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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 287

24. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Nehmen wir am Montagnachmittag bei Frau Doktor Hella in der Praxis nur den Einstieg: Manuela und ich, vorm Kino, dem Unteren ...

Manuela und ich, wir begrüßen uns. Sprechen erstmals Sätze miteinander.

 

Frau Doktor Hella mischt sich in mein Gequatsche ein. Dann geht das ungefähr in der Tour:

 

'Was für Geräusche vernehmen Sie um sich herum, Herr Reil?'

'Autos fahren.'

'Was riechen Sie in dem Moment, Herr Reil?'

'Es riecht nach Popcorn.'

'Popcorn?'

'Ja. Popcorn.'

'Sie riechen Popcorn. Sonst riechen Sie nichts?'

'Es ist vorm Kino. Es riecht nach Popcorn. Frisch für den Besucher aufgepoppt. Danach riecht's.'

'Was hat Manuela am Körper an, Herr Reil?'

'Schwarzes, samtenes Sackminikleid. Samtstoff, der Glanz hat.'

'Wie sehen Manuela Dombrowskis Beine aus?'

'Lang.'

'Also, lang?'

'Klar, lang. Verschärft lang. So auf der Straße rumlaufen, das dürfen nur Mädchen.'

 

Und so weiter und fort. Auf der Wiederholungsschleife.

Immer hakt Frau Doktor Hella bei allem nach. Braucht ständig eins: Wiederholungen.

Puh!

Ob ich nicht davon erst richtig verrückt werde, heute?

Auf alle Fälle schafft Frau Doktor Hella den sicherlich beabsichtigten Effekt, daß Frau Doktor Hella mir laufend auf den Keks geht. Ohne, daß ich einmal ausrasten darf.

 

 

Frau Doktor Hella ist die Manuela-Geschichte unter anderem etwas eines klein bißchen tiefer sitzenden seelischen Problems von mir. Mit Wurzeln in meiner frühesten Kindheit.

Gerne hört Frau Doktor Hella es - Frau Doktor Hella, die mir im schwarzen Glanzledersessel gegenübersitzt, sich Notizen macht, konzentriert Kreuzchen malt, mal Häkchen setzt und Wörter einkreist -, wenn ich in die frühkindliche Lebensphase abschweife, Erinnerungen an Mutti und Vati hervorschaffe, als ich noch ganz klein, im Kindergartenalter und so war. 

 

 

 

 

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