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Blog von TeddeMehr

Was dem "Knall" hilfreich war

12. September 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kleinteile

In Europa war das Verhältnis zwischen den exakten Wissenschaften und so manchem Religiösem des öfteren eher unter aller Kanone. Ziemlich distanziert stand man sich oft genug im Laufe der letzten Jahrhunderte gegenüber.

Muß man sehen: Die Wissenschaftsleute wollten die Welt abbilden, wie sie wirklich war. Die Realität sollte der Blick in die Sterne zeigen. Und nicht die Weise, wie so das Weltall nach der Meinung dieser, jener Macht auf Erden sein sollte. Daß bestimmte Götter mit Sicherheit vorkommen sollten, wie eben die Interessenlage von diesen, jenem Gemüt war. Welche Bewandtnis es mit Gottheiten haben sollte. Oder auch nicht.

Der Einfluß von Glaube und Religion, das wurde zumindestens in Europa versucht, den so gering wie möglich zu halten. Man stand sich vielfach freundlich lächelnd, plaudernd sich miteinander unterhaltend gegenüber. Nur, Einfluß wollten die der Wissenschaft nicht auf sich nehmen lassen. Oder sich gar mit Ratschlägen überschütten. Das wies man von sich, mal einen Gott zum Vorschein zu bringen. Dafür zu sorgen, daß so einer sich notwendigerweise abbildet.

Also, in den europäischen Ländern war das Verhältnis von Glaube und Religion und den Lehrmeinungen der Wissenschaftler mitunter ziemlich zerrüttet. Was schon mal mit Galilei anfing, den man verhaftete und nach Rom verbringen ließ. Damit Galilei sich eines Besseren besinne. Eine Scheibe sollte die Erde sein und bleiben, keine Kugel. Wie im übrigen die Sonne sich um die Erde dreht und nicht die Erde um die Sonne.

Auch mit der Inquisition kriegten es Wissenschaftsmenschen häufig zu tun, mußten vor Häschern in andere Herren Länder fliehen. Mit religiöser Unterdrückungsmotivation war man hinter Leuten her. Es gab Folter, Scheiterhaufen. Die religiösen Blickwinkel, die suchten, sich in wissenschaftlichen Dingen abzubilden, Kontrolle über Wissenschaftsgelehrigkeit auszuüben. Was sich die der Wissenschaften nicht so gefallen ließen.

Man konnte das Verhältnis zwischen denen von Glaube und Religion mit der Astronomie und den Naturwissenschaften gut als Ehe bezeichnen, bei der die Partner wenig miteinander zu bereden hatten. Jedenfalls auf europäischem Boden. Wo sich voneinander distanziert verhalten wurde. Der Wissenschaftsmensch und der Klerikale und Theologische, die guckten sich distinguiert an.

Oder - wer glaubt das nicht, daß es nicht schon im neunzehnten Jahrhundert urknallen hätte können? Aus dem neunzehnten Jahrhundert war schon mal was von einem Urknall zu erfahren. Nur, daß es denn nicht urgeknallt hat. Wenigstens nicht so. Wie es im Heutigen urknallt. Vielmehr, daß alles beim alten und offen gelassen wurde. Offenes Ende. Man wußte von nichts was Genaures. Nur so weit, daß man sich gegenseitig annäherte, wie man das eben mußte. Der Urknall, der war eine Möglichkeit. Als Möglichkeit, daß man ihm allgemein zustimmte. Eine der möglichen Weltenentstehungslegenden, als die nahm man den Urknall. Weltenentstehungslegenden, bei denen sich ansonsten nicht zuviel tat. Etwas Einschneidendes ereignete sich mit keiner dieser Legenden. Allerhöchstens war mal die eine vorne, während anderes außen vor blieb. Bis sich wieder was änderte. Je nachdem. Wie eben die momentane Lage in der Erforschung des Weltalls war.

