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Blog von TeddeMehr

Die, die in die Überzahl gerieten

15. September 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kleinteile

Wie die Lage damals war, wurde das eine astreine Überzahl der Nordamerikaner. Das heißt, in den Dreißiger Jahren war man eher noch meinungsbildend unterwegs. Nur, in den Vierzigern, daß es sich ereignete, daß die Nordamerikastämmigen nahezu überall, in jeder Wissenschaftsfakultät, führend wurden.

Ein Ausmaß, das mit dem Zweiten Weltkrieg in Europa in Bezug zu setzen war.

Derweil die aus den USA, weil ihr Daherkommen zum großen Stil wurde, einigermaßen was Veränderungen mit sich brachten.

Mit den Europäern hatte man oft genug allerhöchstens die wissenschaftliche Arbeit gemein. Das Verschiedenste, das man dabei trotzdem anders sah.

Während demgegenüber einige Wissenschaftsmenschen, die im Laufe der dreißiger Jahre aus Europa ausreisen mußten, dem einen nordamerikanischen Gottsucher-Wissenschaftler nicht allzu viel Widerstand entgegenbrachten. Vielmehr, daß sie anfingen, selber bei DEM mitzumachen. Der vormals eher weltlichen europäischen Wissenschaftsbetrachtung entgegengesetzt. Der einen distanzierteren Betrachtungsweise: dort das Religiöse, hier die Wissenschaften. Nach Möglichkeit nicht beides gemeinsam, nicht größer miteinander vermengt. Nicht mehr als notwendig.

Anders die nordamerikanische Sachlage. Nicht allzu vieles distanzierte sich inmitten der Nordamerikaner mehr, gestattete sich eine nachdrücklich widersprechende Weise, die Hinweis gab, daß man Europäer war. Weniger was geschah in den USA in einem Geist, dem von früher, als in Europa anderes Gang und Gäbe war. Als die händeringenden Versuche der Theologen, Kleriker mit denen der Wissenschaften ins Gespräch zu kommen, zwar zur Kenntnis genommen wurden. Jedoch schulterzuckend, kühl, mit dem Augenaufschlag der Distanz. Größere Ziele waren nicht unbedingt zu erreichen. Bei denen in Europa. Das europäische Gemüt merkte das eine oder andere sofort, baute seine Widerstände auf.

Ganz anders gestaltete sich das Ding bei den US-Amerikanern. Die der Vereinigten Staaten, solche, die sich oft genug nicht als rein abstrakte Forscher sahen, sondern, was ihre Forscherarbeit anbetraf, ganz offen Gottsucherhintergründen und -formulierungen nachhingen. Dafür, daß mitunter in erster Linie ins All reingeguckt wurde. Während es sich ereignete, daß zwischendurch, schon mal in den Dreißigern, in dem und dem Kirchenstaat Priester selbst noch an Teleskopen herumstanden. Im religionsmotivierten Eigeninteresse in die Kosmosweite hinausguckten. Nach und nach, daß diese Sternengucker, das weltliche Zeug besser in den Griff kriegten. Während sie nachsehen gingen, ob da was Neuigkeit, was im Weltall sein sollte, stimmte, wahr war. Dort, in der Kirchenstaat-Sternwarte, ein Plätzchen, wo Priesterschaft bisweilen nur unter sich redete, sich besprach. Sich verhalten wurde, als wäre den Wissenschaftsleuten, ihren Neuigkeiten und ihren mathematischen Formelhaftigkeiten nicht zu vertrauen. Darüberhinaus beklagte man sich lauter und deutlicher da drüber, daß den Wissenschaften der Gott-Faktor fehle. Gedrängt fühlte man sich mit seinen theologischen Hintergründen lange zu einigem. Hatte dafür mancherlei an öffentlichen Mißfallensbekundungen parat. Hatte etwa kein Verständnis dafür, daß Wissenschaftsleute gar noch wie Helden verehrt wurden. Zu viele junge Leute, die Wissenschaftler werden wollten, keine Priesterschaft mehr. Vielerlei wissenschaftliche Wissensart, die grundsätzlich widerstrebte. Bei dem, wie Kosmos-Kleinigkeiten zu interpretieren wären, wollte man denn immer tatkräftiger dabeisein, mitwirken. Nicht ständig nur von diesen, jenen Neuigkeiten böse überrascht werden. Dafür wurden im Kirchenstaat extra Beauftragte mit den entsprechenden Astronomie-, Physik- und Mathematikenntnissen installiert.

Vor allem in Nordamerika fand das Religionsmotivierte Gehör, und, nachdem der Einfluß europäischer Wissenschaftsart im Zweiten Weltkrieg weniger und weniger wurde, war man zusammen mit denen nordamerikanischer Herkunft zu einigem fähig. Der fruchtbare Boden, was so Kircheninteressen anbetraf, auf den stieß man tatsächlich bei den Nordamerikaabkömmlingen. Auf solche, die keinerlei Berührungsängste kannten. Keine Distanziertheit. Mit dem europäischen Wissenschaftsmenschen hatten die der USA nicht viel an Entschlossenheit gemein.

Zu einigem konnte man es bringen. Sich zu Dingen verhelfen. Selbst bei den Weltenentstehungslegenden war man am Schluß zum Allergrößten in der Lage. Als man es nicht länger bei irgendwas der alten freigeistigen wissenschaftlichen Unentschiedenheit belassen wollte. Vielmehr einen Entscheid sich wünschte. Daß eine ultimative Entscheidung falle, Durchgegriffen sollte überdies werden. Und, nachdem man Hubbles Wissenschaftstexte mehrheitlich schon für so bedeutend ansah. Da war das eine Verlangen nicht von schlechten Eltern, daß daraus auch was resultiere.

 

 

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