"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 39
29. Februar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Es muß etwas passieren, für den Schlaf, und wenn es was Tablettenmäßiges sein muß, muß es das eben sein.
*
Sechzehnter Juli, halb zehn am Abend.
Genaue Uhrzeit bei geöffnetem Tagebuch: 21:34 Uhr.
Ein schwül-heißer Abend.
Kaum auszuhalten.
Das war ein Erwachen, vor knapp einer halben Stunde ...
Die Zunge war mir so pelzig am Gaumen geklebt. Trockner Mund.
Vor den Augen hatte ich was Grelles. Ein Geflirre. Das nicht sofort wegging.
Wohl der Kreislauf.
Nach einem Weilchen, zwei, drei Versuchen, daß ich mich aufsetzen hab' können.
Brauchte Wasser zum Trinken und mußte aufs Klo.
Zur Wasserflasche am Computertisch bin ich getorkelt.
Übel war mir.
Am liebsten wär' ich aufs Klo gekrochen.
Übergeben hab' ich mich erst über der Kloschüssel ...
Bestes Timing.
Mann, hatte eingeschmissen!
Darauf hab' ich fünf Stunden gepennt. Wie tot.
Bezahlt wird das von mir jetzt mit Übelkeit.
Die ist zwar ein wenig abgeflaut, aber gut genug.
Zumindest kann ich am Stuhl sitzen bleiben.
Ist schon was.
Wundere mich, wie still um mich herum gerade die Welt ist.
Als wär' ich einsam und verlassen.
Seh' Vati in meinem Kopf, Vati, der in der Tür steht.
Dann wendet Vati sich ab. Nachdem Vati mich, den auf dem Bett Schlafenden, ein paar lange Momente zur Genüge betrachtet hat.
Den im Schlummer, den läßt man in Ruhe, was?
Ich meine, das mit Vati, das könnte in der Art gewesen schon so gewesen sein.
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