"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 18
22. Februar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Den Rundgang beendete ich mit der Visite an der Kasse der Videothek, beim Hawaii-Hemdtypen.
Schließlich waren es Friedhof der Kuscheltiere, Spiel mir das Lied vom Tod und Psycho, das Original, Regie: Alfred Hitchcock, für eine Woche von mir ausgeliehen.
Alles uraltes Zeug.
Beim Hinausgehen aus dem Geschäftsunternehmen hab' ich mich gefragt, ob ich für Filmgeschichte nicht auch in die öffentliche Bibliothek reinmarschieren hätte können. Gucken, ob ich da davon was fände.
Die filmischen Werke mir aus der Stadtbibliothek zu holen, das wäre mir gewiß billiger gekommen. Obwohl ich gerade nicht wußte, wo mein Bibliotheksausweis war.
Als ich die Videothek verließ, war meine Laune allerbestens.
Die Sonne schien; nicht ein Wölkchen drohte am strahlend blauen Himmel.
Die Welt, für mich ausgezeichnet. Nie und nimmer wäre mir eine Idee gekommen, daß irgendwas mir drohen könnte. Nirgends in mir ein Gefühl, daß ein Absturz mir bevorstand.
Rein gar nichts, das mich auf irgendwas vorbereitete, was später war. Kein Mensch weit und breit, der mir bekannt vorkam, beabsichtigt hätte, mir vor die Füße zu treten. Sich vor mir aufzubauen. Ob männlich oder weiblich.
Echt wahr, die Lippen gespitzt, pfiff ich im Stehen melodiös ein paar Takte eines Liedchens.Yesterday von den Beatles. Hatte ich mir auf meinem Zimmer daheim zuletzt in einer Jazzfassung angehört, ehe ich von dort abgereist war.
Mensch!
Die Wagentüre hab' ich mit dem Funkschlüssel entriegelt. Eingestiegen bin ich in mein Fahrzeug. Die kleine Plastiktüte mit den Filmchen wurde von mir unter der Decke auf den Rücksitzen verstaut. Damit die silbernen Scheiben vor der Sonneneinstrahlung geschützt waren.
Zu rauchen hatt' ich wieder angefangen, mir demnach, weil keine Helen weit und breit war, die sich daran hätte stören können, eine Filter angezündet. Den Motor gestartet.
Das war für mich die Gegenwart.
Allerordinärste Normalität. Hundsnormal. Profan.
Grundsätzlich, hier festzuhalten: Warum gibt's da mit mir in der Hauptrolle am hellichten Tag so etwas Unübersichtliches? So was von einem Vorfall?
Das kann doch nicht möglich sein, oder?
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