"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 416
8. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Keine Ahnung, wie ich alles die ganze Zeit so ruhig ertragen konnte.
Das eine oder andre Mal hatte ich ein nervöses Zucken, ein kurzes Zittern der Beine, mehr war im Grunde nicht bei mir.
Dagestanden bin ich in der Gegend wie ein ausgeschalteter Roboter, während die Freundinnenclique Angelikas um den Wohnzimmertisch gehockt ist. Erst wenn ein Fingerzeig von einer kam, regte ich mich.
Begreifen mußte ich, daß Angelika, die blöde Zicke, Manu zu sich eingeladen hat. Höchstpersönlich hat Angelika Manu die Wohnungstüre aufgemacht, Manu in Empfang genommen, nicht ich.
Jene Manu, die ich als Manuela Dombrowski kenne. Diese Manuela Dombrowski befindet sich jetzt in Angelikas Wohnung. Noch dazu mittenbei bei Angelikas Freundinnen.
Allesamt sind sie voll geblendet von Manu. Von dem Reichtum, den Manu ihnen präsentiert. Einen Reichtum, mit dem ich jene Manuela Dombrowski, die ich früher kannte, nicht in Verbindung bringen kann. Ganz davon abgesehen, was ich alles von Manuela Dombrowski weiß. Daß es eigentlich so was von unmöglich sein sollte, daß Manuela Dombrowski in der Gegenwart irgendwo bei jemandem in der Wohnung herumhocken könnte.
Schon gar nicht im Wohnzimmer Angelikas, meiner Freundin, Geliebten.
Die goldene Krone einer regionalen Despotin hat Manuela Dombrowski für die Doofen mitgebracht. Manuela Dombrowski, gekleidet in ein schwarzes Geschäftsfrauenminikleid, das Mitte ihrer bleichen Oberschenkel endet, schwarzes, enganliegendes Jackett mit nichts darunter.
Es ist schrecklich.
Und ich kann nichts sagen.
Ich kann Angelika und den Weibern nichts ansagen. Nichts, was sie alle im geringsten glauben oder das bißchen ernst nehmen würden.
Sie alle, die hin und weg sind von Manu.
Von mir würden Betsy, Laila, Veronika, sie allesamt denken, sie hätten es ja gewußt, daß ich irgendwann wieder austicke. Manu, die Angelika erst seit kurzem kennt, Manu, die hätte ich für meinen durchgeknallten Müll ausgesucht.
Arme Angelika, wohl wieder fällig, bei ihm, ihrem Bernd, das Meinhardt-Sanatorium.
Wann fällt es Angelika endlich wie Schuppen von den Augen? Wann gibt sie diesem Schizophrenen, Psychopathen denn den Laufpaß? Es müßte doch mal bald so weit sein.
Wenn ich die Polizei anrufe?
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