"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 633
2. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Diese Karte hatte Frau Melanie Uschke wiedergefunden, sich in den Zug gesetzt, um in die Stadt abzureisen, in der die Detektei Umschau ihren Sitz hat.
Frau Melanie Uschke hatte uns von der Detektei Umschau nämlich Neuigkeit zu erzählen, Vorkommnisse betreffend, die sich vor jenem Tag abspielten, an dem Frau Angelika Rebhaus, die Partnerin von Herrn Bernd Reil, sich damals in den Tod stürzte.
Will Sie, Herr Doktor Weil-Esch, überhaupt nicht lange mit irgendwelchen Deutungen meinerseits aufhalten, was das angeht, was Frau Melanie Uschke uns mitgeteilt hat. Deshalb hier sofort das schriftliche Gesprächsprotokoll, transkribiert von Frau Agathe Setzer, Mitarbeiterin der Detektei Umschau.
Detektei Umschau (Herr Augustin): Vielen Dank, daß Sie bereit sind, Ihre Geschichte noch einmal zu wiederholen, Frau Uschke, während unser Aufnahmegerät mitläuft. Nicht selbstverständlich, daß Sie das tun. Vielen Dank.
Frau Uschke: Ach was, Jungchen. Kein Problem. Macht mir nichts.
Detektei Umschau: Warum sind Sie damit nun zu uns von der Detektei Umschau gekommen, warum sind Sie damit nicht zur Polize gegangen, Frau Uschke?
Frau Uschke: Die Bullen? Was will ich damit denn bei den Bullen, Jungchen? Für die ist das alles lange erledigt. Jahre vergangen, seitdem. Ein Fall, klar wie Kloßbrühe. Bullen, nein danke. Sie dagegen, Sie sind Detektive. Mir einfach wesentlich sympathischer als irgendwelche Polypen. Denen von der nächsten Wache heute damit zu kommen, denen noch was davon zu stecken, ich weiß nicht. Da sind Sie schon ein anderer Fall. Bei Ihnen fühlt sich alles einfach anders an. Mit Ihnen redet's sich angenehmer, entspannter. Freier. Vielleicht, weil Sie ein anderes Verständnis für die Sache haben. Außerdem war ich damals schon die einzige, die meinte, sie hätte noch etwas andres gesehen. So ernst genommen haben die mit der Uniform mich von Haus aus nicht. Obwohl ich noch mal zu denen gegangen bin. Und dann, wenn die mir die Frage stellen, warum mir das erst heute eingefallen ist, da könnte mir sicher ja noch was einfallen. So würden die reden. Nee, nee. Damals war die Geschichte aktuell. Nicht nach all den Jahren. Besser läuft's für mich sicher bei Ihnen. Sie sind eine Detektei, zu Ihnen bin ich gerne im Zug hingefahren. War eine angenehme Reise. Stricken und Landschaft gucken.
Detektei Umschau: Sicher ist das heute Jahre her, daß Frau Angelika Rebhaus Selbstmord begangen hat. Sich vom Flachdach des Hauses, in dem sie zur Miete wohnte, in den Tod herabstürzte. Denke mir, wenn Sie, Frau Uschke, sich heute an was Interessantes erinnern, bei der Polizei würde man Ihnen auch zuhören.
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