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Blog von TeddeMehr

"Drei Erwachen": 117

13. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"



Joachim eine Männerstimme, raumakustisch, als stände diejenige Person im Augenblick hinter seiner rechten Schulter. "Wo sind die Vertreter der kirchlichen Konfessionen abgeblieben? Hat man die nicht angerufen? Die Ärsche voll, oder was? Oder die wollen alle nicht kommen, eine konzertierte Aktion von denen? Schauen sich das lieber am Fernsehen an ... Morgen ist auch ein schöner Tag. Vielleicht der Spuk wieder vorbei."

"Ganz so wohl fühl ich mich auch nicht in meiner Haut, Leon", gab die Frau zu, die die obere Körperhälfte eines kurzhaarigen, gutaussehenden Mannes ins Bild genommen hatte, gerade Nase, volle Lippen, Anzugsjackett, weißes Hemd, dunkle Krawatte.

"Mann, was soll das sein, wenn einer von uns da hinmacht, sich dem gegenüber plaziert, sich verbeugt und eine Rede anstimmt?" fragte Leon. "Rechel ist hier der Bürgermeister. Die Mehrheit hat Rechel gewählt. Also kann nur Rechel das machen, sonst keiner. Rechel muß sich in nächster Zeit mal zusammenreißen, aufhören, nur dauernd mit Barbara vom Lokal-TV zu labern ..."

"Ganz deiner Meinung, Leon", stimmte die Weiblichkeit zu, die ihr Handy auf Daueraufnahme hatte. "Als gewählter Bürgermeister ist das die Pflicht Rechels. Rechel als der Wichtigste von uns muß Struktur in die Sache bringen. Die Polizei muß den Weg für Rechel freimachen ..."

"Wenn die Dinger nun nichts tun, als am Platz dort in der Luft rumzuschweben, wäre es auch nicht schlecht, wenn die wieder hier abhauen könnten", konstatierte Leon kurz für seine Freundin, Bekannte. "Auf gut deutsch: sich packen. Wo immer sie herkommen, wieder hinfliegen. Mensch, ich hätt heut nichts davon gebraucht. Wirklich nicht."

Die Handy-Kamera schwenkte die Unbekannte aus ihrer erhöhten Position - höchstwahrscheinlich einer Treppe - über die vielköpfige Menge drüber und zurück; das gleiche sofort wieder. Die kleinen Mädchen mit blümchengeschmücktem Haar in weißen Kleidchen und mit Blumenstreukörben, die vorne standen, fast unmittelbar unter den fremdartigen Flugobjekten, die mitten über dem Sängerplatz verhielten. Junge Leute, die fröhlich irgendwelche Fähnlein rumschwangen; geschrien wurde, applaudiert.



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