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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 335

9. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Ich: 'Das stört mich nicht, Christine. War nicht mit dir zusammen, sondern mit deiner Schwester. Würd' sagen: Entweder erklärst du mir jetzt was besser. Oder du kriegst das Bild nicht von mir. Ganz einfach.'

Ein Schniefgeräusch ließ Christine Dombrowski vernehmen. Ich beobachtete, daß Christine Dombrowski tief durchatmete. Christine Dombrowski: 'Na gut, Bernd! Ein allerletzter Versuch. Ich will dieses Bild. Und ich werde es bekommen. Weil das ein besondres Foto für mich ist, will ich es wiederhaben. Bisher will ich nichts als dieses Foto, Bernd. Gibst du mir das Foto, bin ich für heute sofort hier weg. Gib mir bitte das Foto, Bernd. Gib's mir einfach, jetzt sofort!'

Ich, grüblerisch: 'Ich müßt' doch schon was von dem Geheimnis wissen, Christine ... Irgendwie etwas, Christine. Ich mein', was ich bisher weiß - vielleicht fehlt mir nur noch ein klitzekleines Stückchen. So ein winziges Puzzlestückchen, ich könnt' alles erkennen, Christine ...'

Bösartig hat Christine Dombrowski mich mit ihren gelben Katzenaugen - Kontaktlinsen? -, die mir plötzlich zu Bewußtsein kamen, als hätte Christine Dombrowski die Augen nicht seit ihrem Hereinkommen gehabt, angelinst. Den Kopf mit den platinblonden Bauschehaaren hat Christine Dombrowski geschüttelt, nicht, um etwas zu verneinen, sondern etwas bei sich abzuschütteln. Vielleicht den Impuls, auf mich loszuspringen. Christine Dombrowski: 'Ich und du, Bernd. Sonst ist keiner hier. Du stellst meine Geduld auf eine Probe. Dazu laberst du nur Müll. Nichts als Müll.'

 

Plötzlich hatte ich eine Art Assoziation.

Den linken Unterarm habe ich mir diagonal vor die Brust gepreßt. Fürchtete, wenn ich einen Herzschlag hatte, hätte sich die Sache mit mir für jene Christine Dombrowski schlagartig erledigt.

Der Grund, warum sich Horror bei mir potenzierte?

Die Fotografie, die ich an der Geiersdorfer Bergstraßekurve gesehen hatte, war mir in den Sinn gekommen. Manuela Dombrowski, die zuerst auf einem hölzernen Koppeltor gesessen hatte. Seitlich von Manuela Dombrowski war etwas Verwaschenes, so ein großer, dunkler Scheme. Wie von einem Pferd, das bei Manuela Dombrowski nicht stillstehen hatte können, sich bewegt hatte, während der Fotograf das Bild schoß.

Dieses lediglich krude wahrnehmbare Dunkelbiest hatte ich beim Anblick Christine Dombrowskis unvermittelt in meinem Kopf. Daß ich die Frage in meinem Kopf hatte: War das wirklich Christine Dombrowski mir gegenüber? Oder etwas ganz andres?

Bloß, wie könnte ein schwarzes Foto-Monster mir jetzt als Christine Dombrowski ankommen? Obzwar: Außerhalb der Fotolandschaft geraten war mir das Biest zumindest einmal ...

 

Christine Dombrowski: 'Scheiße, Bernd, wie du dumm guckst. Du stellst meine Laune mal auf eine Probe. Und ein Scheißdreck ist das vielleicht, was du absonderst. Glaubst du doch alles selber nicht, was du anbringst.'

 

 

 

 

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