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Blog von TeddeMehr

"Wissen" ändert schon viel

1. November 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

So Zeiten allergrößter Tristesse herrschten vor, bei zweiter Weltkrieg und Umgebung. Nichtsdestoweniger reisten Gestalten wie eh und je rund um den Globus. Erschienen wie immer auf Wissenschaftlerkonvents.

Muß man sich vorstellen, ziemlich was los war am Wissenschaftshofstaat, die zwanziger, dreißiger, vierziger Jahre. Ehe da die notigen Tage in Lebensgrundsatzfragen für viele Bevölkerung begannen.

Zu einer Wissenschaftskonventszene brachte man es aber trotzdem. Die "Gottsucher" unter den Wissenschaftlern gemeinsam mit angereisten, sich wissenschaftlich gebarenden Kirchenstaatabgesandten, Priesterschaft im Wissenschaftlerkleid. Statt irgendwo wie sonst immer im ungewissen zu bleiben, hatten Mächte, Kräfte am Konvent mit den Wissenschaftlergesprächen ihre handfesteren Absichten. Einen Durchsetzungswillen. Beim Wissen etwa, dort gebot man, es wäre was anderes jetzt als das Übliche der Standardansage, es könnte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ungefähr tatsächlich so sein. Dem entsprach man nicht., das weiter einzusehen, war man nicht da. Diesesmal wollte man sich nicht erneut mit etwas Krausem zufriedengeben. Vielmehr etwas durchsetzen. Dem von früherher bei sich am Wissenschaftshof trotzend, all der gemeinhin üblichen  Zögerlichkeit als Wissenschaftsmensch frevelhaft widersprechend, trat man da ins Licht, hielt fest, man wäre in der Überzahl. Und bei dem, was Hubble ... Da könnte man nun ganz deutlich eins: "Wissen" konstatieren. Das auf der großen Bühne der Weltentstehungslegenden festhalten, daß ... Daß alles am All dem "Urknall" anteilig sein müßte. Mit dem "Urknall" könnte man alles und jedes erklären. Bei der Entstehung aller Materie, dann die gesamte Strecke bis heute. Bis ... Wie es anbei lange das alte Wissen war, wie es religiöse Schriftwerke denn seit altersher jedermann lehrten. Bei "Im Anfang schuf ...".

Mehrheitlich entschied man sich auf einem Wissenschaftskonvent für einen früherdings nicht recht für das der Wissenschaft vorstellbaren Charakter: dem der Sicherheit, Gewißheit. Nichts mehr ungefähr, sondern echtes WISSEN. Zur elementaren Wissensfeststellung hätte man sich durchzuringe, und jeder Anwesende hätte das zuzugeben, anders als mit "Urknall" wäre das Universum nicht erklärbar. Als hätte man sich so was letzte Erkenntnis tatsächlich für sich erworben, das Verhalten. Daß man sich anderweitig präsentieren dürfte: nicht länger mit dem des Forschenden, der Neues ans Licht bringen wollte, sondern DIESES eines Wissenden, der ansagte, daß was nun mal so wäre und nicht anders. Zu solch einem Erfolg hätte man es in der eigenen Forschung gebracht. Was bis dahin nicht vorstellbar war: daß man jetzt selbst noch bei einer allgemeinen Weltentstehungsperspektive für eine Entschiedenheit sorgen konnte. Derartiges hätte sich allerdings jetzt ergeben, durch langjährige Forschungstätigkeit, daß man vor aller Welt "Urknall" sagen könnte. Darauf verweisen, daß der "Urknall" schlichtweg das eine Ultimative wäre. Dieses eine perspektivische Bild, das sich mit dem "Urknall" entspinnt. Eins, mit dem man sämtliche weitere Bilder mit wegwerfender Handbewegung von der Tischfläche herunterfegen könnte. Heruntergewischt wurde all der Rest auch.

