"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 92
19. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Manuela: 'Wir können auch später noch ins Joeys, Bern-die. Vorher könnten wir noch ins Mezzolatte reingehen. Ja, gehen wir ins Mezzolatte, Bern-die.'
Ich: 'Warum nicht? Gehen wir vor Joeys noch ins Mezzolatte. Hab' ich nichts dagegen.'
Bin voraus, hab' die Glastüre in die Bäckerei mit der Schulter einwärts aufgedrückt. Dann Manuela mit einem ausschweifenden Wink der Hand und mich servil leicht vorbeugend bezeigt, daß sie an mir vorbei hereinkommen sollte.
Breit hat Manuela mir hergegrinst.
Unter meinem Blick ist Manuela in ihrem schwarzsamtenen Sackminikleid an mir vorübergeschwebt. Abgestoßen habe ich mich mit dem Rücken von der Glasfläche, Manuela hineinzufolgen. Zuerst in das Bäckereiladengeschäft, dann durch die Passage - mit Serviertheke samt großer Kaffeemaschine und allem Drum und Dran, dem Regal mit Tellern, Tassen und ein, zwei gerahmten Auszeichnungen an der Wand eins weiter -, um eine Sekunde darauf ins Café Mezzolatte selbst zu gelangen.
Manuela und ich, Tagebuch, wir waren also im Mezzolatte.
Nicht eben menschenentleert, das Café Mezzolatte, an dem Nachmittag. An den Tischen und auf den Stühlen im Mezzolatte hockten ein paar Menschen, Leutchen mit Augen. Mit denen der eine oder andre hochschaute, als Manuela eintraf, ich Manuela auf dem Fuß dahinter.
Mitten im Mezzolatte ist Manuela geschritten, wählte für mich und sie den Tisch.
Augenpaare begutachteten Manuela und mich.
Ich muß sagen, für mich war alles im Mezzolatte stinknormale Welt. Jede Idee, die ich hab', Tagebuch, hab' ich heute, hier und jetzt.
*
Zwanzigster Juli, mein Tagebuch.
Uhrzeit: 01:53.
Immer noch die gleiche Stunde, Tagebuch.
Fange jedoch in Dir mit einem neuen Eintrag an. Weil ich Lust dazu hab'.
Nichts Ungewöhnliches bis hierhin, die Geschichte mit Manuela.
Denkst darüber nach, was der Idiot bloß dauernd will, nicht wahr, Tagebuch?
Das mit dem Hammer, der mir mit seinen Schlägen auf den Schädel niedersaust, das ereignet sich schon noch, liebes Tagebuch. Brutal bin ich in der Gegenwart, um in der Bildsprache zu bleiben, von diesen Hammerschlägen in Mitleidenschaft gezogen.
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