"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 476
5. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Das besagte Gebäude in der Gründelicherstraße, wissen wir jetzt, hatte einmal zwei weitere Stockwerke. Vor dem letzten Weltkrieg. Damals.
Fünfter und sechster Stock fehlen seitdem, wurden während den Restaurierungsarbeiten am Haus nicht wieder hochgezogen.
Könnte Herr Drakonie Rupertus Wank eigentlich nicht droben und drinnen gewohnt haben, wenigstens nicht nach dem Krieg. Hat Herr Drakonie Rupertus Wank jedoch getan, dort zu wohnen. Seit den späten vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
Auch in der Gegenwart ist Herr Drakonie Rupertus Wank weiterhin als Bewohner dieses Hauses in der Gründelicherstraße gemeldet. Ganz offiziell. Briefe - nicht nur solche zu Werbezwecken - gehen an Herrn Drakonie Rupertus Wank.
Frage: Erreicht Herrn Drakonie Rupertus Wank die Post auch? Ich persönlich und mein Mitarbeiter Thomas waren in dem Wohngebäude. Alle Briefkästen haben wir uns im Erdgeschoß an der Wand angesehen. Der vorletzte, der gehört Leuten, die Hemmkarg heißen. Hr. und Fr. Hemmkarg, Rentner, konnten Thomas und ich das Namensschild im Briefkasten lesen.
Und dann, der letzte Briefkasten der langen Reihe, an der Kastentür, ein Zettelchen unter einem Klarsichtklebeband - Wank, 5. Stock.
Wank, 5. Stock!
Weil der Aufzug kaputt war, bin ich mit Thomas zusammen bis in die letzte Etage hochgestiegen - vierter Stock. An der Wohnungstüre von Herrn und Frau Hemmkarg haben Thomas und ich geläutet.
Haben es drinnen klingeln gehört. Als Thomas und ich dachten, da käme keiner mehr an die Tür, hat sich uns die Türe plötzlich einen Spaltweit aufgetan. Als wäre überhaupt nicht zugesperrt gewesen.
Ein ziemlich ältlicher Mann, der zu Thomas und mir herausschaute. Er meinte, seine Frau hätte das Telefon. Sie würde augenblicklich den Knopf drücken, die Nummer der Polizei würde angewählt. Wenn wir, ich und Thomas, nicht sofort schnell wieder verschwänden. Am besten dorthin, wo der Pfeffer wächst.
Schnell redete ich davon, daß ich und mein Freund gekommen wären, nach Herrn Wank zu schauen. Nach Herrn Drakonie Rupertus Wank. Herr Drakonie Rupertus Wank, der hätte seine Wohnung bei ihnen, den Hemmkargs?
Der Alte schüttelte den Kopf, während er scharf blickte. Zur Antwort gab er, sie, die Hemmkargs, hätten keine Untermieter; täte ihm sehr leid.
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