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Blog von TeddeMehr

Der "Rebell", der die Seite der Elternpartei nahm

25. Januar 2019 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #hug it

Die Ansagen derer beim "punk" ...

Echt schwierig, das artgerecht zu formulieren, aber da klingelte irgendwas komisch, von oben herab, aufgesetzt. Beim "punk". Geradezu auch unnatürlich. Angelernt. Als wäre da mancherorts einem Schauspieler beim "punk" ein Text zum Aufsagen mitgegeben worden. Irgendwas derartiges. "Sid Vicious", der Bassist, der war beispielsweise so ein "Dazugenommener". Einer, der auch noch "sinnlos, unnütz rumstand". Mal zufällig ein klein wenig ein Instrument spielen konnte, dabei.

Sonst könnte man es ja knapp nicht fassen.

Etwas sollte spontan wirken, und doch ... Setzte sich hier scheinbar was von langer Hand Vorbereitetes in die Wirklichkeit um. Etwas Absichtsvolles. Ein rückwärtsgewandtes Ding.

Jedenfalls haßten so die "punks" Dinge ...

Wie die DAS genau hassen konnten? Schon kurios in der Abneigung und so. Wie sich da "punks" gegen was feindselig gaben. Damit pöbelig rüber- und ankamen.

Schon die Frage: Wer oder was verlieh dem Stimme? Was steckte in Wirklichkeit dahinter? Hinter diesem "Aufbegehrenden", "Rebellierenden", dem "punk"?

Der "punk", fast wie einer von einem Schnittmuster in einem Modebetrieb. Genauso wie der "skinhead". Beides regelrecht Figuren, we sie in einem Puppentheater Auftritt haben könnten. Daß selbst noch das kleinste Kind wissen konnte, wie die einzelne Puppe hieß. Da beim "Polizisten", dem Uniformierten mit dem Knüppel. Beim fadenscheinigen "Räuber" mit dem geflickten Mantel. Beim bösen, gemeinen "Krokodil" mit dem großen Maul. Beim anständigen, lustigen "Kasperle" mit der großen Nase. Der "Großmutter", der einen Grauhaarigen.

Da hätten "punk" und "skinhead" ebenfalls als Handpuppe eine Figürlichkeit nehmen können. Eine mit hohem Wiedererkennungswert. Jederzeit.

Die "punks", die, die sich gegen den langhaarigen Gitarreschwinger auflehnten. Gegen das langatmig Improvisierte in der Musik. Die Zehn-Minuten-Lieder. Gegen das eine eines Künstlers, der seine Fähigkeiten, Kunstgriffe und gedanklichen Weiten hatte. Dergleichen mitunter auch ausgiebig vorzeigen wollte, wie er zu spielen imstande war. Mit welcher Verve.

Das mußte man sich mal vorstellen. Der "punk", der begehrte auf. Der "punk", ein schlimmer Trotzender.

Die "punk"-Ansagen, sie sind echt beinahe wie von jemandem, der vor '75 in ein Jugendmagazin reinguckte. Die frühen siebziger Jahre, die vor dem Schnitt. Um sich an dem, was er da zu sehen kriegte tatsächlich denn zu stören. Wie beispielsweise sicher öfters irgendwo so jemand von der Elternpartei. So Vati oder Mutti. Der Lehrer. Oder sonst so jemand, den so diese Kleinigkeiten anbetrafen. Vielleicht eine konservativ-religiös aufgebrachte männ-, weibliche Type, die die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Es nicht fassen wollte. Bei zuviel Freigeist allerorten. Und das mit dem Sex - pfui!

Der "punk", der führte sich auf, wie einer, dem von Haus aus manches Geschehnis in der Musikwelt die Jahre über nicht gepaßt hatte. Weil er die erste Hälfte der siebziger Jahre in der einen verkrusteten Weltsicht weiterlebte. Überdies eine, die er doch nicht verlassen wollte. Gleichgültig gegenüber dem war da jemand, was anderswo so los war. Hauptsächlich haßte er all diese Dinge. Eben das mit der sexuellen Freiheit. Dann das mit den Langhaarigen. Die weiterhin den "Hippie" doch nur abbildeten. Er, sie, es konnte das mit dem vorherrschenden Geist in den Jugendmagazinen, bei Hitparadenauftritten und das nicht recht einsehen. Wollte das nicht länger. Alles, das er, sie, es zu sehen und zu hören kriegte, einfach schrecklich. Das frühere Strikte, Stringente wünschte er sich zurück. Den Gehorsam. Weniger die Auflehnung, Rebellion. Mindestens wollte er als so jemand zunächst mit sich in die fünfziger Jahre zurück.

Und hier gerät er geradewegs am Spielfeld ins Spiel, der "punk". Der "punk", der jedem ziemlich haargenau Mitte der Siebziger als die eine große "neue" Sache vorgestellt wurde. Urplötzlich war alles allüberall nur noch "punk". "punk" und noch mal: "punk". Der "punk", dieses eine kleine Helferlein. Der den "skinhead" zudem noch als Begleiter hatte. Auf den der "punk", der sich als "links" benannte, erst mal den Blick noch verstellte. Beim Wort "Anarchie".

Das mit dem "punk". Da kannte sich jemand in der Musikszene aus, hatte zumindest mal zuvor die eine oder andere Schallplatte in der Hand gehabt. Ohne je größer ein Anhänger von dem gewesen zu sein, was er da belauschte. Der "punk", er teilte das mit den Mißfallenskundgebungen der Elternseite. War fast regelrecht doch die eine Seite, die von Vati und Mutti der Sechziger, der ersten Hälfte der Siebziger. Der "punk", er bildete das der Eltern nochgerade so ziemlich unmittelbar ab. Das der Erziehungsberechtigten. Ohne daß zu viele das die Siebziger sofort größer merkten.

Der "punk", ein "Aufrührer", der gegen den langhaarigen Gitarreschwinger rebellierte, aufbegehrte. Gegen die, die mittlerweile, die Siebziger, noch die Fußballstadien mit ihren Klangwolken füllten.

Neidvoll blickten so die "punks" auch auf das. So die "punk"-Gruppen für sich selber. So was hatte man als Tonart. Als hätte man jeden, der als "punk" antrat, damit eine Gruppe hatte, sofort auf die großen Bühnen rauflassen müssen. Einfach, weil man "punk" war. Kein Gedanke, sich musikalisch voranzuspielen, hochdienen zu wollen, sofort wollte man als "punk" der Name auf der Kopfzeile von so Festivals mit Tausenden an Zuhörerschaft sein.

Der Rest sollte schließlich vergessen sein. Beim "punk". Weil man doch "punk" war.

Wofür man auch "punk"-mäßig einiges unternahm. Von oben herab, aus den Plattenfirmenetagen. Der "punk", er war sie ja, die Gelegenheit, "Cut" zu machen. Einen großen Einschnitt gab es da mal, Mitte der Siebziger. Kann man bis heute drauf gucken: auf das zuvor. Auf das, was danach seitdem alles kam. Der "punk", der brachte das mit sich. Der "punk", er nutzte als der eine große Abwürger.

 

 

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