Als man sich für den "Urknall" als das exklusive EINE entschied, änderte man in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts, die gesamte Ausrichtung aller wissenschaftlichen Forschungsarbeit. Ganz beiläufig unternahm man das. Wie nebenher. Weltweit nicht eben ausführlich besprochen, ins weltweite Bewußtsein gebracht. Schon gar nicht das, was man mit dem "Urknall" in Echt bezweckte. Erregung kam auch kaum eine irgendwo rund um den Erdball größer auf. Dafür war man vielerorts auch zu abgelenkt, von den alltäglichen schrecklichen Geschehnissen. Bei denen hatte sich mit was ANDEREM zu beschäftigen, als mit einem "Urknall", und was man einem mit ihm zum Ausdruck bringen wollte. Bei der schicksalhaften Frage, wie man noch mal einen neuen Tag erleben sollte, wenn die Dinge bei einem weiterhin so schlecht liefen.

Das war die große Gelegenheit, die sich bot. Geradezu bei Menschen der Wissenschaft.

Etwas wäre so und nicht anders. Das wären wissenschaftliche Resultate. Daß Begebenheiten waren, daß es der "Urknall" sein mußte. Bei dem, was man aus den Wissenschaftsartikeln Hubbles und der Kollegenschaft Hubbles herauslas. Die einem stimmig schienen. Zufriedenheit rief das bei Hubble hervor. Bei denen mit der "Gottsuche", bei denen diejenigen sich verhielten, deren grundlegenderes Interesse nicht die Wissenschaft war. Als religiös Motivierte, daß sie sich vielmehr dazu gezwungen sahen, das mit den "Wissenschaften" mal wieder ernster zu nehmen. Mit dem Religionsinteresse zogen sie an den Strippen, und bei Hubble, den Hubblesschen Feststellungen, daß sie was Durchbruch schafften. Wer wollte da noch mal widersprechen? In der Überzahl waren sie geraten, man hatte überdies Fürsprecher mit dem allergrößten wissenschaftlichen Ansehen auf seiner Seite. Nicht bloß auf diesem Konvent.

Erschüttert werden konnte das Ding mit dem "Urknall" denn seit jener Epoche nicht mehr sonderlich. Zweite-Weltkrieg-Zeitgegend. Der "Urknall", der wurde richtig zu einer "Wissens"-Sache. Obwohl der "Urknall" in erster Linie was mit Glaube und Religion zu tun hat. Der Einflußnahme Religionsgelehrter auf den Wissenschaftsmenschen. Der "Urknall", der ist sie, seit damals, die große Gleichschaltung der religiösen Weltentstehungslegende mit der der Wissenschaften. Etwas ereignete sich, was sich Ansager mit Religionsmotivation bei und unter den Wissenschaftsleuten lange Jahre zuvor nie zu erhoffen gewagt hätten. Damit hätte man nicht unter die Wissenschaftler kommen können. In ihren kühnsten Träumen nicht, daß das manchem nicht eingefallen wäre, daß man mal die mit der Wissenschaftsgelehrsamkeit so weit bringen könnte, kurz mal ein "Wissen" zuzugeben. Zu was man es denn schaffte, den "Urknall", daß man groß auf die Bühne brachte. Der "Urknall" mit seinem umfänglichen Alleinstellungsmerkmal: Außer ihm hatte nichts weiter mehr zu gelten. Mit nichts weniger hatte man sich zufriedenzugeben, konnte man wieder von einem Wissenschaftskonvent abreisen. Fort von dem Konvent, auf dem man alles zugestanden kriegte. Nicht der der Religion hatte sich zu ändern, der der  Wissenschaft war die Veränderliche.

