"Die Augenzeugin": 204
29. Januar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Die Augenzeugin"
"Die heilige Nonne Verena wird mit ihrem frommen Wesen und den sich bewahrheitenden Visionen landauf, landab immer berühmter. Auf Pilgerfahrt begeben sich gottesfürchtige Leute. Zu der geheiligten Klosterfrau Verena zu gelangen. Vor ihre von jeder Sünde gereinigte Gestalt und ihr in Gott erleuchtetes Antlitz zu treten. Vor die Klosterfrau Verena. Klosterfrau Verena - hahaha!"
"Nein!"
"Und ob, Frau Tümmel - hahaha!"
Mit todernster Miene besah Herr Ernst sich Verena ausgiebig.
"Immer noch haben Sie aber Glück, Frau Tümmel", redete Herr Ernst, zuckte die Schulter. "Mich interessiert das nicht. Das, was ich gerade zu Ihnen gesagt hab' - das ist nicht meine Sache. Das heißt, wenn es so nicht sein muß, interessiert mich das nicht."
"Nich-nicht ...?" hörte Verena sich stottern.
"Aber ja doch, Frau Tümmel!" hielt Herr Ernst die Tatsache bestimmten Tones fest. "Mich interessieren keine Seelen. Oder so was. Was mich interessiert, ist Geld, Frau Tümmel. Geld. Geld will ich sehen. Weil ich Geld brauche. Einen Haufen Geld. Sonst nichts. In nächster Zeit hab' ich größere Summen nötig."
Blinzelnd schaute Verena distanziert auf Herrn Ernst, den Polizeibeamten.
"Wissen Sie was, Frau Tümmel?" zischte Herr Ernst Verena hin.
"Nei-nein ...", gab Verena zur Antwort, statt stillzubleiben.
"Daß heute auch schon ein guter Tag wäre, mit Ihnen ins Kasino zu fahren", unterrichtete Herr Ernst. "Die letzte Woche hätte es auch schon ein paar schöne gegeben, die wir ... Wie heute. Heute ist der nächste verlorene Tag."
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