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Blog von TeddeMehr

"Die Augenzeugin": 30

2. Dezember 2011 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Die Augenzeugin"

 

 

Im Büro des Herrn Mendls - Herrn Gerald Mendls - befand sich kein Mensch. Niemand.

 

Mit dem rechten Turnschuhfuß trat Verena gegen die Mitte des unteren Türrandes.

 

Nochmals dagegen.

 

Laut war das Geräusch. Die Holzfläche, die nachvibrierte.

 

"Aber hallo!" erklang Verena die Stimme einer Frau.

 

Unmittelbar bei Verena, die andere. Seitlich leicht von links hinten.

 

"Aber, also wirklich ...", wiederholte sich das mit der Ansprache der Dame für Verena, Verena, die vor Schreck zur Salzsäule erstarrt war. "Was fällt Ihnen denn ein! He, liebe Frau, reißen Sie sich bitte hier mal hübsch zusammen, ja? Wer glauben Sie, daß Sie sind? Sie können doch nicht denken, sich hier alles erlauben zu können. Wirklich nicht. Wenn bei Gerald zu ist, ist bei Gerald zu."

 

 

"Bitte, ich hab' um halb zehn Uhr einen Termin bei Herrn Mendl im Büro", plapperte es aus Verena heraus, Verena, die sich ihrer grauhaarigen Widersacherin unsicher zugewandt hatte. "Und Herr Mendl ist nicht da. Ist einfach nicht da. Herr Mendl sollte da sein, wenn ich um halb zehn komme."

 

"In drei Minuten haben wir zehn", versetzte die Bürodame zu Verena hin. "Zehn Uhr ist knapp eine halbe Stunde, die Sie zu spät dran sind, liebe Frau. Hätten vielleicht pünktlicher sein sollen, für Ihren Termin bei Gerald. Nun führen Sie sich hier aber auch noch auf, daß ich mich frage, wie Sie sich das erlauben können, ja?"

 

"Hab' mit Herrn Mendl wichtige Dinge zu besprechen", schnarrte Verena trotzig.

 

 

 

 

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