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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 72

12. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

Ich: 'Hatt' ein paar Bier. Schnaps hatten wir auch gesoffen. Und was geraucht ...'

Manuela: 'Liebe muß blind machen, Bern-die. So hast du dich nämlich eigentlich nicht angehört, als ob dir das mit Katrin groß leidgetan hätte, als du den Mund aufgemacht hast. Dachte eher, du wolltest hochkommen, mir eine reinhauen, weil ich was zu dir gesagt hab' ...'

Ich: 'Hab' ich mich nicht für alles bei dir entschuldigt? Auf dem Boden bin ich vor dir gekniet, Blume in der Hand. War das nichts?'

Manuela: 'Ach, das? Hinknien kann sich echt jeder. Mir ein Blümchen schenken, das er vorher beim Freund daheim aus dem Blumenstrauß für die Mutti rausgezupft hat, auch. Mir fehlt gerade die Idee, warum ich dir, Berndie, nicht gesagt hab', daß Schluß wäre. Ende, aus. Aus und vorbei. Nein, das, daß du Katrin ... Auch heute noch kann ich das nicht einsehen. Versteh's nicht. Wie du Katrin küssen hast können. Wie du die fette Schlampe Katrin umarmen und küssen hast können. Mit Zunge - igitt!'

Ich: 'Weiß noch, wollten dich bei deinen Alten in der Wohnung abholen. Nur hat uns keiner aufmachen wollen, Manuela, als ich mit den anderen drei bei dir an der Wohnungstür geläutet hab'. Von drinnen hörten wir jede Menge Schreierei ...'

Manuela: 'Ja, mein Vater hatte wieder einen seiner total schlechten Sufftage. Übel, übel. Hat Mutti an den Haaren durch die Wohnung gezerrt, nach Mutti gehauen. Es war fürchterlich.'

Ich: 'Gerd, Ray, Beppi und ich, wir konnten nicht zu dir rein ... War sinnlos, draußen rumzustehen, wenn keiner rauskommt. Und, vielleicht warst du überhaupt nicht daheim, Manuela ... War die Möglichkeit. Sind wir zusammen zu Joeys weiter. Du warst nicht bei Joeys drinnen. Bist erst nach Mitternacht zu Joeys rein, glaub' ich. Da war ich lange ganz schön angeschossen. Ziemlich hacke. Daß ich überhaupt noch gerade am Tisch gesessen bin ...'

Manuela: 'Du bist sehr gut am Tisch gesessen, als ich davor gestanden bin. Sehr gut. Katrin hast du geküßt gehabt. Mit Zunge. Ekelhaft.'

Ich: 'Wenn ich was noch weiß, dann das, daß du nicht lange bei uns am Tisch neben Katrin und mir gehockt bist - angefangen hast, Katrin zu zwicken, Katrin an den Haaren zu ziehen ...'

Manuela: 'Was du nicht alles noch weißt! Dabei ist das so lange her. So angeschossen, hacke kannst du also nicht gewesen sein, Bern-die. Wenn heute die Erinnerung so gut ist.'

Manuela und ich fingen neu mit einer Runde Schweigen an.

In die Hände klatscht Manuela plötzlich neben mir auf der Parkbank, schaut aus, Manuela, als freue sie sich über irgendwas.

 

 

 

 

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