In den zwanziger, dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts ergab sich manche aufregende Situation. Auch eine solche entstand mal, daß es Kirchen an jungen Leuten mangelte, die Priester werden wollten. Damals auch schon mal ein Vorkommnis. So das, daß es der und der Kirche an Priesternachwuchs mangelte. Von dem her beklagte man auch die kalte Wissenschaftswelt, die den Zweifel unter die Leute brachte. Viel Science fiction wurde gelesen. Über Außerirdische diskutiert, die aus dem Himmel herabkommen konnten. Sich der Menschheit präsentieren. Diese, jene Hysterie wurde etwa in Nordamerika mit Marsmenschen erzeugt, die mit überlegener Technik auf der Erde Kriegerisches anzettelten. Um am Ende doch vom mutigen Menschen besiegt zu werden.

Gezwungen sah sich eine Kirchenseite dazu, nicht nur nach den Sternen zu gucken. An Wissenschaftsstudenten, daß man aktiv herantrat, mit ihnen besprach, ob sie zu Physik, Astronomie nicht auch die Theologie noch mitstudieren wollten. Um trotzalledem eventuell noch die Priesterkutte für sich zu nehmen. Selbst Kirchenstaatspöstchen versprach man. Allerlei drängelte da die des Religionswesens, daß sie selbst noch eine eigene Sternwarte im Kirchenstaat für sich errichten ließen. Der physikalischen Kosmologie, daß man hinterherzurechnen suchte, um Lücken in den Berechnungen zu entdecken. Eben, das Unterschiedlichste dort, das sollte mit den eigenen Augen nachgesehen und die Diskussion darüber untereinander geführt werden. Auf der Suche nach einer Strategie, mit der manchem entgegengetreten werden könnte. Obzwar da immer die Gottsucher-Wissenschaftler waren, die man seit eh und je auf seiner Seite wußte. Bloß, solange die ANDEREN, die einen höflich grüßten, mehr aber auch nicht, wenn man nicht grundsätzlich übersehen wurde, weiterhin die Oberhand hatten, war mit seinen kirchlichen Anliegenschaften nicht viel zu machen.

Einzig und alleine, plötzlich kam es denn doch zu was. Die dreißiger, vierziger Jahre. Enmal war Hubble mit seiner Wissenschaftsarbeit, seiner Artikelweise. Nahezu gleichzeitig war da denn ein schlimmer Krieg, der für viel Aussterben und Veränderung an Begebenheiten sorgte. Der und der einflußreichere Wissenschaftler büßte nicht nur sein Hab und Gut ein, damals, er verlor nochgerade auch sein Leben. Es wurde also aus dem und dem Grund gefehlt, nicht länger mitgeredet bei anderen, wo man früherhin was zu sagen hatte. Immer mehr gewannen die nordamerikanischen Wissenschaftsleute an Macht. Im Gegensatz zu denen aus Europa hatten die US-Amerikaner kaum Einbußen hinzunehmen. Alles war wie eh und je bei denen; nichts, das die Wissenschaftsarbeit störte Mit den Nordamerikanern schwang der Gottsucher-Wissenschaftsmensch sich immer besser auf. Der eine, der sich von Pfarrern die Beichte abnehmen ließ, deswegen auch Priesterschaft aufsuchte oder so welche selbst noch zu sich herbeibestellte, wenn er nicht irgendwie ohnehin selber Priester war.

Und Hubble mit seinen Galaxienbetrachtungen, mit Hubble und dessen nordamerikanischer Kollegenschaft wurde die Geschichte mit jedemmal tauglicher und tauglicher. Hubble, der die Reise der Galaxien betrachtete. Auf eine Art, daß sich der Urknall auf Tapet bringen ließ. Mit dem Urknall, daß man im Religionssinne drängelig wurde. Als Gottsucher. Die Perspektive, die der Urknall am Ende im Angebot hatte: einen Anfang, ein Zwischenspiel - und dann selbst noch ein Endspiel. Weil es am Urknall mal irgendwo mit allem aufhören muß HIER. Und - was war am Schluß? Der Jüngste Tag! Wem da nicht ausgeholfen ward.

 

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