Daß das geschafft werden konnte ... Da mußten Zeiten schon sehr schlimm und notig und elend für viele sein. Um was ganz anderes hatte man sich zu kümmern, niedergeschlagen, wie man oftmals war. Wie man an den vollbesetzten Plätzen in den Kirchen merkte, an der Gläubigkeit von vielen. Man hatte einfach andere Sorgen und Kümmernisse. Jede Menge setzten in "Gott" ihre Hoffnung. Bei der Ablenkung, Trüb- und Mühsal, die vielerorts vorherrschte. Nebenher auch bei der einfachen Geschichte, daß manche einfach nicht irgendwohin hinkommen konnten. Weil sie zu keiner Reise größer fähig waren, wenn sie nicht der miesen Stunde, Tage, Monate, Jahre überhaupt zum Opfer fielen. Selbst wo in Krematorien zu Asche verbrannt, konnte jemand da lange sein, bei dem der "Urknall" nicht durchgegangen wäre. Irgendwo lag oft einer, verscharrt unter der Erde. Daß einem das mit dem "Urknall" klarging, man das mit ihm absichtsvoll voranbringen konnte. Mit IHM, daß man beim Erdenbürger was als "Wissen" unterbrachte. Wer hatte da ein bißchen was im Verlaufe jener Epoche im Blick? Wenn einer Dinge überlebte, blieb ihm später nur eins übrig: die Erkenntnis, daß jetzt "Urknall"  war. Daß da auf einem Konvent was passiert war, daß es "Urknall" werden konnte. Wie war das noch mal was mit Hubble? Klar, man besprach Hubble. Bei Hubble auch den "Urknall". Bloß, darauf hätte man kommen müssen, daß man es deswegen am "Urknall" zur großen Wissensfeststellung bringen würde. Darauf wär man geistig nicht verfallen. Trotzdem war jetzt alles "Urknall". Mit dem "Urknall" wurde am Wissenschaftshof verhältnismäßig biestig von oben nach unten durchregiert. Bärbeißig. Bei dem Charakter: entweder war man für den "Urknall", oder man ... Oder man hatte so seine Probleme, Gehör zu finden.

Am "Urknall" schätzte man weniger die freie Forschung. Freisinnig, -geistig. Zwänge entstanden einem beim "Urknall", Spaß war der "Urknall" keiner. Sondern die erwähnte Struktur mit dem Endergebnis, die landete an den Universitäten. Ab jenem Zeitpunkt, so lange knapp her wie der zweite Weltkrieg, sollte jeder Wissenschaftler wie mancher Schüler in der Schule mit etwas rechnen, das hinten das Ergebnis sein sollte, mit dem "Urknall". Nur noch um das Drumherum beim "Urknall" darf man sich noch größer kümmern, seit dieser Zeit. Was das für ein Horizont denn immer sein sollte, das flüchtige erste Fluidum, das nach dem "großen Knall". Darauf sollte man in erster Linie seine wissenschaftliche Arbeitzeit verschwenden. Ob man diese Weltentstehungslegendenanpassung an die der Religionen denn passend fand oder nicht. Am "Urknall" war das eben so, nicht anders. Der "Urknall", an ihn und seine Wegstrecke glaubte man nicht nur, von ihm und seiner Strecke WUSSTE man. Das sollte einem jeden schon klar sein, was hier Sache war, wenn er, sie, es in die Sterne hinausblickte, seine Berechnungen beim Formelhaften anstellte.

Nicht ständig mehr würde man überdies alles frei veröffentlichen, darauf hatte man sich gleichfalls verständigt. Zur Lehre in den Sälen der Studenten wurde der "Urknall".  Selbst das war beim "Urknall" nicht das Interessanteste, was man am Universum wirklich wahrnahm. Außer, es wurde was gesehen werden, das nicht unter der Decke gehalten werden konnte. Wenn nichts dagegen zu unternehmen war, dann jedoch immer mit einer "Urknall"-Erwähnung anbei. Fast ein Glaubensbekenntnis, daß man textlich was in Beziehung zum"Urknall" zu setzen hatte.

Und das mit der "Scicence fiction". Im übrigen wollte man mit "Science fiction" auch nicht in Zusammenhang gebracht werden. Nicht mehr als notwendig, statthaft gab man sich mit degleichen wie mit der "Science fiction" nicht ab. Am "Urknall" sollte man DAS wissen: daß man beispielsweise "Planeten" nicht einfach überall rundweg voraussetzen durfte. Solange man noch nirgends bei einem System "Planeten" verortet hatte, hatte man jede Planetenerwähnung zu unterlassen.. Bis man den ersten "Planeten" vorzeigen konnte, hatte das Planetensystem der Erde ein Alleinstellungsmerkmal.

Das mit den ersten Planeten außerhalb des hiesigen Sonnensystems, das ist ja auch erst heutzutage. Das muß man sich vor Augen halten, die Möglichkeiten hat man so richtig erst in der Gegenwart. Daß man mehr und mehr Planeten aufscheinen lassen kann. Extraterrestrische Sonnensysteme voll machen, wie das einem bei "Alpha Centauri" schon bekannt ist. Bei mindestens zwei "Supererden" und zwei Planeten.

 

 

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