"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 306
31. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Ich möchte, daß Manuela zu mir kommt. Wie SIE an dem Nachmittag in der Stadt vorm Unteren zu mir gekommen ist. Etwas, was SIE seitdem so nicht mehr gemacht hat.
Aber, um Manuela rufen zu können, reicht es nicht, nur an Manuela zu denken. Nein, ich bräuchte irgendwas in der Hand ...
Deswegen hätte Angelika mir das Foto Manuelas nicht vom Läppie löschen dürfen.
Ich habe Angelika das auch überhaupt nicht erlaubt, das, daß sie mir das Manuela-Foto runterlöschen darf, nein, Angelika, die hat das einfach gemacht.
Angelika, du Miststück! Ich könnte dich ...
*
Fünfundzwanzigster September, foxy.jpg. offen.
Mittwoch am Vormittag. 10:43 Uhr.
Weil ich sie nicht in Ruhe lassen will, hat Angelika sich einen Eimer geholt, sich anschließend wieder in ihr Arbeitszimmer eingesperrt.
Wirklich wahr.
Und sollte ich noch mal nicht damit aufhören, bei ihr, Angelika, an die Türe zu klopfen, würde sie, Angelika, sich ernste Gedanken über mich in ihrer Wohnung machen. Als erstes könnte sie bei Frau Doktor Hella anrufen, ein bißchen bei Frau Doktor Hella sprechen. Darüber, daß ich unausstehlich, lästig bin.
Eventuell wäre das ein ziemlich simpler Weg für sie, Angelika, mich vom Hals zu kriegen. Ein paar Tage, Wochen, sogar Monate im Meinhardt-Sanatorium, die könnten mir sicherlich nicht schaden.
Hatte ich verstanden, daß es keine gute Idee war, von Angelika in den Arm genommen zu werden. Obwohl mir der Schweiß auf der Stirn stand, ich es dringend nötig gehabt hätte.
Die Tabletten, die ich nehmen müßte, die könnte ich gewiß alleine einnehmen, säuselte Angelika. Der Schlüssel sei im Schlafzimmer, in ihrer, Angelikas, alten Daheim-Jeanshose.
Die Dinger zum Schlucken seien abgezählt. Wäre ich so blöde, eine zu viel einzuschmeißen, würde eben gegenüber Frau Doktor Hella Kommentare zu meinem Verhalten abgeben. Meine Entscheidung.
Ich sollte ihr, Angelika, wirklich sagen, was denn los wäre. Was ich denn hätte.
Die Kühlschränke wären so voll, daß sie aus den Nähten platzten, obwohl seit Freitag keiner mehr beim Einkaufen war. Jederzeit könnte ich mir selber was kochen; Nudeln, Reis, Sachen auftauen. Alles, auf was ich nur Lust hätte.
Sie, Angelika, hätte Studentenfutter, Müsliriegel, die nächsten zwei Kästen Mineralwasser.
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