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Blog von TeddeMehr

"Drei Erwachen": 87

13. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Drei Erwachen"



Vorsichtig hatte Joachim mit einer einzigen Schlucktablette angefangen. Erst ein kleines Weilchen her. Nun wollte es sich bereits zum hinterfotzigen Charakter entwickeln.

Vorvorgestern entschloß er sich, die ganzen morphiumhaltigen Pillen und den Rest wegzusperren. Um zu entdecken, als er sich Stunden später irgendwann bewußt wurde, daß er, Joachim, an dem Aufbewahrungsschrank zurück war. Mit dem Schlüssel hatte er aufgesperrt, daraus herausgeholt. Um es in der Folge augenblicklich zu verdrängen.

Heute war es nun anscheinend genauso. Die Erinnerung an das eigene Treiben, die fehlte gänzlich.

Das war regelrechtes Suchtverhalten, sich selber hintenrum auszutricksen. Eigenes Tun, nachdem es getan war, wegzublenden.

Stand ihm da eine Sucht Gewehr bei Fuß? Eine Sucht, das hieß übersetzt: etwas, das schwierig loszuwerden war.

Wie kam Doktor Wieser überhaupt dazu, solch Zeugs nur in einem Schrank mit Verglasung aufzubewahren? Statt in seinem Stahlsafe? Was hatte der Mann denn in seinem Safe in dem Schrank seitlich von seinem Schreibtisch? Um nicht zu sagen: Für was hortete dieser Doktor Wieser derart viel Morphiumhaltiges? Für die Rheumatologie? Die Schmerztherapie? Die Behandlungsmethoden, die Doktor Wieser auf dem Tableau hatte? War hier nicht die natürliche Behandlungsweise vorzuziehen? Die, ohne Gewöhnung an ein zu schluckendes Medikament mit unleugbar harten Nebenwirkungen?

Auf einmal war Joachim Schwitzigkeit bei sich bewußt. Als bräuchte er augenblicklich den nächsten Tabletteneinwurf. Müßte er das Plastikröllchen vom Deckel befreien, sich herausholen, einschmeißen.

Abrupt erhob Joachim sich auf die Füße. Die Wut, die kochte in ihm.

Im Raum ließ Joachim das Taschenlampenlicht herumzucken. Das fensterlose Raumabteil mit den vier Liegen für die Patientenschaft in der Praxis des Facharztes Wiesers, die vielleicht auf dem Liegenpolster herumlagen, nachdem sie ihre heißen Fangopackungen kriegten. Weiße



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