"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 321
5. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Manuela Dombrowski, die doch tot ist. Am Gnaden-Friedhof der kleinen Stadt unten hat Manuela Dombrowski ihr Grab. Unter schwarzer Erde. Mit Blümchen und Metallkreuz.
Das heißt, wenn die Taberts nicht in der Zwischenzeit dafür gesorgt haben, daß Grabsteine die letzte Ruhestätte Manuela Dombrowskis schmücken.
*
Erster November, foxy.jpg. offen.
Freitag am frühen Abend. 18:49 Uhr.
Angelika bleibt über das Wochenende bei ihren Eltern.
Sozusagen, um Landschaftspflege zu betreiben.
Die Spannungen zwischen Angelikas Eltern und ihrer Tochter Angelika sind geringer geworden. Die Stimmung ist ein wenig aufgehellt, nachdem Angelika nicht länger darauf besteht, sich mit mir verheiraten zu wollen.
Deswegen wird Angelika auch bis auf weiteres nicht ihrer monatlicher Apanage beraubt oder gar enterbt. Darf in ihren bisherigen Lebensstil sorglos weiterleben.
Obwohl es gut zu sehen gewesen wäre, wie ich reagiere, wenn sie, Angelika, kein Geld mehr hätte.
Aber auch Angelikas Vati und Mutti haben Angelika ein paar Zugeständnisse gemacht.
Angelika darf mit mir zusammenbleiben. Und sollte ich mit meinen Studiengängen fertig werden, ich eine Arbeitsstelle finden, dürfte auch einer Hochzeit Angelikas mit mir nicht viel im Wege stehen.
Vorher jedoch, nichts mit dem Aufgebotbestellen, der Heiraterei. Ich werde keine Familienmitglied.
Das heißt, Angelika hat mit mir Zeit gewonnen. Die Welt schaut nicht mehr ganz so düster für Angelika aus.
Angelika muß jetzt kein einziges teures Stück aus ihrer vollen Schmuckschatulle mehr versetzen.
Zum Beispiel einen mit Diamanten besetzten Armreif. Oder eines ihrer Golddiademe nach der Art altägyptischer Prinzessinnen. Beziehungsweise eines der beiden Paare dicker Platinohrringe in Tropfenform.
Wie Angelika sich das bereits in meiner Gegenwart ausgemalt hatte. Sollten ihre reichen Eltern bei ihr in der Zukunft für nichts mehr aufkommen wollen.
Nein, Angelika muß nichts aus ihrem Schatz verkaufen oder zum Pfandleiher bringen. Alles bleibt beim alten. Das sorglose Weiterleben mit mir ist für Angelika gebongt.
Nur besser fühle ich mich deswegen nicht.
Eh, würde es mich momentan wirklich gestört haben, hätte Angelika ihrer alten Herrschaften gehorcht?
Ich meine, beinahe bin ich enttäuscht, daß alles zwischen Angelika und mir bleibt, wie es war.
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