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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 747

12. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Es stimmt also nicht ...?

Frau Christine Dombrowski: Na gut. Mutti und ich haben gestritten, erinner ich mich. Weil Mutti gesagt hat, ich wär erst kürzlich bei ihr in der Hegel gewesen. Dabei war ich das nicht. Sagt Mutti, ich hätt was dagelassen. Zeigt Mutti mir eine Schachtel. Viele Fotos drinnen in der Pappekiste. Ich und Manuela auf den meisten Fotos. Nur - ich war das nicht, die Mutti die Schachtel gegeben hat. Ich hab nicht gecheckt, was das für Fotos waren. Viele Fotos mit Manuela drauf. Und ich. Auch die Type Fransen. Hab's nicht geglaubt. Entwickelt hatten die in der Apotheke in Geiersdorf. Da wollt ich hinfahren, nach Geiersdorf. Dann hab ich plötzlich überall Polizeiautos gesehen. Bin ich lieber im Zug abgereist, fort aus der Gegend. Ehe ...

Detektei Umschau: Sie sagen, Sie wollen das nicht gewesen sein, der Ihrer Mutti die Schachtel gegeben hat? Entschuldigen Sie, ich habe keinen Durchblick.

Frau Christine Dombrowski: Hatte ich auch nicht. Ich bin dagesessen, hab meine Mutti so angestiert: He, gibt's mich doppelt? Oder was? Als ich Monate später das nächstemal bei Mutti zu Besuch war, hab ich nur noch die leere Pappschachtel gefunden. Mutti konnt mir nicht sagen, die Schachtel leergeräumt und wo sie die Fotos hingetan hat. Bernd Reil war da vorher bei Mutti in der Wohnung, meinte Mutti, ob der ... Mutti dachte, der könnte die Fotos alle genommen haben.

Detektei Umschau: Herr Reil hat nicht geschrieben, er hätte die ganze Schachtel Fotos von ihrer Mutter gekriegt ... Nur drei.

Frau Christine Dombrowski: Ich hab schon mal 'nen Filmriß. Mutti auch. Bei den Antidepressiva, die Mutti massig schluckt. Ich mein, ich könnt mir das mit der Schachtel mit den Fotos drinnen auch nur eingebildet haben. So was kommt öfter bei mir vor. Heute morgen dachte ich, ich wär sechzehn, bei mir daheim auf dem Zimmer. Bin zur Türe gelatscht. Stelle ich fest, daß die Tür zu ist. Die geht nicht auf. Und ich bin auch nicht in der alten Wohnung mit Manuela auf meinem Zimmer. Sondern mit einer Kollegin. Wir beide, in einer Zelle. Die hat bei nem Bruch Schmiere gestanden. Hatte auch Bewährung. Jetzt kriegt sie auch das Brett, wie's aussieht. Wie ich.

Detektei Umschau: Die Fotos mit Manuela, sagten Sie, die haben Sie zusammen mit Ihrer Mutter durchgesehen?

Frau Christine Dombrowski: Hab ich gesagt. Erinnere mich jedenfalls, daß ich sie mit Mutti zusammen durchschaute. Aber, wenn ich träume, könnt ich so was auch machen. Manuela auf Fotos sehen. Manuela sogar lebend. Auch mit roten Haaren. Habe ich auch schon. Aufregen tut mich das nicht. Deswegen reg ich mich nicht auf. Auch nicht hier im Gefängnis. Das nennt sich Flashback. Das kommt vom Gehirn. Kommt davon, weil ich was geschnupft hab. Mir was gespritzt. Jetzt, hier im Knast, mache ich das zwar mal nicht - trotzdem spinnt mein Hirn. Solange das kein Horror ist, auf den ich komme, geht das ja noch. Nur sich an die tote Schwester mit roten Haaren erinnern, obwohl sie eigentlich, als sie lebte, keine rote Haare hatte, die sich nie die Haare färben wollte - es gibt Schlimmers ...

 

 

 

 

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