereits seit dem neunzehnten Jahrhundert als eine Vorstellung für Kosmosgeschehnisse im Angebot.
Da knallte bei dem einen oder anderen damals einiges drauflos. Wohl weil man sich öfters damit beschäftigte, die Lunte zu vieler seiner Dynamitstangen anzuzünden und diese von sich werfen. Dabei lieber mal auch für sich selber dem Radius der Explosion Bedeutung beizumessen hatte. Bei der Furcht, die einem bei jedem Dynamitstangenwurf überwältigen konnte, daß man sich bei der Ladung täuschen konnte. Daß die Stange viel zu nahe bei einem am Boden zu liegen kam. Oder - gegenüber aufgehoben werden konnte, zu einem hin zurücksauste, mitsamt seiner mörderischen Ladung.
Da war also jedesmal schwer darauf zu hoffen, daß alles paßte, nichts irgendwie schieflief. Demzufolge mußte man über vieles genau Bescheid wissen. Alles vom Explosionsort aus mal genau ausgemessen haben. Die Strecke übersehen, wie weit was von der explodierten Mitte aus davonflog. Die Wirkung im Überblick haben, explodierte Zeug. Bis wohin es alles der Umgebung in Mitleidenschaft zog, mit sich mitnahm. Das eine, das sich dann im Rund herumzuverteilen hatte. Während man der Explosion nicht zu nahe sein wollte, vielmehr den Wunsch in sich trug, sich genug entfernt zu befinden. Außerhalb der Reichweite des Knalls. Nicht Teil von all dem zu sein, das zwischendurch in einem Radius zum Erliegen kam, weil die Explosionswucht nun doch nicht weiter hinausreichte.
Das war denn doch anscheinend auch ein wahrhaft kosmischer Gedankengang. Selbst die Engel hörte ab und an mal wer singen, krachte es bei ihm in seiner Nähe. Irgendwo in der Kosmosweite müßten sie ebenfalls mal sein, die Engelkreaturen. Wo dort der Himmel mit ist. In der Weltallschwärze.
Derweil, es einen Urheber von etwas gab, brannte eine Lunte, schmiß man mit Dynamit in der Landschaft rum. Zwar war man das irdisch erst mal selber, aber einen göttlichen Blickwinkel hatte das nichtsdestotrotz.
Mit dem, daß da was in die Luft flog, nahm auch mal was einen Anfang. Vielleicht selbst noch der gesamte Lauf der Welt. Hatte es unter Umständen ganz früher mal ein Gottwesen daherkrachen, losknallen lassen. Jedenfalls hatte die Explosion einen Anbeginn von vielem inbegriffen. Wie er ähnlich in Religionsschriften beschrieben steht. Während bei Explosionen einiges an Zeug davonspritzt. Derweil man doch längst wußte, in der Lage war, damit zu rechnen, daß im Leerraum, dort, wo nichts weiter war, als die Sterne, sich so eine Explosionswucht auf eine echt unabsehbare Strecke auswirken konnte.
He, war man da nicht? Lebte man nicht bei so was? Es hat mal drauflosgeböllert - und seitdem spritzt das ganze Zeugs, bei dem man selber mit dabei ist, dem Explosionsort davon.
Wobei, faßt man das Detonieren eines Gegenstands ins Auge - dann sieht man zwischenzeitlich ein Drittes: daß alles auch mal zum Erliegen kommt. Selbst wenn die kosmische Ladung als riesig vermutet werden darf, muß da was selbst unter den Leerraumbedingungen wo irgendwann wieder aufhören.
Und siehe, das ist der springende Punkt - danach fahndet man bis heute. Nach dem Schluß, Aus, Amen. Daß im Kosmischen nichts mehr weiter rumverläuft. Sondern endet.
Keine Kosten und Mühen scheut man auf Erden, nach dem einen allerletzten Horizont Ausschau zu halten. Schließlich ist das irre wichtig, würde die Geschichte für einen rundmachen. Wäre man schlußendlich darin bestätigt, aufs richtige Pferd gesetzt zu haben, mit der Großinstallation Urknall für das Erdenweltweite. Vor Jahrzehnten.
Nur, jüngst, diese eine Zwanziger-Jahre-Gegenwart nach dem Millenium, hatte man einen besseren Blick, konne ihn nehmen, hinein in die wüsteste Kosmosweite. Und es ereignete sich das nächste Schlimme: das Aufglimmen von uraltem Licht war.
Nichts Älteres hat man je irgendwo auf Erden gesehen. Trotzdem war kein größeres Jubelgeschrei. Vielmehr der biestige Miesepeteraugenaufschlag, der des Freud-, Lustlosen. Denn, im Grunde war und ist damit erneut nichts vorüber. Bei den Fortsetzungspunkte hatte man zu verharren.
Zumindestens den Gottsucher-Wissenschaftler, der mit den festen Vorstellungen, was draußen irgendwann sein müßte, den konnte das nicht ein Stück befriedigen, glücklich machen. Er, der eine, der nicht ergebnisoffen ins Weltall hinausblickt. Sondern seine festen Vorstellungs-, Denkweisen hat.
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