"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 289
25. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Heute am Vormittag hat sie sich am Schluß auch wieder abgeregt, meine Angelika, nicht auf das grüne kleine Telefonsymbol an ihrem Phönchen gedrückt. Trotz der Nummer des Meinhardt-Sanatoriums auf der Anzeige.
Geredet jedoch hat Angelika deutlich in meine Richtung, daß ich es knappest beieinander hätte. Beim allerkleinsten Vorkommnis in der nächsten Zeit, würde sie, Angelika, zu Frau Doktor Hella gehen, sich mit Frau Doktor Hella unterhalten. Da drüber mit Frau Doktor Hella, wie komisch ich mich eins ums andere mal aufführe. Ob es deswegen für mich nicht das Beste wäre, wenn ich wieder eine Zeitlang eine Zimmerflucht im Meinhardt-Sanatorium hätte. Im Meinhardt-Sanatorium wäre für mich gesorgt, aufs beste.
Apropos, das habe ich die Zeilen oberhalb noch nicht getippselt, was schuld hat, daß Angelika und ich jetzt als Pärchen, das sich liebt, zusammenwohnt.
Schuld daran hatte eigentlich jener Sonntag im August. Ehe ich in den frühen Morgenstunden des Montags ins Krankenhaus gefahren werden mußte.
An jenem Sonntagnachmittag hatte ich Kurznachrichten geschrieben. Sie Angelika aufs Phönchen abgeschickt.
In einer dieser SMS nannte ich Angelika Herzenssternchen. Sie, Angelika, sei mein Herzenssternchen.
Herzenssternchen ...
Die Nachricht von mir hat Angelika ganz warm ums Herz gemacht.
Als Angelika am Sonntagabend nach Hause kam, nachschaute, was auf ihrem dritten Phönchen, das sie lautlos hatte, auf dem eigentlich nur mehr meine Anrufe, Sims-Einfälle und das eintrafen, los war, hat Angelika das mit dem Herzenssternchen gelesen.
Weil ich sie mein Herzenssternchen genannt hatte, konnte Angelika die Nacht von Sonntag auf Montag kaum schlafen. Hat sich im Bett herumgewälzt, darüber nachgedacht, wie sie, Angelika, das mit einer neuen Kontaktaufnahme mit mir im Laufe des Montags bewerkstelligen sollte.
Das hatte nämlich seine Problematik. Schließlich hatte sie, Angelika, mich jetzt tagelang auflaufen lassen. Keine Nachrichten hatte sie an mich geschrieben, auf keinen Anruf von mir reagiert.
In Wirklichkeit hatte Angelika schon daran gedacht, sich für ihr drittes Phönchen eine neue Nummer vom Telefonanbieter zuweisen zu lassen.
Herzenssternchen - mein Schlüssel zu Angelikas Herz. Mein Türöffner.
Ah, wenn Angelika nur die kleinste Ahnung hätte, daß ich mich knapp an nichts von den Vorfällen der Ereignisse des besagten Sonntags im August erinnern kann. Zumindest nicht, was tagsüber war, die späteren Stunden der Sonntagnacht zuvor.
Daß ich sie, Angelika, Herzenssternchen genannt habe, das weiß ich eigentlich nur daher, weil ich das selber auf meinem eigenen Phon gelesen habe.
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