"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 495
13. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Frau Ramona Gleibt: Und ob ich das denke! Was denken Sie sich denn? Das war wirklich nicht der Ort, plötzlich einpennen zu wollen, für keinen von uns. Nicht mit dem Dreckskerl da vor unseren Nasen. Nicht zusammen mit einem, dem keiner von uns normal einen Meter weit über den Weg getraut hätte. Einem, wegen dem jeder von uns nach der Polizei geschrien oder telefoniert hätte, hätten wir die Gelegenheit dazu gehabt.
Detektei Umschau: Sie glauben sicher ...?
Frau Ramona Gleibt: Ja, das glaube ich. Der hat mit uns irgendwas gemacht. Was keiner von uns direkt mitgekriegt hat. Hypnose. Oder irgendwas anderes. Ich erinnere mich genau, ich wollte wachbleiben. Unbedingt wachbleiben. Sehen, was der weiter treibt. Und nicht den Kopf herabsinken lassen. Um zu schlafen ... Habe Vati und Mutti gegenüber gesehen. Vati, Mutti hatten sich niedergesetzt, wie ich, Gabi und Sonja. Sich mit dem Rücken an den Tannenbaum angelehnt, Vati, Mutti. Die Gesichter waren Vati und Mutti zur Brust herabgesunken. Vati und Mutti waren schon eingeschlafen, atmeten gleichmäßig. Neben mir waren Gabi und Sonja auch weggetreten, schlummerten bereits. Nur ich - ich ... Ich konnte IHN weiter blinzelnd sehen. Ich alleine, ich wehrte mich noch immer gegen das Einschlafen. Als hätte mich eine kleinere Dosis erwischt. Angestarrt hat ER mich. Von oben herab. Unmittelbar über mir. ER. SEINE Gesichtszüge, von Schatten umspielt. Als wäre ich ein Insekt unterm Mikroskop, so hat ER distanziert auf mich heruntergeschaut. Dann hat ER mich gemein angegrinst. Mich. Mich. Ich dachte, wenn ich einschlief, war ich IHM hilflos ausgeliefert. Dabei war ER so schrecklich. So schrecklich. Ein böes, gemeines Monster. Das mich anfassen würde. Das dachte ich, daß ER ein grinsendes, gemeines Monster wäre. Das mich anfaßt. Wie kann ich mich einem grinsendem bösem Monster ausliefern, indem ich einfach einpennte? Aber - es half mir nichts. Nichts. Plötzlich war ich weg. Feste eingepennt.
Fortsetzung der Diktiergerätaufzeichnung der Erzählung Frau Ramona Gleibts in Gegenwart der Detektei Umschau, das heißt, den beiden Detektei-Umschau-Mitarbeiterinnen Frau Agathe Setzer und Frau Regina Datz.
Detektei Umschau: Sie haben uns angerufen, Frau Gleibt. Sie haben gesagt, daß Sie die Unterhaltung mit uns heute fortsetzen wollen. Heute, am 25.11.. Es ist jetzt halb acht Uhr am Abend.
Frau Ramona Gleibt: Meine Geschichte ist noch nicht zu Ende, geht noch weiter. Ich will sie fortsetzen, alles erzählen.
Detektei Umschau: Ja, Frau Gleibt ...?
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