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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 376

24. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Ich sage das deutlich zu Angelika, daß ich nicht fremdgegangen bin. Nur bei meinen Eltern war ich für einen Tag unten. Hatte was in meiner alten Heimat zu erledigen. Was auch für sie, Angelika, von Interesse war.

Das Wort mit dem Interesse, das war das Stichwort. Daraufhin hat Angelika sich vom Tisch erhoben. Ist auf den Gang raus. In ihr Arbeitszimmer. Die Türe hat Angelika hinter sich zugesperrt.

 

 

Scheiße, was kann ich tun, als mich zu entschuldigen?

Langsam könnte Angelika wieder aufhören, sich künstlich aufzuführen, herumzuspinnen.

So kommen wir nun wirklich nicht weiter, Angelika und ich.

 

 

Die Härchen hinten im Nacken sind bei mir aufgestellt. Geradezu pocht mir das Blut in meinen Adern.

Bin voll auseinandergesetzt. Mir ist, als wäre etwas in unmittelbarer Nähe. Etwas da draußen.

Ich meine, ist etwas die Hauswand hochgekommen?

 

Daß das eine Möglichkeit für mich ist? Jemand, der Fassaden klettert ...?

 

 

Nach sämtlichen Fenstern habe ich sehen müssen.

Alles gut verschlossen, alle Rolläden nun wirklich unten.

 

Um zu sehen, ob bei Angelika der Rolladen oben und das Fenster aufgeklappt ist, müßte ich zu Angelika rein. Dann könnte ich dafür sorgen, daß bei Angelika augenblicklich die Schotten dichtgemacht werden.

 

Nur bei Angelika kann ich nicht nachsehen. Weil bei Angelika zu ist.

Bei Angelika im Arbeitszimmer spielt Musik.

Am liebsten hätte ich geklopft, Angelika befohlen, die Musikkacke sofort auszumachen.

Damit ich bei ihr drinnen was hören könnte. Es hören, wenn jemand bei ihr drinnen ist.

 

 

Hilflos habe ich ein paar Minuten vor mich hingeschluchzt.

Wie das jetzt gerade ist, es zugeht, das ist unerträglich.

 

Eine Gegenwart spüre ich. Etwas ist präsent.

Und alles, was ich tun kann, ist, alle paar Minuten nach der Wohnungstüre zu schauen. Vor Angelikas Arbeitszimmer zu laufen, durch die Türe nach drinnen zu lauschen.

Ist das nicht nur Musik bei Angelika drinnen - ist das Angelikas Stimme, Angelika, die sich mit jemandem unterhält?

Das kann ganz normal eine Freundin sein, mit der Angelika des Nachts ein Schwätzchen nötig hat, bei eingeschalteter Netz-Kamera auf beiden Seiten ...

 

 

Lange halte ich das nicht mehr aus.

Irgendwas muß geschehen. Daß das aufhört.

 

 

 

 

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