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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 300

29. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Nichts, das Angelika seitdem vernehmen hätte lassen, daß Angelika die gelbe Tüte irgendwie anging.

Jedenfalls ist das einiges an Pillenzeug aus dem Psychokiste-Laden. Zwar sehr knapp am Ablaufdatum. Trotzdem gut für mich, zum Hinterherschmeißen, reicht mir das eine nicht.

Ah, demnach könnte ich, jetzt sofort, nachdem mir danach ist, in die Küche rübermachen. Die eine einzelne Reihe hervorholen, die ich zwischen Tüte und Schränkchenseitenwand dazwischengeschoben habe.

Oder?

 

Wenn Angelika mich aber auf frischer Tat ertappt ...

Zufällig, daß Angelika ebenfalls die Idee hatte, in dem Moment in die Küche zu kommen - und Angelika sieht mich.

Daß die Küchenschranktüre offen ist, daß ich wo drangegagen bin, eine gelbe Bauschetüte befingere. Mit meinen Fingerchen ziehe ich etwas Silbernes in Sicht. Das nach einer Tablettenreihe aussieht.

Am Schluß werden die Schachteln schneller von Angelika entsorgt, als ich mich überhaupt für irgendwas rechtfertigen kann. In Nahzeit, daß Frau Doktor Hella eine telefonische Übermittlung hat. Frau Doktor Hella erfährt, daß ich außer ihren noch andere Tabletten schlucke.

Obwohl das so nicht stimmt.

Habe mich nämlich bisher nur getraut habe, eine einzige Filmtablette der Zehner-Reihe herauszudrücken und kurz mit mehreren Schlucken Wasser einzuwerfen ...

Wirkung: fürs erste wenig prickelnd. Etwas, das sich bei zweien, dreien, vieren vielleicht bei mir ändert.

 

 

Was ich texte, ist doch egal.

Wenn ich mich nicht in die Küche rübertraue, erwischt Angelika mich ohnehin nicht.

Muß ich schon festhalten ...

 

 

Scheiße, daß Angelika da ist.

Wäre Angelika nicht in der Wohnung, hätte ich freie Schußbahn.

Könnte alles. Nach Herzenslust ...

 

Nach Herzenslust könnte ich ohne Angelika im Meinhardt-Sanatorium einsitzen.

Zwar sauber dort, aufgeräumt und geordnet. Einigermaßen nettes, behandelndes Personal.

Freiheit ist aber was anderes.

 

 

 

In mir der drängende Wunsch, mir den Autoschlüssel Angelikas zu greifen.

Angelikas schönes, kleines Stadtverkehrsauto aus der unterirdischen Garage ans Tageslicht zu fahren. Darin durch die Straßen der Stadt zu kurven. Irgendwann irgendwo rauf auf die Autobahn. Vollgas. Voll Stoff draufsteigen auf das Gaspedal. Was die kleine Karre hergibt, ihre Grenzbereiche austesten.

Möglich, ich entschließe mich, unvermittelt mitten auf der Autobahn anzuhalten.

Es passiert eine Minute lang nichts.

Dann: mit durchdrehenden Reifen rasante Kehrtwendung.

 

 

 

 

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