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Blog von TeddeMehr

"Drei Erwachen": 286

15. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"




Ledersessel setzte. "Daß unsere letzte Sitzung so abrupt enden hat müssen, das war nicht das Beste. Leider war es eilig, hat sich nicht ändern lassen. Das mußte sein, daß wir abbrechen."

"Hat mir nicht viel gemacht." Joachim winkte ab.

"Bitte, Herr Herrmann, wie ein Notarzt stehe auch ich in Bereitschaft", setzte Frau Doktor Tatz fort. "Werde ich gerufen, weil meine Hilfe als Psychologin gefragt ist, weil es sonst nicht mehr viele Mittel gibt, muß ich schnell kommen. Alles stehen und liegen lassen, dem Ruf Folge leisten. Es ist meine Pflicht, den Polizeibeamten bei ihrer Arbeit zur Seite zu stehen."

"Hab davon in der Zeitung gelesen, Frau Doktor Tatz." Eifrig nickte Joachim. "Zwei Tage her, daß es drinnengestanden ist. Ein kleiner Artikel, im Lokalteil. Hab danach Ausschau gehalten, ob es was zu lesen gibt, wo eine Psychologin erwähnt wird. Hatte keinen guten Ausgang, die Geschichte. Das Mädchen ..."

"Es ist immer schlimm, stürzt sich ein junger Mensch, der das Leben noch vor sich hat, in den Tod." Die Stirn von Frau Doktor Tatz lag in tiefen Falten; mürrisch betrachtete Frau Doktor Tatz Joachim. "Leider war mein Einsatz an jenem Tag nicht von Erfolg gekrönt. Darüber möchte ich mich allerdings nun wirklich nicht mit Ihnen unterhalten, Herr Herrmann. Das ist in keinster Weise irgendein Thema zwischen uns, nicht wahr?"

"Ö ja, stimmt!" Eifriges Kopfnicken Joachims. "Mein Thema sind meine Alpträume. Daß meine Alpträume nicht nur Alpträume sind, sondern daß die Monster, die in meinen Alpträumen vorkommen, wirkliche Spuren an meinem Körper hinterlassen. Daß ich sie außerdem in der Gegenwart immer öfter in meinem alltäglichen Leben, beim Einkaufen oder ähnliches, zu Gesicht kriege. Das ist das Thema, Frau Doktor Tatz."

"Na, sehen Sie!" Ein trauriges Lächeln umspielte das Gesicht von Frau Doktor Tatz. "Besser hätte ich das nicht formulieren können. Sie sagen, das, was Sie träumen, das merken Sie immer stärker an Ihrem Körper. In Ihrem täglichen Leben. Das sagen Sie doch, nicht wahr?"

"Ja!" Die Schulter zuckte Joachim. "Habe ich das nicht vorhin gesagt, Frau Doktor Tatz?"




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