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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 424

15. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Allerdings - das sagte Frau Tatjana Christine Dombrowski von ihrem Mann Manuel Ernst -, daß es Herrn Manuel Ernst Dombrowski nie gelang, im Gewerbe respektiert zu werden. Obwohl Herr Manuel Ernst Dombrowski eine Zeitlang dauerhaft sechs Mädchen, Frauen für sich laufen hatte. Öfters sogar mehr.

Das war auch noch der Fall, als Frau Tatjana Ebershagen und Herr Manuel Ernst Dombrowski standesamtlich geheiratet hatten und das zweite Kind Manuela Christiane unterwegs war.

Als Manuela Christiane kurz zur Welt gekommen war, häuften sich in der Großstadt die Polizeirazzien in den Puffs, Eroscentern, Swingerklubs, Stundenhäusern und am Straßenstrich. Prostituierte ohne Gewerbeschein und einen Gesundheitsnachweis wurden festgenommen, unter Umständen mithilfe eines außerordentlichen Schnellerlasses mehrere Tage hinter schwedische Gardinen gesteckt.

Dabei ereignete es sich, daß Herrn Manuela Ernst Dombrowski seine Stuten - wie Herr Manuel Ernst Dombrowski die Mädchen, Frauen nach den Worten seiner Frau Tatjana Christine Dombrowski nannte -, eine nach der andern abhanden kamen, ohne daß er neue beschaffen hätte können. Außerdem herrschte zu der Zeit in der ganzen Stadt Krieg. Blutiger Verteilungskampf zwischen den verschiedensten Organisationen, herausragend der italienische Mafia und der Russenmafia. Und weil Herr Manuel Ernst Dombrowski weder zu den Italienern noch zu den Russen dazugehörte, schaffte Herr Manuel Ernst Dombrowski es nicht wieder, länger als zwei, drei Tage eines seiner Pferdchen an den Start zu bringen. Aus dem seriöserem Escort-Service, in den Herr Manuel Ernst Dombrowski mit zwei Studentinnen und Gattin Tatjana Christine einsteigen wollte, wurde in der Folge ebenfalls nichts. Weil glatzköpfige Mafiagestalten Herrn Manuel Ernst Dombrowski, der Tatjana Christine aussteigen hatte lassen, hinterherfuhren, ihn auf einem Parkplatz ansprachen. Mit Baseballschlägern, Schlagringen wurde Herr Manuel Ernst Dombrowski in dieser Julinacht von den Männergestalten hergeschlagen.

Als Herr Manuel Ernst Dombrowski, Verband am Kopf, das linke Bein in Gips, am Krückstock aus dem Krankenhaus heraushumpelte, war es das mit dem Zuhältergewerbe endgültig für ihn. Die einzige, die weiter an Herrn Manuel Ernst Dombrowskis Seite blieb, war Tatjana Christine, seine Ehegemahlin. Tatjana Christine hatte Herrn Manuel Ernst Dombrowski auch als einzige am Krankenbett besucht, sich echte Sorgen um ihm gemacht.

Die ganze Familie Dombrowski wechselte die Stadt. Zog sozusagen aufs Land. Frau Tatjana Christine Dombrowski trieb es mit Kundschaft in den Hinterzimmern ländlicher Striplokale, arbeitete dann und wann sogar anständig als Bedienung. Herr Manuel Ernst Dombrowski baute eine Verbindung zu Besitzern von Swingerklubs auf. Frau Tatjana Christine Dombrowski erschien wie zufällig auf der Szene, wenn nicht genügend Frauen anwesend waren. Dafür zahlte man Tatjana Christine Dombrowski einen gewissen Betrag als Pauschale. Kontaktanzeigen stellte Frau Tatjana Christine Dombrowski in die Zeitung. In für kurze Zeit angemieteten möblierten Wohnungen empfing Frau Tatjana Christine Dombrowski stundenweise Freier. Auch in einem Wohnwagen fuhr Herr Manuel Ernst Dombrowski seine Frau Tatjana Christine eine Weile in der Gegend rum. 

 

 

 

 

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