Das in die Zwinge Einspannbare
Das war sicher das Wesentliche, das man mal zur Kenntnis nehmen müßte. Als da Leute Preisverleihung hatten - Jahr '20 nach dem Millenium und so - und in der Laudatio angesagt wurde, daß da einer Geschichte, die man nun schon seit Jahrzehnten mehr oder weniger herablassend als Wissenlage breittritt, weiterhin ausgeholfen werden muß. Und das spricht man an, bei all der ungehobelten bräsigen Unduldsamkeit, die man bei dem Ding über lange Jahre entwickelt hat. Voll drauf auf einer Art Wissenschaftskreationismus, der bestens mit einer Kosmosdistanz von hier bis zu vierzehn, achtzehn Milliarden Jahren zurechtkommt.
Bei allem, was darüber hinausgeht, wird's mit dem Böllerchen kompliziert.
Nichtsdestotrotz, es wird nicht lieber geschwiegen, man teilt das mit, daß dem einen, das man nun bereits seit Generationen als Wissen kundgibt, des weiteren unter den Arm gegriffen werden muß. Daß man weiter dran Maurerarbeiten zu verrichten hätte, an dem einen Fundament. Woran man ehedem ja auch dachte, daß Zukunftsgenerationen das müßten, sich den Knall zu behalten und eins bei ihm anzustellen: den Knall zu untermauern.
Ganz freiweg spricht man das also etwas aus, als wäre in aller Selbstverständlichkeit alle Weltöffentlichkeit mit einem in allerbestem Einvernehmen. Sähe das von Haus aus lange jeder ein, daß das eine folgerichtige Ereignis, was die Entstehung des Weltalls anbetrifft, ein Großer Knall, ein Urknall gewesen wäre. So ein Elementar-Böllerschlag.
Gekracht hätte es eben mal nebenher auch noch singulär. Das eine Wort Singularität, das bestens zur Ansage mit dem einen, einzigen Gott bei den Religionsblickwinkeln dazupaßt. Zum X-Faktor, der ebenfalls eins in sich birgt: daß der Faktor einen religiösen Bezug hat. Darauf hinweist, wie sehr sich Glaube und Religion und das Wissenschaftlich ehedem mal verbandelten. Miteinander in Einklang gebracht waren, vor Jahrzehnten.
Bei dem einen Knall-Moment, der vor allem einer Kirchenseite aushalf. Höchst irdenen Glaubenswelten und Wirtschaftsinteressen. Derweil es dem einfachsten Priester am Kirchenvorhof am Großen Knall noch gegeben war, unbesorgt über seine Schäfchen, Gemeindemitglieder hinwegzusehen und bei der Predigt vor ihnen die eine Schöpfungsgeschichte auszubreiten. Alles entwickelte sich dabei auf ein neues zur reinsten Sorglosigkeit, seit man da für seine Erdenweltblickwinkel für die Kosmosweite den einen elementaren Böllerschlag unmittelbar ausrief. Eine Groß-Installation nahm.
Geradezu jedwede jemals geäußerte theologische Besorgung, die Klageworte, geäußert heraus aus einem Kirchenstaat, die erledigten sich schlagartig am Großen Knall.
Unter den Werksstücken stellte sich denn das Wissenschaftliche als das Weiche, Nachgiebige, Formbare heraus. Das der Wissenschaftlichen war das, in die Zwinge zu klemmen, um daran das Unterschiedlichste an Bearbeitung zu unternehmen. Während sich so die bei Glaube und Religion in der Folgezeit, bei ihren besonderen Erdenweltgeschichten und den in Dauerbuchdruck befindlichen Büchern der Bücher restlos alles behalten durften. Von Anfang an. Selbst die eine Endspielszene, die geriet am Großen Knall noch in die Sicht. Daß sich mancher Gläubige allerhöchstens fragte, wie lange der Mist im Diesseitigen noch währen sollte, wenn man das Gute verkündigt gekriegt hatte.
Oder glaubt da wer, daß man deswegen keine Kosten und Mühen scheut, beim Sternengucken, Observatorieenhochrüsten, nur um das nächstemal irgendwelche dämliche Galaxien zu schauen?
Galaxiendinger, von denen man vor Ort mehr als genug hat! Umstellt ist man von Ga-la-xi-en ...
Für die des Theologischen, Klerikalen und Kirchenstaatlichen blieb mit der Ausrufung des Urknalls als die Hauptsache bei den Weltenentstehungsmöglichkeiten jegliches beim alten. Bloß SIE waren die, die bei der Kosmos-Situation Großer Knall gewannen. Als die Siegreichen, daß SIE was Größeres zu feiern hatten. Während die der kosmischen Wissenschaften es mit einer Explosion und einer Schockwelle zu tun kriegten. Erst mal, nach einem Knallort fahndete man genauer. Diesem einen Ursprung von allem. Dann das, das an den Ereignis-Horizont seitdem umständlich herangerechnet wird ...
Eine Fahndung wurde das, bei der sich der und der Wissenschaftler zwischendurch beiläufig der Profanität ergab. Nicht mehr allzuviel blieb von der vormaligen Heldenverehrung, die Wissenschaftsleuten entgegengebracht worden war. Irgendwie nahm selbst die Szene bei den Wissenschaftmagazinen von da an einen Charakter, als übten sich die Herausgeber, Verleger, die Fahnen überblickten, in Zensur. Veröffentlicht wurde jedenfalls nicht mehr alles an Wissenschaftsneuigkeiten. Allerhöchsten mit einer gewissen Verzögerung schickte man was ins Weltweite ab. Ehe nicht alles gegengeprüft war, gab's seltener eine Veröffentlichung. Als allererstes, daß bei der Prüfung nach der Großer Knall-Lage in einem Text geguckt wurde. Waren das Zeilen, die für den Knall gingen, oder solche, dagegen? Und die Science fiction mit ihren Außerirdischen, Extraterrestrischen, die war als trivial, billig, Schund herabzuwürdigen. Alles wurde bei den Groschenromanen angesiedelt, ob da ein Verlag was nun als Buch herrausbrachte oder nicht.
Während sich so eine Religionsseite selber mit nichts Trivialem vergleichen lassen wollte. So die Trivialität, das mit der ständig neu aufgekochten Suppe, solcherart Anwürfe, die wies man weit von sich. Mit der allergrößten Empörung.
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