"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 215
30. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Beste, freieste Sicht von drinnen für mich beobachtende Augen.
Ich hab' auch geschaut. Feste dorthin rumgeschaut.
Keine Bewegung nirgendwo hinter einem der weißen Vorhänge der Fensterscheiben des Bauernhauses, wenn ich hinblickte.
Trotzdem fühlte ich mich, als würde ich von den Fenstern links und rechts der braunen Haustür her bestimmt angesehen. Und wenn dem so war, war ich plötzlich der Meinung, könnte ich ganz locker hineintrotten. Mich auf die Innenhoffläche begeben, mich dort umtum. Bis einem das nicht paßte, er, sie zu mir her- oder herauskommt, sich bei mir erkundigt, was ich denn hier zu suchen hätte.
Nur ... Nur ...
Es war kein Weiterkommen.
Ich meine, da war für mich eine unsichtbare Grenze.
Die konnte ich nicht überschreiten, obwohl ich das wollte. Es war, als ob ich auf unbestimmte Weise wo dagegenliefe. Unglaublich.
Wie soll ich das nur beschreiben? Wie es verständlich machen?
Noch mal: Ich war wieder jenseits der Teerstraße. Ich war neuerlich entschlossen. Bin schnellen Schrittes über die Geiersdorfer Straße rüber, auf der die ganze Zeit meiner Anwesenheit bis dahin kein einziges Fahrzeug herauf- oder hinuntergefahren war. Hineinzugehen war angesagt, hinein auf den Tabert-Innenhof.
Schnitt.
Blinzelnd bin ich mitten in der unteren Ein- und Ausfahrt zu mir gekommen. Im Stillstand.
Mich fühlend, als hätte ich eben einen leichten Schlag auf die Nase gekriegt gehabt.
Nichts Schlimmes; etwas, das schnell zu vergessen war.
Aber es war Grenze! Da war Grenze!
Die Arme habe ich lang ausgestreckt, vor mir durch die Luft geschwungen. Ohne einen Widerstand zu spüren.
Zurücktreten konnte ich, nach vorn treten. Bis ...
Nicht weiter nach vor, nicht darüberhinaus.
Eine Barriere, über die konnte ich nicht hinweg.
Mehrere neue Anläufe habe ich versucht. Jedesmal fand ich mich stehend vor.
Habe mir das Gesicht mit einem Papiertaschentuch hergewischt. Voll durchnäßt habe ich es einfach auf den Teer hinab fallen lassen.
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