"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 674
17. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Frau Trude Block: Etwas Schreckliches.
Detektei Umschau: Etwas Schreckliches? Was denn Schreckliches?
Frau Block: Herr Hänsel ist tot.
Detektei Umschau: Was? Herr Josef Hänsel ist tot?
Frau Block: Ja!
Detektei Umschau: Warum soll Herr Josef Hänsel tot sein?
Frau Block: Herr Hänsel ist tot. Heute morgen nach zwanzig nach acht in der Früh, hat Frau Hänsel - die Mutter von Herrn Hänsel -, vor meiner Wohungstüre gestanden. Mich hat Frau Hänsel aus der Wohnung herausgeklingelt. Ich habe leider aufgemacht und mußte dann mit Frau Hänsel hoch.
Detektei Umschau: Ja?
Frau Block: Zwei, drei Minuten hat Frau Hänsel oben an der Wohnungstüre Herrn Hänsels, ihres Sohnes, geklingelt. Ich wollte schon wieder runtergehen, weil mich das alles nicht interessierte und zu lange zu dauern anfing. Frau Hänsel hat aber verlangt, daß ich weiter dabliebe. Oder sie, Frau Hänsel, würde die Polizei anrufen. Polizei im Haus mußte nicht unbedingt sein.
Detektei Umschau: Was hatte Frau Hänsel, Herrn Josef Hänsels Mutter, denn für ein Problem?
Frau Block: Frau Hänsel hat mir und den Umstehenden auseinandergesetzt, daß Herr Hänsel, ihr Sohn, in seiner Wohnung sein müßte. Sein Auto stehe unten. Und zwar seit Tagen immer am gleichen Platz geparkt. In die Runde hat Frau Hänsel gefragt, ob jemand ihren Sohn die letzten Tage gesehen hätte. Hatte keiner. Nur die Bank-Tussi hätten wir gesehen, ja? Die Bank-Tussi, die sähen wir, wie sie im Auto vorm Haus ankommt, reingeht, im Lift hochfährt, wie sie im Lift wieder runter- und im Wagen wegfährt. Sonst sähen wir niemanden. Das könnte doch nicht die Möglichkeit sein, daß sie, die Mutter, kurz nach acht Uhr früh in das Haus käme, in dem ihr Sohn zur Miete lebt - und ihr mache der eigene Sohn nach mehrfachem Dauerklingeln nicht die Wohnungstüre auf. Da würde doch nicht stimmen, oder? Einige haben genickt, ich nicht. Es wäre etwas mit ihrem Sohn, das wäre sie, die Mutter, sich sicher. Von mir verlangte Frau Hänsel, daß ich ihr den Wohnungsschlüssel zur Wohnung ihres Sohnes herausrücke. Das zu tun habe ich mich geweigert. Hat Frau Hänsel den Schlüsseldienst angerufen. Nach zehn Minuten war der Mann vom Schlüsseldienst da, weil Frau Hänsel der Firma bereits den Auftrag gegeben hatte. Der hatte praktisch nur auf den Anruf Frau Hänsels gewartet. Drinnen in der Wohnung steckte kein Schlüssel. Nach vier, fünf Minuten hatte der vom Schlüsseldienst die Wohnungstüre offen.
Detektei Umschau: Sie hätten wegen dem Verhalten Frau Hänsels die Polizei anrufen können, Frau Block ...
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