"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 69
11. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Manuela: 'Hört sich komisch an - 'nahegelegt' ...'
Ich: 'Kann man sagen. War überhaupt nicht nett von denen. Wie die mich gedrängt haben. Ein paar Jahre war ich schließlich schon Berufssoldat, immer fit. Und dann zieh' ich mir plötzlich einen Schaden der Bandscheibe zu, daß es nicht weitergeht, und sie lassen mich fallen. Beinah', wie eine heiße Kartoffel. Hatte damals die Absicht, auf Auslandseinsatz zu gehen. Hab' ich beerdigen können. Die Gefahr bestand bei mir sogar, daß ich dauerhaft im Rollstuhl bleibe. Dem war aber zum Glück nicht so. Trotzdem ... Höchstens noch fürs Büro hätt' ich getaugt. Angeboten haben sie mir auf alle Fälle dahingehend nichts. Weiß nicht, haben die gemeint, ich hätt' das mit meinem Unfall absichtlich herbeigeführt, um nicht auf den Einsatz ins Ausland zu müssen. Für den ich mich freiwillig gemeldet hatt'. Jedenfalls war da bei Gesprächen so ein Unterton ... Na, der Ton macht die Musik. Ist überall so. Hab' ich dann, weil's nichts mehr für mich dran zu ändern gab, ans Studieren gedacht. Siehe da, jetzt studiere ich. Bin Student.'
Ich bitte schön, Tagebuch!
Warum erzähle ich das Manuela?
Helen war jahrelang meine Freundin, heiraten wollte ich Helen - und Helen weiß Dinge nicht ganz so genau.
Helen hat den Grund, warum ich kein Soldat mehr sein konnte, nie derart detaillierter von mir erfahren.
Vermutungen hat Helen welche angestellt, wenn ich wieder zu starke Kreuzschmerzen hatte. Nachdem Helen eine Tablettenpackung von mir überschaute, im Beipackzettel las.
Meine Eltern, Geschwister haben auch kaum Ahnung, was das anbetrifft. Wissen nichts Genaures.
Für die Reha bin ich schließlich nicht hierher nach Hause gekommen.
Mann!
Worüber ich spreche, verehrtes Tagebuch: Bei Manuela da auf der Parkbank fliegt mir das aus dem Maul, daß es nicht zu fassen war. Wie nichts kriegte Manuela das Geheimnis von mir auf die Lauscher.
Kurz sitze ich, nach all den Jahrestagen, die in der Zwischenzeit waren, mit Manuela auf dem Holzbänkchen im oberen Stadtpark, schon bekommt Manuela Sachen von mir zu hören, die ich üblicherweise lieber verschweige.
Weil's keinem was angeht, wenn man mir das schon nicht ankennt, weil ich ganz in Ordnung scheine.
Nur, Gewichte heb' ich üblicherweise keine mehr. Aber - wem muß das so auffallen? Auch ohne Gewichteheben kann's rundgehen beim Sex. Oder auf Arbeit, da kommen mir Helferlein herbei ...
*
Achtzehnter Juli, mein Tagebuch.
Nach der Mitternachtsstunde. Genaue Uhrzeit: 01:03 Uhr.
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