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Blog von TeddeMehr

"Drei Erwachen": 268

15. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"



Hab das auch von keinem Menschen verlangt, jemanden anzuzeigen."

"Bitte, Herr Herrmann, ich gehe hier nur meiner Arbeit nach." Auch Herr Rosendorn konnte ein Schulterzucken. "Will nicht lange um den Brei herumreden. Habe mich mit Ihrem behandelnden Arzt unterhalten. Es wurden mir einige interessante Einzelheiten mitgeteilt."

"Kann mich nicht drauf entsinnen, daß mir bisher viel mitgeteilt worden ist", erklärte Joachim, der am Plastikring unter seiner Nase zupfte, der dem besseren Atemholen diente. "Gerade war Besuchszeit. Meine Frau war kurz fort, hat auf der Station Fragen gestellt. Wüßte nicht, daß Nina viel Schlimmes von meinem Zustand erfahren hätte."

"Mir wurden Röntgenbilder gezeigt, Herr Herrmann", blieb Inspektor Rosendorn auf Kurs. "Es liegt eine Verletzung des fünften, sechsten Rückenwirbels vor. Vielleicht, daß Ihnen die nächsten Stunden ein kleinerer operativer Eingriff ins Haus steht. Darüber unterhalten sich die Ärzte gerade. Hätte man Sie nicht im Sanitätsauto von daheim abtransportiert, hätte das weitaus schlimmere Folgen für Sie haben können, das, was mit Ihnen geschehen ist. Von einem größeren Schaden an Ihrem Rückgrat haben die Ärzte mir gesprochen, der auftreten kann, bleibt die Sache unbehandelt. Der behandelnde Arzt kommt, glaube ich, bin ich in den nächsten Minuten wieder gegangen, auf Sie zu, um das ganz genau mit Ihnen zu besprechen, was geschehen sollte, Herr Herrmann. Sie müssen der Operation zustimmen."

Der Mund stand Joachim offen.

"Bitte, das wurde mir von den Ärzten, die ich getroffen habe, so gesagt, Herr Herrmann." Inspektor Rosendorn guckte Joachim an, ein treusorgender, harmloser Dackelblick. "Genauso, wie ich über die ganze Situation bei Ihnen Bescheid bekommen habe."

"Was für eine Situation soll das sein, bittesehr?" Unglücklich fühlte Joachim sich.

"Die tief dringenden Hiebe, die Sie abbekommen haben ...", setzte Herr Rosendorm fort. "Tief ist es Ihnen ins Fleisch gegangen. Unzweifelhaft Peitschenschläge, an Ihnen ausgeführt. Eine beinah ungehemmte Gewalteinwirkung. Deswegen führen wir diese Unterhaltung hier, Herr Herrmann."



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