Manch Stange Dynamit zuviel knallte
Scheinbar hat die Erfindung des Dynamits im neunzehnten Jahrhundert bei manchen Leuten ziemlichen Eindruck hinterlassen. Daß sie sich selbst fürs Weltall Losknallendes überlegten. Was einen Böllerschlag für den Kosmos. Geschehnisse, nach denen ein Sprengmittel in die Luft flog. Mitunter gut, weil dergleichen einen Anfang bedeutet, die Streuung von herumstürzendem Zeug, Materie und einen Radius, bei dem alles mal wieder liegen bleiben müßte.
Nach diesem Radius und seine finale Ausdehnung hält man bis heute Ausschau.
Trotz dieser Blickwinkel, obgleich es Kirchenmächte zu unaufhörlicher Drängelei brachten, Einfluß suchten, kam es im neunzehnten Jahrhundert nicht zu einem Einvernehmen in der Wissenschaftswelt, was irgendwelche Weltenentstehungslegenden anbetraf. Nichts Großartiges passierte. Alle Möglichkeiten hielt man sich demzufolge unverzagt offen, gab weniger irgendwas zu. Egal, ob man was sollte oder nicht.
Um da dran doch was zu ändern, mußte sich nochgerade in der Zukunft eine gute Gelegenheit ergeben.
Und das, wiewohl so Kirchliches im neunzehnten Jahrhundert einen ziemlichen Einfluß in der Menschenwelt hatte. Auch bei den Europäern, in deren Ländereien. Etwas, was man sich mal vorstellen muß. Geradezu das, was Priesterschaft, die Kircheninteressen darlegten, ehedem alles in der Möglichkeit hatten. Um sich mal die Nachdrücklichkeit des Widerstands, den von denen wissenschaftlicher Fakultäten, vor Auge zu führen, Daß sich hier welche ihr Weltliches, ihre kühlere Distanz zu Religionsblickwinkeln und -betrachtungsweisen einigermaßen bewahren wollten, statt sich gängeln zu lassen. Vorgaben zu folgen, wie eine Welt zu sein hätte, wie nicht.
Ein wenig streng war man in Europa, sah hier das Wissenschaftliche und dessen Freiheiten, dort das Theologische mitsamt seinem Kirchenstaatwesen. Was auf europäischen Boden wohl auch mit mancher Vergangenheit zusammenhing, Verhaltensweisen, selbst über Jahrhunderte hinweg.
Bis sich da was auch nur irgendwie dran änderte, daß so das mit dem einen Knall-Moment durchgreifender werden konnte, das währte nochgerade noch Jahrzehnte. Jahrzehntelang blieben die der europäischen Wissenschaftswelt beim Altbewährten, jener Kühle, Distanziertheit. Bei dem einen Satz, der Ansage Ich weiß, daß ich nichts weiß. An eine Wissenslage, daß man irgendwie mit Entschiedenheit vortreten wollte, könnte, höchstens die Rede war mal von so was. Interesse an so was hatten die meisten Wissenschaftler kaum. Es bewahrte sich die eine Haltung, Glaube und Religion war das DORT. Währenddessen man die Wissenschaftswelt war.
Erst der Zweite Weltkrieg brachte eine gundlegende Veränderung. Mithin mit dem großen Umfang des Siegeszuges der Nordamerikaner auf sämtlichen Feldern der Wissenschaft. Was nicht nur mit der Größe der USA und der hohen Bevölkerungsdichte zusammenhing. Vielmehr mit der Tatsache: Im Verlaufe des Zweiten Weltkriegs ging es mancherorts in den Vereinigten Staaten zu, als wäre da überhaupt nichts los. Kein Weltkrieg, nichts. Viele in den Vereinigten Staaten, daß eine kriegerische Stimmung lediglich aus der Zeitung kannten. Durch die Propaganda in den Kinos, bei den Fernsehgeräten, von denen es immer mehr gab. Oder eben, wenn jemand zwischendurch Radio hörte.
Also: Es war Zweiter Weltrieg, auch für die in den US-Staaten. Bloß, wer Tag für Tag zivil in die Arbeit aufbrach, auch im Wissenschaftsbereich, für den war das Kriegerische eines Weltgeschehens eher ein Bewußtsein, eine Vorstellung. Als daß man wirklich in einem Krieg lebte.
Ganz anders, als es beispielsweise bei den Europäern, wie es bei denen zuging.
Infolgedessen, daß sich für die US-Wissenschaftswelt die Zweite-Weltkriegsszene zu einem wahren Siegeszug auf allen Ebenen der wissenschaftliche Forschung entwickelte. Auch dort waren die Nordamerikanischen unmittelbar die Sieger, hißten ihre Fahne.
Weil die Verhältnisse eben so waren, wie sie waren. Man seiner Forschungstätigkeit nachging wie eh und je. Das aus den US-Staaten hatte die Artikelweise der Wissenschaftsmagazine ab und zu fast ganz exklusiv für sich alleine. Derweil die aus den Vereinigten Staaten, als die Nachkommenschaft der Pilgerväter, überhaupt keine Berührungsängste mit Priesterschaft, Kirchenmächten hatten. Ob sie Absichten hinter was entdeckten, Religionshintergründe sahen oder nicht - die aus den Staaten, denen konnte man ganz offen seine Hinweise geben, Wünsche ansagen. Ohne als Schlauberger bezeichnet zu werden, Kopfschütteln hervorzurufen: Ts, was man nicht alles haben wollte.
Auf alle Fälle besprach man sich jede Menge miteinander, der Gottsucher-Wissenschaftler mit echter Priesterschaft, ohne großartig von Dritten besprochen zu werden. Auch das war mithin kaum der Rede wert, daß alles immer besser wurde, es geschah, daß diese Gespräche, telefonisch oder bei einem Amerikabesuch samt den ausgetauschten Briefnoten zu etwas führten. Den Urknall-Blickwinkel wollte man irgendwann jedenfalls als das EINE installieren, und siehe, man konnte das auch. Weltweite Proklamation war. Die Wissenschaftsarbeit von Hubble, Hubble und Kollegenschaft, die war dermaßen bedeutend. Das, was Hubble von der Reise der Galaxien kundgab.
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