"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 563
7. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Wenn der Mörder jedoch nur einer war, war es schwierig, den Überblick darüber zu bekommen, wie er die Tat genau begangen haben könnte. Spuren von technischem Gerät gab es am Tatort keine. Nicht mal die von einer Klappleiter, auf die der Täter eventuell hinaufgestiegen wäre.
Kein Mensch, der sich bisher auf einem Polizeitelefon gemeldet hätte, daß er sich erinnern könnte, die drei Holzpfähle auf der Waldlichtung schon früher in die Erde getrieben gesehen zu haben. Beobachtet wurde von den Spaziergängern dort auf der Lichtung auch niemand, der sich auffällig verhalten hätte. Auch nachts war nichts, daß jemand im Wald Auffälliges wahrgenommen hätte, etwa länger anhaltenden Lichtschein.
Die beiden Polizisten erzählten, daß es aussah, als wären die Holzpfähle per Hand in den Erdboden hineingetrieben. Durch bloße Körperkraft. Und dann wurde Herr Josef Greitel hochgehoben, Herrn Josef Greitels Körper auf die Holzspitzen geschwungen, damit sich die Spitzen in Herrn Josef Greitels Oberkörper hineinbohren konnten.
Was man nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen noch sagen konnte, war, daß Herr Josef Greitel das Ganze bei vollem Bewußtsein erlebt haben mußte. Eigentlich müßte Herr Josef Greitel aus Leibeskräften lauthals geschrien haben. In seiner Verzweiflung, daß sich Herr Josef Greitel die Pfahlspitzen noch tiefer in das Fleisch getrieben hat, während er wahrscheinlich alles probierte, sich aus seiner mißlichen Lage zu befreien.
Es bleibt bis auf weiteres die Frage, die sich die ermittelnden Beamten des Sonderkommandos stellen, warum der oder die Täter Herrn Josef Greitel auf eine solche brutale und gleichzeitig obskure Weise umbringen mußten. Sehr erinnerte das an einen Ritualmord. Oder an eine mittelalterliche Exekution.
Für die Kommissare ein rätselhafter Fall. Herr Josef Greitel war ein verurteilter Einbrecher, Schläger. Was Herr Josef Greitel anstellen hätte können, daß jemand sich für ihn solch eine Todesart ausdenken würde, das wußte man nicht. Oder wurde Herr Josef Greitel als abschreckendes Beispiel als Verräter hingerichtet?
Weil die Hinrichtung Herrn Josef Greitels im Geiersdorfer Wald stattfand, ließ das die Ermittlungsbeamten schon an die Nähe zu Herrn Hans-Georg Taberts Bauernhof denken. Andere der Tabert-Familie lebten ebenfalls in Geiersdorf. Nur, auf der anderen Seite, war das wieder zu nahe an den Taberts. Die Taberts wären vollkommen verrückt, jemand aus ihrem Bekanntenkreis in der unmittelbaren Nähe ihres Wohnorte umbringen zu lassen. Schließlich sicher, daß die Polizei sofort an die Tabert-Brüder denken würde.
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